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PINwand Nr 330

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Weinmailing im Oktober 2021 - Erlesene Weine, Feinkost und Spirituosen von Pinard de Picard - Weinhändler des Jahres 2010 & 2019 - Weinfachhandel und Weinversender

ITALIEN TRENTINO

ITALIEN TRENTINO Foradori „SGARZON“ TEROLDEGO ROTALIANO IGT VIGNETI DEGLI DOLOMITI, ROSSO 2020 (BIO) Druckvolles aus den Dolomiten: salzig, lebendig und intensiv! Munter wie eine Bergziege. ITS010520 „Sgarzon“ Teroldego Rotaliano IGT V. d. Dolomiti, rosso 2020 12,5% Vol. 42,53 €/l 31,90 € IT-BIO-006 Die Diversität der kleinen Parzellen im „Campo Rotaliano“, der Hochburg der Rebsorte Teroldego am Flüsschen Noce, zeigt man bei Foradori seit dem Jahrgang 2009 bewusst in zwei Einzellagen-Weinen auf. Denn „Morei“ und „Sgarzon“ unterscheiden sich beträchtlich, wobei letzterer auch seinen Namen von der Vitalität und Wüchsigkeit der Rebstöcke erhielt. Im lokalen Dialekt bedeutet das Wort „Austrieb“ oder „Schößling“ und Kellermeister Emilio Zierock-Foradori spricht von „unüblicher Frische“, wenn er von den Trauben der 2,5 Hektar großen Lage redet. Auch beim Ausbau hat man sich an diesen Teroldego über die Jahre herangetastet; die ursprünglichen Tongefäße werden nur für eine Mikrocharge namens „Cilindrica“ verwendet. Vom regulären „Sgarzon“ füllt man mit dem 2020er mittlerweile den achten Jahrgang als reinen Amphorenwein. Mit Stielen und Stängeln, also nicht entrappt, lagern die Trauben in den 420 Liter fassenden tinajas aus der spanischen Ortschaft Villarrobledo. So kommt zur unbändigen Frische die-ses Weins auch eine tiefdunkle Fruchtigkeit und stützender Gerbstoff. Mitunter könnte man meinen, der „bescheidene“ Teroldego habe sich hier (durchaus nicht standesgemäß!) als Spätburgunder „verkleidet“. „Frutti di Bosco“ würden die Trentiner hier wohl erschnuppern – vor allem Heidelbeere und etwas Myrte drängt sich in den Vordergrund dieses Duftbilds. Für einen rauchigen Grundton sorgt etwas Flint, der als Gegengewicht zu den auffrischenden blumigen Gerüchen (etwa Stiefmütterchen) fungiert. Viel Stoff jedenfalls für die Nase! Im Mund wirkt der 2020er „Sgarzon“ von Anfang an straff, der jugendliche Druck spült Wellen von Sauerkirschen über die Zunge. Mal fast moussierend lebendig, dann pfeffrig und mal mit Stein-Ton wie Marzipan. Im Abgang erinnert die herbere Gangart an Olivenpaste, auch etwas Salzmandeln kann man zur Würze des Teroldego assoziieren. So mediterran kann auch Rotwein aus den Dolomiten schmecken: mit Tiefgang, aber ohne Fruchtkitsch! Ab sofort bis 2035. „MOREI“ TEROLDEGO IGT VIGNETI DELLE DOLOMITI, ROSSO 2020 (BIO) Terroir pur, im unverkennbaren Stil der Foradoris transportiert ITS010620 „Morei“ Teroldego IGT Vigneti delle Dolomiti, rosso 2020 13% Vol. 43,33 €/l 32,50 € IT-BIO-006 Im zehnten Jahr ist Emilio Zierock mittlerweile Kellermeister am Familienweingut in Mezzolombardo. Die Liebe zur lokalen Rebsorte Teroldego, die seine Mutter Elisabetta Foradori auf die Weinlandkarte nicht nur Italiens, sondern der Welt, setzte, prägt auch sein Schaffen. Das zeigt sich bei den mittlerweile über 30 Jahre alten Reben des 2,5 Hektar großen Weingartens am Fuße der Dolomiten deutlich. Der Name zeigt bereits die klare Verwurzelung dieses Weines an: „Morei“ bedeutet im Trentino „dunkel“ – ein Epitheton, das die Aromatik dieses Teroldego vorwegnimmt. Unter den Varianten der Rebsorte ist der acht Monate auf der Schale in Amphoren aus Spanien (tinajas) ausgebaute „Morei“ der kraftvollste. Bereits in der Jugend bringt er erdige Noten und einen mineralischen Nerv mit „Beeren-Kräften“ zusammen. Wie ein Echo der Berge nimmt sich der mineralische Grundton, seine Bass- Linie, am Gaumen aus. Oder, in den Worten des Kellermeisters, der einst in Freiburg Philosophie studiert hat: „Er wird verstärkt und transformiert wiedergeboren“. Sauerkirsche und Heidelbeere steigen als erste Düfte aus dem tief dunklen Glas. Frischer Salbei schickt dazu einen kräuterigen Gruß. Wie bei einem Löffel Dijon- Senf ist die Würze intensiv in der Nase zu spüren, auch Bockshornklee-Samen aus dem indischen Gewürzregal begleitet die schwarzen Beeren-Töne. Sie nehmen minütlich an Kraft zu, wenn man den Gast aus den Dolomiten durchatmen lässt. Im Mund leicht moussierend in seiner Jugendlichkeit, wirkt dieser säurefrische Zug als Gegenpol zum prägnanten Gerbstoff und der Beeren-Melange, die wie aus einem Guss wirkt. Die Säure belebt, der Gerbstoff erdet diesen Teroldego – aus dieser Spannung lebt der Wein bereits in seiner Jugend. Ceylon-Tee, etwas Teer und Jod ergänzen im Finale die ohnehin komplexe Mischung aus Mineralik und Fruchtintensität. Und das wird auch noch viele Jahre so bleiben! Ab sofort bis 2036. GEERDETER TEROLDEGO-TYPUS 70 PINWAND no 330 | Oktober 2021

Foradori TRENTINO ITALIEN „GRANATO“ TEROLDEGO ROTALIANO IGT VIGNETI DELLE DOLOMITI, ROSSO 2019 (BIO) Foradoris Flaggschiff: Ruhe wie ein Dolomiten-Buddha IT-BIO-006 ITS010319 Granato, IGT V. d. Dolomiti rosso 2019 13% Vol. 64,00 €/l 48,00 € In jeder Hinsicht ist dieser Wein einzigartig, die Italiener haben dafür das schöne Wort vom „vino eroico“, dem heldenhaften Wein. Denn nach wie vor wachsen die Trauben in Pergola-Ziehung im Trentino. Und entgegen der Annahme ist dieses Aushängeschild der gesamten Region kein Lagenwein, sondern stammt aus drei Parzellen mit alten Reben, die teils noch auf die späten 1930er-Jahre zurückgehen. Hier nahm 1986 die Legende von Elisabetta Foradori ihren Ausgang. Durch den Tod von Vater Roberto musste sie früh Verantwortung übernehmen und das mit einer Sorte, die selbst in Italien den zweifelhaften Ruf genoss, allenfalls dünne Rotweine hervorzubringen. Doch im Zeichen des Granatapfels, des wahren Namensgebers dieses Flaggschiffs, setzte sie Schritt um Schritt zu einem echten Kultwein. Die kompromisslose Entscheidung für den biodynamischen Ausbau der Sortenraritäten war der Schlussstein in dieser 35 Jahre währenden Geschichte, die auch dem Teroldego wieder seinen Stellenwert zurückgeben konnte. 70% macht die Sorte am Weingut aus. Auch der „Granato“ ist damit kein abgehobener Schluck für die Elite, sondern ein Traumwein in Bioqualität! Feinster Gerbstoff à la Assam-Tee, Walderdbeeren und auch „sottobosco“, der Unterholzton aus feuchtem Holz, Steinpilzen und etwas Farnkraut. Auch Heidelbeeren gedeihen hier gut! Sie geben dem Duft dieses intensiven Weins eine gewisse Frische. Dieser Eindruck wird von einem Eukalyptus-Tönchen noch unterstützt. Was gänzlich fehlt, sind die oft parfümierten Eichentöne vieler italienischer Spitzen-Rotweine, die wie ein Warnschild signalisieren „12 Jahre warten!“. Hier ergießt sich ein Top-Wein auch wie Öl über den Gaumen. Er ist ein Wein gewordenes Oxymoron. Herb und dunkel wie ein Espresso aus Napoli beginnt er, immer eleganter wird er im Trinkverlauf. Rote Früchte wie Kornelkirsche, Blutorangenzesten und ein ganzer Korb dunkler Beeren wird von einen Kräuterstrauß bekränzt. Final dann vor allem Lorbeer. Wobei: Was ist beim „Granato“ schon endgültig? Sicheres Potenzial ist hier für die nächsten Jahre gegeben. Doch in jeder Phase – und das bedeutet: auch jetzt schon! – stellt er einfach den feinsten, rot gewirkten „Stoff“ aus dem Trentino dar. KÖNIG DES TEROLDEGO! Ab 2022 bis 2040. 71

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