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PINwand Nr 330

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Weinmailing im Oktober 2021 - Erlesene Weine, Feinkost und Spirituosen von Pinard de Picard - Weinhändler des Jahres 2010 & 2019 - Weinfachhandel und Weinversender

DEUTSCHLAND PFALZ

DEUTSCHLAND PFALZ Friedrich Becker GRAUER BURGUNDER TROCKEN, 2020 Grauburgunder, der nicht nur wegen seiner Farbe wegen auffällt: individuell, leicht nonkonformistisch und wunderbar strukturiert! DPF011120 Grauer Burgunder trocken, 2020 DV 12,5% Vol. 13,20 €/l 9,90 € Wenngleich die rosafarbenen Reflexe, das zarte Kupfer gewisse Vermutungen nahelegen: Wir haben hier einen Weißwein im Glas – und keinen Weißherbst oder ähnliches! Ausgereift sind die Grauburgunder- Trauben nämlich rötlich-grau, und bei Becker dürfen sie eben zur vollen Reifen gedeihen, bleiben dann nach der Handlese vier Tage auf der Maische, was zusätzlich Farbe, Aromen und Struktur aus den Beerenhäuten extrahiert. Was beim Weingut Becker aus den 15- bis 34-jährigen Reben, die auf Löss-, Lehm- und Kalkböden wachsen entsteht, ist ungewöhnlich und für einen Grauburgunder ungewöhnlich gut! Weder von plump-cremigem Körper, noch säurearm belanglos wie so manch ein Pinot Gris und Pinot Grigio leider allzu häufig interpretiert werden. Dabei spielen neben dem mineralischen Einflüssen des Terroirs auch die strukturbildenden Maßnahmen – das Vergären und der anschließende Ausbau im Edelstahl und im Holz sowie die vier Monate Reife auf der Feinhefe – eine wichtige Rolle. Herrlich frohlockt das Bouquet mit gelbem Steinobst (hauptsächlich Pfirsich), dezent hellroten Früchten (Hagebutte) und herbem Zitrusduft (Pampelmuse). All das ist so wohlproportioniert, dass die Lust auf den ersten Schluck wächst und wächst und wächst, ohne dass dabei die „Sorge“ mitschwingt, mit einem seltsamen Fruchtcocktail konforntiert zu werden. Am Gaumen dann präsentiert sich der Grau Burgunder als herrlich saftiger Wein mit einem fruchtigen und zartcremigen Schmelz, bis dann eine wunderbar würzige, leicht pfeffrige Frischewelle mit herbem grip heranrollt, die ihn erst so richtig süffig und lebendig erscheinen lässt, während das animierende und doch weiche Säurespiel einen idealen Kontrapunkt zum subtil süßlichen Extrakt setzt. Mit etwas Belüftung ab sofort, gerne zu Vorspeisen, Fisch und Geflügel – und bis 2025+. WEISSER BURGUNDER TROCKEN, 2020 Lässt aufhorchen: zum Essen und zum Genießen ohnehin – erfrischender Weißburgunderspaß mit Strahlkraft! DPF012120 Weißer Burgunder trocken, 2020 DV 12,5% Vol. 13,20 €/l 9,90 € Beschäftigt man sich mit dem Weingut Friedrich Becker, kommt man kaum umhin das Nachbarland Frankreich zu erwähnen. Denn die zur pittoresken Gemeinde Schweigen gehörenden Weinberge liegen tatsächlich dies- und jenseits der südpfälzisch-elsässischen Grenze. Den völlig zurecht als Pinot-Spezialisten geltenden Beckers – Fritz Senior und Junior – scheint diese Nähe zum stilistischen Vorbild Frankreich (in diesem Fall allerdings deutlich mehr Burgund als Elsass) sehr zupasszukommen ohne dass man hier auch nur einen Moment lang um den Genius Loci bzw. die pfälzische Identität ihrer Weine bangen müsste. Wird Weißburgunder gelegentlich eine – freundlich formuliert – aromatische Ausdrucksschwäche oder aber das leicht ordinäre floral parfümierte Gegenteil nachgesagt, belehrt uns dieser anregend intensiv duftende Basis-Weißburgunder eines Besseren! Bestes Traubenmaterial von Kalk- und Sandsteinverwitterungsböden (ideal für diese Rebsorte, die nicht zu leichte und trockene Böden mag), die vom klimatischen Verlauf des Jahres und der Temperaturdifferenz warmer Tage und kühler Nächten profitiert haben, was sich in einer gewissen Energie und Lebendigkeit des Weins manifestiert. Beckers Weißburgunder duftet wunderbar nach Quitte, Williams Christbirne, grünem Apfel und herben Zitronenschalen, minimal hefig, würzig und mineralisch unterfüttert. Und wie der Weißburgunder erst schmeckt! Feinfruchtig, leicht cremig, doch explodieren dann in elegantester Darbietung förmlich Frische und Saftigkeit, dabei stets von geradezu „unbekümmerter Leichtigkeit“ geprägt. Beim Nachverkosten der bereits einen Tag geöffneten Flasche zeigt sich, dass ein wenig Geduld, wie so oft, belohnt wird: Die Eleganz hat zugenommen, ein insgesamt „weiniger“ Eindruck ist entstanden, eine leichte Phenolik ist spürbar und Nussnoten machen sich in Nase und am Gaumen bemerkbar – mehr als dezente Hinweise drauf, dass wir einen fabelhaften Essensbegleiter im Glas haben! Ab sofort und bis 2024. 52 PINWAND no 330 | Oktober 2021

Friedrich Becker PFALZ DEUTSCHLAND CHARDONNAY TROCKEN, 2020 Absolut Kein Widerspruch: preislich geradezu „harmloser“ Chardonnay mit jeder Menge subtiler Power! DPF013120 Chardonnay trocken, 2020 DV 12,5% Vol. 15,33 €/l 11,50 € Auf deutscher und elsässischer Seite rund um Schweigen wachsen die zwischen 22 und 40 Jahre alten Chardonnay-Rebstöcke der Beckers auf Muschelkalk- Böden. Die gezügelte Vergärung und der weitere Ausbau fanden in großen und kleinen Eichenholzfässern statt. Nach fünf Monaten Hefelager und schonender Filtration wurde der Wein im März 2021 abgefüllt. Auch jetzt, ein halbes Jahr später, haben wir einen noch blutjungen Wein im Glas. Das zeigt sich schon am Bouquet, denn das ist anfänglich recht zurückhaltend. Langsam blendet sich reintönig gelbes Steinobst ein, ein von der Schale befreiter Pfirsich kommt hinzu. Alles sehr subtil! Minimale, vom Holz induzierte Vanille, Brot, geröstete Mandeln lassen sich mehr erahnen alles wirklich „dingfest“ machen – so federleicht ist das im Duft. Diese zarte Vielschichtigkeit offenbart sich Stück für Stück, man muss sie sich direkt nach dem Einschenken aus der gerade geöffneten Flasche förmlich erarbeiten. Das ist also nicht wie bei einem Mille-feuille, der einem die ganze Herrlichkeit quasi „vertikal“ eröffnet, wo man mit einem Bissen etwas von allem erwischt. Dafür, und das empfehlen wir im jungen Stadium ausdrücklich, braucht der Chardonnay Luft, zeigt sich dann am nächsten Tag aus dem großen Burgunderglas deutlich aromatischer, duftet dann noch (und ziemlich immens) verführerischer nach den oben erwähnten Früchten und sehr zart nach Holz. „Unser Ziel ist es, die sorteneigene, lebendige Säure der Sorte mit hoher Reife des Leseguts zu verbinden“, lässt uns das Weingut wissen. Und das spiegelt sich in einer bemerkenswerten Säure (9,5 g/l) wider, die bei diesem subtilen Kraftprotz voller Struktur und eleganter Frucht ihren ganz eigenen Charme hat und die den Wein bei einem Restzucker von 4,7 g/l knochentrocken und rassig-lebendig erscheinen lässt. Am Gaumen passiert allein dadurch momentan deutlich mehr als in der Nase. Die Frucht schmeckt ebenfalls ungemein fein, Holz zeigt sich nur kurz und keck, dafür durchzieht eine herrliche, feinsalzige, mineralische Spur jeden Schluck. Ab sofort mit Belüftung und bis 2025+. 53

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