Aufrufe
vor 10 Monaten

PINwand Nr 330

  • Text
  • Weinverkostung
  • Picard
  • Pinard
  • Weinhandel
  • Winetasting
  • Wine
  • Wwwpinarddepicardde
  • Weine
  • Wein
Weinmailing im Oktober 2021 - Erlesene Weine, Feinkost und Spirituosen von Pinard de Picard - Weinhändler des Jahres 2010 & 2019 - Weinfachhandel und Weinversender

ITALIEN TRENTINO

ITALIEN TRENTINO Foradori AZIENDA AGRICOLA FORADORI MEZZOLOMBARDO Emilio und Theo Zierock: Sie schreiben die Geschichte des Weinguts weiter. Wachablösung: Elisabetta Foradori wird von Weinliebhabern wie -kritikern gleichermaßen als ungekrönte Königin des Teroldego gefeiert! Ihr Sohn Emilio tritt in ihre Fußstapfen und reüssiert nun (naturgemäß!) mit seinen Weinen! Der Teroldego, diese autochthone und lange malträtierte Rebsorte wurde und wird dank der verdienstvollen Arbeit der Azienda Agricola Foradori zu einem der großen charaktervollen Rotweine Italiens. Und von diesem Vorzeigeweingut der Region schlechthin gibt es Neues zu berichten! Denn, was viele nicht wissen: Bereits seit einigen Jahren leitet Elisabettas ältester Sohn, Emilio, voll und ganz die Geschicke des Weinguts. Er wirkte schon früh im Betrieb mit, sammelte dann im Ausland Erfahrung und kehrte 2015 zurück, um die azienda zu übernehmen. Und mit welchem Erfolg! Helmut Knall, Italien-Experte, fand kürzlich über seinen Besuch im Weingut die passenden Worte, die den jüngsten Stand der Dinge bestens widerspiegeln: „Ich erinnerte mich an sehr gute Gespräche. Und an diesen faszinierenden jungen Mann, der eigentlich gar nicht in diese unglaublich großen Schuhe seiner Mutter schlüpfen wollte, sondern in Deutschland Philosophie studiert hatte. Verständlich. Denn man nannte nie seinen Namen. Er war einfach immer nur der Sohn der legendären Mutter. Auch ich schrieb Artikel über sie. Einen hab ich letztens nach zig Jahren gelesen und dachte mir, eigentlich hab ich da fast eine Liebeserklärung geschrieben. Und ich fürchte, noch gestern hätte ich den Artikel ähnlich geschrieben. Ehrlich. Und wie es der Zufall so will, wurde ich heute eingeladen, doch einfach mitzufahren. Zum Weingut Foradori. Elisabetta Foradori war gar nicht da. Aber Emilio. Der Sohn.“ Und weiter heißt es: „Nein. Da steht nicht der Sohn. Da steht der Chef. Selbstbewusst und eloquent. Scheut sich kein bisschen, zu erklären, was er anders macht. Eh schon seit Jahren. Mit durchaus markigen Sprüchen. Die vom alten Grantler aus Wien auch prompt hinterfragt werden. Das bringt den jungen Mann nicht ein einziges Mal in Verlegenheit. Im Gegenteil.“ Und weiter: „Selten habe ich so viel Esprit und neue Ideen bei einem Wein-Produzenten gehört, wie in der kurzen Zeit mit Emilio im Weingarten und in den Kellern.“ So hat sich ganz im Stillen ein Wechsel vollzogen, durch den Elisabettas ebenso harte, liebevolle („Ich habe meinen Reben gelauscht, zugehört, was sie mir geflüstert haben und stets in höchstem Respekt vor der Natur gehandelt“) und ehrliche Aufbauarbeit der vergangenen drei Jahrzehnte, in denen sie Teroldego zu neuer Blüte geführt hat (über 30 Auszeichnungen im Gambero Rosso mit den tre bicchieri Gläsern legen davon Zeugnis ab!), behutsam und dennoch selbstbewusst weiterentwickelt wird. Die dort in Biodynamie erzeugten einzigartigen Teroldegos zählen zweifellos zu den ganz großen Wein-Persönlichkeiten der Welt! 66 PINWAND no 330 | Oktober 2021

Foradori TRENTINO ITALIEN „LEZÈR“ IGT VIGNETI DELLE DOLOMITI, ROSSO 2020 (BIO) Der jugendliche Lezèr wird immer mehr zum Kult-Teroldego! ITS010920 „Lezèr“ IGT Vigneti delle Dolomiti, rosso 2020 12,5% Vol. 20,66 €/l 15,50 € IT-BIO-006 Der „Lezèr“ von Foradori ist das beste Beispiel dafür, dass man manchmal aus der Not eine Tugend machen und damit sehr erfolgreich sein kann. Der rote Sommer-Teroldego wurde 2017 erstmals abgefüllt, als sich die Foradoris nach einem ungewöhnlich heftigen August-Hagel mit 40 % angegriffener Frucht im Weinberg dazu entschlossen, die Trauben der betroffenen Reben früh zu ernten und sie nicht lange zu mazerieren. So etwas hatten Emilio und Theo Zierock, die Söhne von Elisabetta Foradori, die schon seit 2012 für Keller und Weinberge des Weinguts verantwortlich sind, schon lange vorgehabt. Doch irgend etwas kam immer dazwischen. 2017 aber war es dann so weit, und der 2017er „Lezèr“ ist so gut angekommen, dass dieser Wein aus 90 % Teroldego und 10 % weiteren typischen Sorten des Mezzocorona nun jährlich gefüllt wird. 2020 nun war natürlich wieder ein außergewöhnliches Jahr, nicht nur wegen Corona, sondern auch weil die Natur eine echte Achterbahnfahrt hingelegt hat. Ein früher Ausbruch der Knospen kündigte eine sehr frühe Vegetationsphase an. Doch ein kalter, regnerischer Spätsommer sorgte zunächst für das genaue Gegenteil. Als es dann zum eigentlichen Erntebeginn so stark regnete, dass die Flüsse über die Ufer traten, befürchteten man bei Foradori das Schlimmste. Doch plötzlich schlug das Wetter wieder um, und es wurde warm, die Nässe trocknete schnell weg, die Trauben erhielten noch einmal einen letzten Schub, und der September wurde ein Bilderbuchmonat. So ist nun ein dichter, konzentrierter und weicher Jahrgang entstanden, der nicht nur Emilio und Theo große Freude bereitet, sondern auch uns! „Lezèr“ bedeutet im örtlichen Dialekt ja so viel wie leichtgewichtig, leicht verdaulich oder auch locker und unkompliziert. Und all das trifft auch im 2020er Jahrgang auf den „Lezèr“ zu, bei dem die Traubenhäute und Kerne nur 24 Stunden lang mit mazeriert wurden. Danach wurde abgepresst, die Gärung zu Ende vollzogen und der Wein in Amphoren, Holz und Edelstahl ausgebaut. Die Mischung macht’s bei diesem Spaßwein, der trotzdem einen ganz eigenen Anspruch und Charakter hat. Wie man an der durchsichtigen Flasche sieht, ist der „Lezèr“ kein Rosé im eigentlichen Sinne. Er orientiert sich eher an dem, was man in Bordeaux als „Claret“ bezeichnet und was nicht nur farblich, sondern auch was den Tanningehalt angeht, zwischen Rosé und Rotwein pendelt. Der Teroldego duftet nach Sauerkirschen, Roten und Schwarzen Johannisbeeren, nach einem Hauch von Teer, nach Bittermandel und Veilchen. Dazu kommt ein wenig Pomelo, auch Rauch und Unterholz. Am Gaumen ist dies ein beeriger, saftiger und runder Wein mit einer jugendlich frischen und verspielten Säure. Neben den roten und dunklen Früchten begeistern die leicht herben Noten von Tabak, Erde, Roter Bete, Stein und Kräutern. Tannin ist bei dieser kurzen Mazeration natürlich nur ansatzweise vorhanden, hinterlässt aber eine schöne Spur in diesem Rotwein, der uns noch viele Sommer- und Grillabende begleiten wird, aber auch hervorragend mit Pizza und Pasta harmoniert. Ein Wein fürs Hier und Jetzt und sicher bis 2025. 67

1997-2022 Pinard de Picard GmbH & Co. KG, Saarwellingen, Germany. ALL RIGHTS RESERVED.