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PINwand Nr. 329

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Pinard de Picard Weinmailing, Ausgabe Okober 2021 - Erlesene Weine, Feinkost und Spirituosen von Pinard de Picard - Weinhändler des Jahres 2010 & 2019 - Weinfachhandel und Weinversender

DEUTSCHLAND PFALZ Von

DEUTSCHLAND PFALZ Von Winning In Subskription, Auslieferung ab Frühjahr 2022 KALKOFEN RIESLING GROSSES GEWÄCHS RIESLING 2020 4,96 ha pure Kalk-Erotik DPF050820 Kalkofen Riesling Großes Gewächs Riesling, 2020 48,00 €/l 36,00 € DPF050820M Kalkofen Riesling Großes Gewächs Riesling, 2020 MAGNUM 54,66 €/l 82,00 € Der Deidesheimer Kalkofen ist eigentlich kein Geheimtipp mehr im Lagenportfolio Von Winnings. Aber klar ist, zu 36€ erhält man hier einen Pfälzer Riesling, der über viele Jahre stets zur Spitze zählt und für uns daher intern immer liebevoll als „GGG“, ein „Ganz Große Gewächs“ tituliert wird. Die rund 5ha umfassende Lage bietet alljährlich einen der besten Rieslinge aus dem Hause Von Winnings. Der Name ist hier Programm. Erstmals 1533 erwähnt, deutet der Lagenname auf den ehemaligen Kalkofen hin, der im 15. Jahrhundert hier zu verorten war. Bis ins 19. Jahrhundert wurde hier Kalk zur Ziegelbrennerei gewonnen. Wir sind uns sicher, Attmann könnte weitaus mehr speziell für seinen Kalkofen verlangen, denn viel trennt diesen Wein nicht von den Prestigelagen Pechstein und Kirchenstück. Das Deidesheimer Terroir, fast direkt hinter dem Weingut liegend, ist einfach derartig stark. Der Wein verkörpert die pure Expression des Bodens. Diese Lage zählt stets zu unseren absoluten Favoriten aus dem Hause Von Winning. Vielleicht das beste Große Gewächs, wenn man die Preiswürdigkeit miteinfließen lässt? In jedem Fall bekommt man selten so viel mineralischen Riesling für kleines Geld geliefert. Der Kalkofen ist stets kraftvoll, gleichwohl tänzerisch verspielt, finessenreich und hat immer einen angenehmen Grip am Gaumen! Die Frucht ist getragen von warmen gelben und exotischen Aromen. Und dann ist da diese unfassbare, ja geile Feuerstein- Mineralität, welche die rund 60 Jahre alten Rebstöcke aus dem Boden saugen: hier schmeckt der Kalkboden durch, mit einem salzigen, jodigen und fast staubig kernigen Unterton, absolut packend. Es duftet hier grünwürzig, nach Akazien. Dahinter dann eine Wand von Frucht, Mandarinen, Orangen, Sternfrucht. Am Gaumen packt der Wein in seiner derben würzig-salzigen Aromatik zu, haftet sich regelrecht an die Zunge. Das ist echter Terroir-Wein, ein Pfälzer Paraderiesling, dessen noble Frucht am Mittelgaumen so richtig in Fahrt kommt, der dann zum Ausklang wieder ganz subtil ausklingt. Er wirkt durch seinen schönen Säurebogen einerseits frisch, mit Zug, gleichzeitig verfügt er über eine hohe Extraktsüße, eine sich wunderbar ergänzende Kombination, was diesen Wein einfach, verzeihen Sie die klaren Worte, superlecker macht. In den letzten drei Jahren war es enorm wichtig, alte Reben zu besitzen, denn die Trauben mussten schon enorme Anstrengungen unternehmen, um im warmen und trockenen Sommer an Nährstoffe und Wasser zu kommen. Hier zeichnet sich dann wieder ab, warum Große Lagen zu Recht ihren Status besitzen. Fast unbeeindruckt von der Natur widersetzen sie sich allen Strapazen und bringen exzellente Trauben hervor. Der ungehobelte Kalkofen profitiert übrigens unserer Meinung nach am meisten vom weiteren Halbjahr auf der Hefe. Seine dralle Frucht wird regelrecht wieder auf Spur gebracht, die Kalkaromatik tritt noch intensiver hervor. Kein Wunder, dass Attmann im burgundischen Bild gesprochen jene Lage mit dem Meursault-Charmes vergleicht: „Kalkofen ist warmherzig und schön, hat eine Balance, die augenfällig ausgewogen ist.“ Zu genießen ab Freigabe, Höhepunkt wohl ab 2024 bis 2038. 46 PINWAND no 329 | Oktober 2021

Von Winning PFALZ DEUTSCHLAND In Subskription, Auslieferung ab Frühjahr 2022 UNGEHEUER RIESLING GROSSES GEWÄCHS 2020 „Ungeheuer viel Kalk“ – Stephan Attmann DPF050720 Ungeheuer Riesling Großes Gewächs, 2020 48,00 €/l 36,00 € Das Forster Ungeheuer zählt klar zu den berühmtesten Lagen der Pfalz. Schon Fürst Bismarck prägte einst den Ausspruch: „Dieses Ungeheuer schmeckt mir ungeheuer!“ Weilte denn der alte Reichskanzler noch unter uns, dürfte er diesen Ausspruch auch für den aktuellen Jahrgang gelten lassen. Für Stephan Attman ist 2020 ein Jahrgang, den er klar über den 2018er stellen würde, in Punkto Zugänglichkeit auch gegenüber den Langstreckenläufern aus 2019 vorzieht. „Wenn ich überlege, dass viele der Spitzenweine mehr als 20 Jahre Potenzial haben, freue ich mich über einen 2020er, der auch früher seine Größe zeigt.“ Die südöstlich geneigte Hanglage dieses auf hartem Kalkfelsen und vulkanischem Basaltgestein gepflanzten Wingerts bedingt durch die optimale Erwärmung des steinigen Bodens die vorbildliche Ausreifung der Trauben und Ausbildung wunderschöner, fast schon wollüstig anmutender Fruchtaromen. In seinem Buch „Zur Lage des Deutschen Weins“ betont Dr. Daniel Deckers die Vorteile der Lage, welche auch heute noch eine gewichtige Rolle einnehmen, speziell in den letzten etwas trockeneren Jahren: „Von Frankreich heranziehende Wolken haben längst abgeregnet, bevor sie die Pfalz erreichen, so daß hier nur mittlere Niederschlagsmengen gemessen werden. Trotzdem sind Trockenschäden auch in sehr heißen Sommern so gut wie unbekannt, denn unterirdische Wasserzuflüsse aus den bergan liegenden Wäldern versorgen die Reben mit ausreichend Feuchtigkeit.“ Das Ergebnis ist ein intensiver Riesling, dessen Boden für sich sprechen („Ungeheuer viel Kalk gibt es in unseren fünf Parzellen der Lage.“). Es duftet nach reifen Birnen und Pampelmusen, die mit dem feinen mikrooxidativem Holzausbau und dem langen Hefelager eine intensive Vermählung eingehen. Ein Ungeheur mit enormer Kraft, geradlinig aber von anschmiegsamer Frucht begleitet. Die Stoffigkeit leitet den Wein, wirkt aber gegenüber 2019 nochmals feiner, ja seidiger. Die Fruchtintensität schreit nach Forster Terroir, wird aber vom kalkigen Mundgefühl am Gaumen abgepuffert. Der reifen Frucht steht der brachiale Boden entgegen, Basalt und Kalk grüßen mit salziger Raffinesse! Da steppt ein rassiges Rennpferd an einem vorbei und man hat das Gefühl, nur wenige Zentimeter entfernt zu sein, so sehr rauscht dieser Riesling am Gaumen entlang. 47

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