FRANKREICH C H A M PAG N E Vazart-Coquart © Michaël Boudot „GRAND BOUQUET“ BLANC DE BLANCS GRAND CRU EXTRA BRUT, 2015 Beim Grand Bouquet ist der Name Programm – ein erstklassiger und intensiver „millésime“! FCH140515 „Grand Bouquet“ Blanc de Blancs Grand Cru Extra Brut, 2015 12% Vol. 66,67 €/l 50,00 € Mit dem Grand Bouquet von 2015 präsentieren Jean- Pierre und Caroline Vazart einen absolut klassischen Blanc de Blancs mit Chardonnay-Traubent aus den beiden Grand-Cru-Lagen Mont Aigu und La Cerisière in Chouilly. Die mehr als 40 Jahre alten Reben wurzeln tief in der dort typischen Belemnit-Kreide. Seit 2015 pflegen die Vazarts ihre Weinberge aufwendig biologisch-organisch, die Zertifizierung erfolgte allerdings erst 2020. So wird es noch entsprechend etwas dauern, bis das Bio-Siegel auch auf dem Etikett zu lesen sein wird, denn schließich reifen Champagner wie der Grand Bouquet sechs Jahre „sur latte“ in den Kellern des Hauses. Jean-Pierre hat den Grundwein im temperaturkontrollierten Edelstahl vergoren. In diesem Jahr haben die Weine eine malolaktische Gärung durchlaufen, „weil es besser zum Jahrgang und zum Stil des »Grand Bouquet« passt“, erläutert Jean Pierre. Dieser strohgelbe und mit lebendiger Perlage ausgestattete Champagner, der mit gerade einmal drei Gramm dosiert wurde, soll sich als reifer und intensiver Jahrgangschampagner präsentieren. Und das tut er auf formidable Weise. Schon beim Öffnen duftet es komplex und einladend nach reifen gelben Äpfeln, Birnen und Quitten sowie nach ein wenig Fallobst mit der typisch mürben, leicht oxidierten, aber ganz sauberen Frucht. Dazu finden sich Mirabellen und Aprikosen, Kumquats und Grapefruits samt Abrieb, etwas Mandelgebäck und Vanillekipferl. Am Gaumen wirkt der Grand Bouquet rund und seidig, geradezu geschmeidig und appetitlich einladend mit mürben Tönen, aber auch mit leicht exotischen Noten, vor allem aber mit viel Saft, feiner Süße und einem gelungenen Säurekick. Der „Millésime“-Champagner zeigt sich von einer sehr eleganten, sinnlichen und cremigen Seite. Doch wer genau hinschmeckt, spürt die vibrierende Säure und die tiefe Mineralik, die dem Grand Cru gleichzeitig innewohnt. Hier bekommt man enorm viel Champagner fürs Geld! Ein Champagner für jetzt und die nächste Dekade. 52 PINWAND no 332 | Dezember 2021
Vazart-Coquart CHAMPAGNE FRANKREICH „TC“ BLANC DE BLANCS GRAND CRU EXTRA BRUT, 2016 Eine Rarität: „TC“ steht für „Terre Cuite“, also für „terra cotta“ – und darin ist dieser außergewöhnliche Champagner entstanden! max. 3 Fl. / Kunde FCH140616 „TC“ Blanc de Blancs Grand Cru Extra Brut, 2016 12% Vol. 98,00 €/l 73,50 € Neben den Champagnern aus der „Réserve Perpétuelle“ haben Jean-Pierre und Carolin Vazart noch einen weiteren ungewöhnlichen Champagner im Portfolio. Auch er besitzt einen ungewöhnlichen Namen – er heißt schlicht „TC“. „TC“ steht für „terre cuite“, also „terra cotta“. Und tatsächlich wird der Chardonnay-Grundwein, der aus Vazarts Spitzenlage Les Aventures stammt, im Terrakotta- Ei ausgebaut. Jean-Pierre ist nicht der Erste, der das in der Champagne praktiziert. Aber natürlich war es für ihn zunächst ein ungewöhnliches Experiment. Schnell hat er sich für diese Ausbauart begeistert. Dieser Champagner ist – anders als man denken könnte – nichts für Freaks oder Spezialisten, er wirkt nicht per se ungewöhnlich, aber er wirkt anders. Und genau das war es, was Jean- Pierre erreichen wollte. Terrakotta bringt eine andere Art von Textur und Spannung in einen Wein, und das spürt man auch hier. Der goldgelbe „TC“ von 2016 – der Grundwein stammt komplett aus diesem Jahrgang – ist im Glas von einer ruhigen Perlage geprägt. Er wirkt umwerfend fein, ist geschmeidig, charmant, elegant und doch spannungsvoll wie auch energiegeladen. Das Bouquet gleicht einem Besuch in einer der gehobenen Pâtisserien von Paris: ein ungemein feiner, ja fast aristokratischer Duft nach Feingebäck, Mandeln, Nüssen, Orangen und Zitronencrème, Blüten, kandierten Schalen und Ingwer, Kernobst und (das schon nicht mehr in den Räumen des Feinbäckers) zusätzlich nach zerriebenem Kalk und nach Kreide. Am Gaumen greift der „TC“ all das wieder auf, wirkt präzise und ist präsent, klar und druckvoll. Hier wird es noch ein wenig würziger, und neben Ingwer spielen Safran und Zimt eine Rolle. Hinzu kommt etwas zerlassene Mandelbutter mit Zitronenabrieb. Das eigentlich Großartige ist hier aber tatsächlich die Textur, die einen ganz feinen Widerstand bietet und gleichzeitig unwiderstehlich seidig wirkt. Dabei zeigt sich dieser Champagner auch am Gaumen immer druckvoll, frisch und mineralisch. Er besitzt echte Größe! Ab sofort und bis sicherlich 2036+. „82/15“ BLANC DE BLANCS GRAND CRU EXTRA BRUT 95 Punkte: „Cremige Länge, ganz am Ende die herbe Mineralität von Chouilly, grandios“ (Meininger Champagne Magazin 2021) FCH140700 „82/15“ Blanc de Blancs Grand Cru Extra Brut, NV 12% Vol. 113,33 €/l 83,50 € Schon der Name dieses Champagners ist ungewöhnlich: „82/15“. Was mag das bedeuten? Er bedeutet so viel wie Alpha und Omega eines besonderen Champagners. Als Jean-Pierre Vazart die Geschicke des Hauses im Jahr 1982 übernahm, füllte er einen Tank mit Chardonnay (die Reben dort sind im Schnitt mittlerweile 44 Jahre alt, werden seit 2015 biologisch bewirtschaftet) aus seinen elf Hektar Grand-Cru-Lagen in Chouilly. 1982 entnahm er 40 % und füllte den Tank mit dem gleichen Anteil Wein aus 1983 auf. So entstand im Laufe der Zeit eine „Réserve Perpétuelle“, im Sherry-Gebiet besser als „Solera“ bekannt. Für seinen „82/15“ hat Jean-Pierre also diese Solera genutzt, in der mittlerweile 33 Jahrgänge von 1982 bis 2015 enthalten sind. Es ist so etwas wie die Quintessenz seines Schaffens. 2020 haben die Vazarts auch offiziell die Umstellung auf biologischen Weinbau abgeschlossen – immer noch eine Seltenheit in der Champagne. Dégorgiert wurde der Grand-Cru-Champagner im Jahr 2021 mit 2,5 Gramm Dosage. Der goldgelbe „82/15“ zeigt im Glas eine feine und lebendige Perlage. Er bietet ein ungewöhnlich weiches Gefühl in der Nase, das sehr elegant und nobel wirkt. Immerhin ist das ein Champagner, dessen Grundweine mit Apfelsäure, also ohne Milchsäureumwandlung ausgebaut wurden. Diese Weichheit oder gar Seidigkeit verbindet sich mit Noten von leicht warmer, gebutterter Brioche mit Mandelcrème, Vanille und Orangenblüten. Hinzu kommen Noten von unterschiedlichen Zitrusvarianten wie Yuzu, Zedrat und lemon curd, ergänzt von Kräutern, Stein und Blattwerk. Am Gaumen zeigt sich die typische auskleidende und wunderbare Fülle eines Réserveweins, in dem schon so viel Autolyse stattgefunden hat, dass sich die hellen und herb zitrischen Noten des jungen Weins mit Backwerk und Confiserie verbinden. Hinzu kommen Noten von Johannisbeeren, von ein wenig weißer Schokolade, Nougat und Mocca. Auch hier zeigt sich eine charmante und elegante Seidigkeit, und das, während die Säure durchaus Frische und Druck liefert. Der „82/15“ ist sehr stimmig, balanciert, tief mineralisch und komplett – ein so gelungener wie außergewöhnlicher Wein! Für jetzt und die nächsten 15 Jahre – mindestens! 95 Punkte MEININGER 53
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