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PINwand Nr 330

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Weinmailing im Oktober 2021 - Erlesene Weine, Feinkost und Spirituosen von Pinard de Picard - Weinhändler des Jahres 2010 & 2019 - Weinfachhandel und Weinversender

ITALIEN TRENTINO

ITALIEN TRENTINO Foradori „FONTANASANTA“ NOSIOLA IGT VIGNETI DELLE DOLOMITI, BIANCO 2020 (BIO) Idealer Stoff für Entdecker: biodynamische Weißwein-Rarität ITS010420 „Fontanasanta“ Nosiola IGT V. d. Dolomiti, bianco 2020 12% Vol. 39,86 €/l 29,90 € IT-BIO-006 Auch Weinkenner werden hier den Rebsorten-Atlas zücken müssen. Denn mittlerweile findet sich die autochthone Traube auch im Trentino nur mehr im Valle dei Laghi und auf den Vorbergen der Dolomiten, oberhalb von Pressano und Trient. Dass Elisabetta Foradori an einem solchen Schatz nicht vorbeigehen konnte, zeigt schon ihre Liebe zu dem anderen weißen „Underdog“ der Region, dem Manzoni Bianco, der ebenfalls als „Fontanasanta“ gefüllt wird. Vor allem aber steht auch der – rote – Teroldego, den sie praktisch im Alleingang zu Weltruhm beförderte, für das Bewahrende. Sohn Emilio führt diese Linie der Nischenweine ebenso behutsam weiter. In diesem Fall kommt auch noch der lange Ausbau auf der Traubenschale in der spanischen Amphore dazu. Die grobporige Struktur dieses Reifebehälters erlaubt eine langsame Weinwerdung über acht Monate, die aber auch den Gerbstoff nicht überhandnehmen lässt. Für Kellermeister Emilio Zierock gibt eine Passage in Akazienholz auch noch den letzten Schliff. Der Trigeminus ist wach! Helle Senfsaat wirkt fast schneidend frisch auf die Nase, dazu kommen Apfelschalen, ungekochter Couscous und Shiso-Kresse. Im Mund ballt sich ein saftiger Mix aus Quitte, Reneklode, Birnenwürfel und dem uns bereits begegneten Apfel zusammen. Gegensätze wie reduktiver oder oxidativer Ausbau existieren für diesen Wein nicht. Oder besser: Sie interessieren ihn nicht. Selbst die Säure muss sich bei diesem Nosiola aus der Amphore bis zuletzt hinten dem Wall aus zart bitteren Früchten verbergen. Erst dann entdeckt man daneben auch ihren Freund – das Tannin. Gemeinsam und beschwingt begleiten sie den 2020er „Fontanasanta“ ins Finale. Die Empfehlung der Winzerfamilie Foradori lautet: Nach langem Belüften zum Essen servieren und das mit zumindest 15 °C. Da käme etwa Kalbsragout oder ein Kalbsschnitzel gerade recht. Beziehungsweise für alle, die es auch beim Essen italienisch lieben, Saltimbocca. Ab sofort bis 2030. „FUORIPISTA“ PINOT GRIGIO IGT VIGNETI DELLE DOLOMITI, BIANCO 2020 (BIO) Granatroter Orange Wine, der auch aromatisch eine „Granate“ ist ITS010820 „Fuoripista“ Pinot Grigio IGT V. d. Dolomiti, bianco 2020 12% Vol. 42,40 €/l 31,80 € IT-BIO-006 Wie war das noch mit der Geburt der „Orange Wines“, die in Italien selbst bis heute kaum jemand so nennt? In Istrien wurden die klassischen weißen Sorten lange auf der Maische belassen, als wären sie Rotweine. Und weil der Pinot Grigio hier eine Hochburg hat, laugte man auch dessen Farbstoff aus der mitnichten „weißen“ Traubenschale aus. Arbeitet man klassisch und sauber im Keller ist das eine Technik, die nichts mit „Sponti-Noten“ und Gerbstoff-Orgien zu tun hat. Selbst acht Monate auf der Schale, wie sie Elisabetta Foradori praktiziert, ergeben einen leichtfüßigen Wein. Allein dessen Farbe erzählt von der Machart dieser Kooperation mit dem biodynamischen Winzerkollegen Marco Devigili aus Campo Rotaliano. Das Ergebnis, der 2020er „Fuoripista“ sagt nicht nur mit seinem Namen, dass man sich außerhalb der üblichen Wege bewegt. Die spanischen Amphoren und die ruhige Winzerhand geben diesem Wein in der Tat ein eigenes Gepräge, das zwischen Weiß- und Rotwein steht. Grenadinefarben erteilt dieser Wein die Lehre von der rötlichen Beerenhaut des Grauburgunders. Selten hat man diese Ausprägung so intensiv im Glas. Der „Orange Wine“ aus der Amphore bringt aber vor allem einen blitzsauberen Duft mit: Leichte Hagebutten-Töne und der zarte Stein-Ton von Kirschkernen laden geradezu ein. Wer immer noch Tourette-artig „Most!“ schreit bei Naturweinen, muss sich ein anderes Feindbild suchen. Denn dieser Pinot Grigio verströmt auch am Gaumen Himbeer-Kühle und einen mineralischen Zug, der als Signatur des Trentino von Anfang an da ist. Der Gerbstoff des langen Schalenkontakts ist auf das Gran genau dosiert und erinnert eher an Rosa Beeren, den „falschen“ Pfeffer, denn an Tannin. Er bringt eine würzige Zusatzdimension ein, mit der vom „Fuoripista“ die neue Weinfarbe auf das Trefflichste repräsentiert wird. Rote Johannisbeere zum Abschluss, nahezu wie eine zuckerfreie „Rote Grütze“ schmeckend, gibt den Hinweis für die nächste Serviergelegenheit: Dieser „Grigio“ ist geboren, um eine frische Burrata – ohne irgendwas dazu, bitte – zu umgarnen. Ab sofort bis 2029.

Foradori TRENTINO ITALIEN „FORADORI“ TEROLDEGO ROTALIANO IGT VIGNETI DELLE DOLOMITI, ROSSO 2020 (BIO) Die „Hausmarke“ aus dem Kultweingut in den Dolomiten. Immer eine gute Wahl! ITS010220 „Foradori“ Teroldego Rotaliano IGT V. d. Dolomiti, rosso 2020 12,5% Vol. 25,20 €/l 18,90 € IT-BIO-006 Die Geschichte der Azienda Agricola Foradori ist untrennbar mit dem Teroldego verbunden. Doch ebenso intensiv ist die Beziehung der Traube zum Trentino: vinum teroldegum wurde zur Zahlung einer Zinsschuld verwendet, vermerkt eine Urkunde bereits im Jahre 1383. Die Anbaufläche veränderte sich durch die Jahrhunderte; zwischen Rovereto und dem Campo Rotaliano fanden sich die Reben, ab dem 16. Jahrhundert sind Weingärten mit Teroldego in Foradoris Heimatort Mezzolombardo nachweisbar. Bis heute behauptet sich die Sorte hier, alle Auspflanzungsversuche abseits der Berge scheiterten. Das Mikroklima rund um den Fluss Noce gilt als entscheidend. Von den vertikalen Felsen geschützt, gedeiht auf den aus Kalk, Granit und Porphyr gebildeten Böden diese Rarität. Aus allen Parzellen wird für den Wein, der den Namen seiner Erzeuger trägt, eine Selektion durchgeführt. Der Anteil von sandigen Böden steht neben Filetstücken der Foradoris, die auch für den berühmten aller Teroldegos, den „Granato“, herangezogen werden. Zwischen Esskastanien-Schale und Roter Bete wohnt ein Januskopf von Dolomiten-Wein, der blumige Noten wie Malve mit erdigen Anklängen verbindet. Hat jemand „Hibiskus“ gesagt? Ja, auch der ist zu riechen beim Einstieg in die Welt von „Signora Teroldego“ Elisabetta Foradori. Wobei das mit dem „Einstiegswein“ immer so eine Sache ist, denn es impliziert Imperfektes, das dann erst die „großen“ Lagenweine zu liefern im Stande sind. In diesem Falle ist der Jahrgang 2020 absolut aus einem Guss. Sehr nachdrücklich zeigt sich die dunkle Beerenfrucht der Rebsorte ohne einen Anflug von Süße. Ganz im Gegenteil! Thymian und Steinpilze legen ab dem mittleren Gaumen los und lassen der braven Kennenlern-Phase ein stürmisches Finale folgen. Es ist gefüllt mit aromatischen Umarmungen zwischen Frucht und Kräuterwürze. Und damit typisch für alle Teroldegos aus dem Foradori-Keller – nur ist dieser Rote eben weit zugänglicher als die Flaggschiffe! Ab sofort bis 2028. Elisabetta, Emilio, Theo und Myrtha mit dem jüngsten Spross: Drei Generationen Foradori – die Zukunft von Teroldego, Nosiola & Co. ist gesichert! 69

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