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PINwand Nr. 327

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Weinmailing Ausgabe August 2021 - Erlesene Weine, Feinkost und Spirituosen von Pinard de Picard - Weinhändler des Jahres 2010 & 2019 - Weinfachhandel und Weinversender

DEUTSCHLAND BADEN Holger

DEUTSCHLAND BADEN Holger Koch maischevergorene Anteil setzt nämlich auch bei diesem Wein tatsächlich das Ausrufezeichen – er bedingt diesen wunderbaren grip, die feinstoffige, seidige Textur und eben auch diese herrlich animierende Frische. 76EDITION PINARD DE PICARD WEISSBURGUNDER „STEINFELSEN“, 2020 Holger Kochs „Steinfelsen“ – exklusiv bei Pinard de Picard DBA010620 Weißburgunder „Steinfelsen“, 2020 (Edition PdP) 13% Vol. 18,60 €/l 13,95 € Im Vinum Weinguide 2020 findet sich ein Zitat, das Holger Koch und seine Weine perfekt charakterisiert: „Innerhalb von 20 Jahren hat sich Holger Koch mit seinem von den Eltern übernommenem Weingut an die Spitze Deutschlands vorgearbeitet. Dabei ist er immer gern unter dem Radar der großen Weinszene geflogen und hatte kein Problem mit seiner von Understatement geprägten Rolle. Und so sind auch seine Weine.“ Entsprechend steckt hinter seinem Weißburgunder „Steinfelsen“ bereits eine komplexe Denkleistung, ein Anspruch, mit dem man sich erst einmal auseinandersetzen muss, um den Wein voll und ganz zu verstehen. Er stammt aus Bickensohler Weinberglagen, die seit der Flurbereinigung in den 1970er-Jahren zu Großlagen zusammengelegt wurden, die nun mehrere Dutzend Hektar umfassen. Daher kommt es bei vielen Lagen mehr auf die Gemarkung, also einen bestimmten Teilbereich an. Und diese Gemarkungen (oder „Gewanne“) werden bei Winzern wie Holger Koch natürlich jeweils getrennt ausgebaut. In unserem Fall stammt der Weißburgunder aus dem Gewann „Amerika“. So nennen die Kochs diesen Weinberg schon sehr lange. Er liegt noch hinter dem „Ozean“ und ist vom Weingut in gut zehn Minuten (ein flotter Traktor vorausgesetzt) zu erreichen. „Amerika“ liegt vergleichsweise hoch und nach Westen ausgerichtet, was in Anbetracht des Klimawandels in Zukunft durchaus von Vorteil sein könnte. Bei den Weinen aus „Amerika“, das in diesem Fall zur Ortslage Bickensohler Steinfelsen gehört, hat man bereits einen ähnlichen Anspruch wie in der Drei-Stern-Kategorie, der Wein ist allerdings nach Freigabe schon deutlich zugänglicher. Die 2020er- Version des Weißburgunders duftet nach Steinobst, weißen Blüten, Mandeln und einem Hauch Orangenzeste. Eine wunderbare Würzigkeit durchzieht den Wein im Bouquet ebenso wie am Gaumen, wo man die Frucht zunächst eher „hintergründig“ wahrnimmt, die Würze dominiert in Form einer gewissen Nussigkeit und Kräutern. Wesentliches Stilmittel des Weins: die Maischevergärung. Während 94 % der Weißburgunder-Trauben entrappt und nach einer Standzeit in der gekühlten Presse sehr langsam ins gebrauchte 1200-Liter-Fass gepresst wurden, hat Holger den restlichen Anteil wie einen Orange-Wein mit Stielen und Stängeln sowie mit Kernen und Traubenhäuten vergären lassen. Der Wein, der daraus entstanden ist, wurde dann dem klassisch vergorenen Anteil vor dem Ausbau wieder hinzugefügt, was bei diesem Wein für ein großes Plus sorgt. Dieser 76 PINWAND no 327 | August 2021 Was den „Steinfelsen“ natürlich zu einem idealen Speisenbegleiter macht, auch zu eher „außerbadischen“ Krustentieren oder Salzwasserfischen, zumal wenn sie mit kräuterbetonten bzw. gehaltvollen Saucen gereicht werden. Aber auch zum klassischen „Rahmgeschnetzelten“ läuft dieser Tropfen zur Hochform auf. Zu genießen ab sofort, bis 2030+. GRAUBURGUNDER „STEINFELSEN“, 2020 Grauburgundisch – steinfelsig – großartig! DBA010720 Grauburgunder „Steinfelsen“, 2020 (Edition PdP) 13% Vol. 18,60 €/l 13,95 € Als Holger Koch den elterlichen Betrieb übernahm, wurden die Trauben, wie üblich, noch an die Genossenschaft geliefert. Über viele Jahre – und für einen Winzergenerationenbetrieb doch in Windeseile – krempelte er den Betrieb komplett um. Zuwider waren ihm das anspruchslose Konzept, zu gut die potenziellen Qualitäten seiner Heimat. Klar war von Anfang an: Man muss nicht jedem gefallen. Das ist eine Attitüde, die gerade beim Grauburgunder fast schon revolutionär anmutet, handelt es sich doch um eine Rebsorte, die in vielen Betrieben fast schon gleichschmeckende Weine ohne Individualität hervorbringt. Weine, die jeder mag, die niemandem wehtun. Bei Holger Koch ist das anders. Sein „Steinfelsen“-Grauburgunder schimmert etwas dunkler als die meisten anderen Exemplare dieser Rebsorte im Glas, der Schalenkontakt der Burgundertrauben ist offensichtlich. Auch die für ihn schon traditionelle Zugabe von maischevergorener Trauben (hier beläuft sich der Anteil auf 7 %) bringt eine Struktur in den Wein, die viele andere Betriebe lieber glattbügeln bzw. gar nicht erst zulassen. Die Trauben stammen aus der kühlen und windigen Westlage „Amerika“. Ja, dies ist der Name dieser Terrasse, die ihn deshalb von Kochs Vorfahren bekommen hat, weil sie so weit vom Weingut entfernt liegt. Um dorthin zu gelangen, muss man folgerichtig dann auch erst einmal den „Ozean“ durchqueren – so heißt die Lage vor „Amerika“. Doch zurück zum Wein: Hier duftet es sehr

Holger Koch BADEN DEUTSCHLAND zart nach Meyer-Zitronen nebst der etwas herben Note der weißen Schale. Eine zarte, perfekt eingebundene Holzfassnote – der Grauburgunder wurde sieben Monate in gebrauchten 500- und 1200-Liter-Gebinden auf der Vollhefe ausgebaut – dient diesem so feinen wie seriösen, wunderbar nachhaltigen Burgunder nur als Rahmen. Am Gaumen zeigt sich der Grauburgunder zart und cremig, wie im Grunde alle von Holgers Weißweinen in diesem Jahr geradezu ideal proportioniert. Er ist etwas fülliger als der „etwas karger“ (Holger Koch) geratene Vorgänger, dabei von seidiger Konsistenz. Der Steinfelsen „in Grau“ ist wieder bildschön geworden, ein über die Maßen erfrischender Wein, der an einen Gang über Streuobstwiesen denken lässt, an frisch aufgeschnittene Äpfel samt Schalen, an „dunkle“ Birnen, an Melone und Kräuter erinnert. Ein bemerkenswert eleganter, animierend würziger Grauburgunder, der enorm viel Substanz bietet und in seiner Preisklasse – in wirklich allen Belangen – wohl konkurrenzlos ist! Zu genießen ab sofort, bis 2028+. CHARDONNAY „STEINFELSEN“ TROCKEN, 2020 Holger Kochs Chardonnay „Steinfelsen“ verbindet französische Finesse mit badischer Substanz zu einem außergewöhnlichen Basis-Chardonnay. Und diese Gemarkungen werden bei Winzern wie Holger Koch natürlich jeweils getrennt ausgebaut. In diesem Fall liegen sie vergleichsweise hoch und nach Westen ausgerichtet. Das hat den Effekt, dass die Sonne erst spät am Mittag erscheint und der Wind durch die Weinberge pfeift. Früher war das häufig ein Problem, heute, mit dem Klimawandel ist es eine der zukunftsträchtigsten Lagen. Der „Steinfelsen“ bietet nun den Einstieg in die Welt der Koch’schen Chardonnay. Und der hat es in sich! Holger Koch versteht es, badische Weine mit französischer Eleganz zu erzeugen. Dazu tragen die exzellenten kleinbeerigen Chardonnay-Klone aus dem Nachbarland bei, aber auch der Ausbau in Stockinger-Fässern – State of the Art, gewissermaßen. In wärmeren Jahren geht er zudem dazu über, einen Teil der Frucht auf der Maische zu vergären, also einen Orangewein zu erzeugen, den er zu kleinen Teilen dann zurück in den klassisch erzeugt Wein gibt. Dadurch bekommen die Chardonnays nicht nur eine kraftvolle Farbe, sondern mehr Struktur, einen Hauch von Gerbstoff, vor allem aber einen Zusatz an Frische. Im Duft erinnert der Wein an knackige Birnen, gelb wie grün, an Zitrusabrieb und ein paar Kumquats, an Mirabellen und Renekloden, zerstoßenen Kalk und an ein Birnenkompott mit Sahne. Das Holz – ein gebrauchtes 1200-Liter-Fuderfass bzw. tonneau – nimmt man nur äußerst dezent wahr. Auch am Gaumen besitzt der Wein einen cremigen Charakter, wirkt seidig und elegant, dabei verbindet sich die Frucht mit einer feinen Würze, wirkt strukturiert und klar, nicht zuletzt dank des leichten Gerbstoff-grips am Gaumen. Der Chardonnay „Steinfelsen“ verbindet dabei eine beeindruckende Konzentration mit Frische und Finesse. Das ist schon ganz weit vorne in diesem Preisbereich! Diesen Wein kann man jetzt und sicher bis 2028 und länger mit Freude trinken. DBA011520 Chardonnay „Steinfelsen“, 2020 (Edition PdP) 12,5% Vol. 19,93 €/l 14,95 € Wer auf die Website des Bickensohler Winzers Holger Koch schaut, der sucht nach seinen Chardonnay noch vergeblich. Website ist nicht sein Ding. Der Winzer steht lieber im Weinberg, wo er die ersten Chardonnay-Anpflanzungen vor fünf bis zehn Jahren getätigt hat – in weiser Voraussicht, da der Chardonnay einige Vorteile gegenüber den anderen weißen Burgundersorten mitbringt. Vor allem im Vergleich zum Grauburgunder. Der Chardonnay kommt vor allem besser mit wärmeren und trockeneren Jahrgängen zurecht. Mittlerweile vinifiziert Holger Koch den Chardonnay in unterschiedlichen Stufen und neben dem Bickensohler Herrenstück auch aus dem Bickensohler Steinfelsen. Die Weinberglagen von Bickensohl sind seit der Flurbereinigung in den 1970er-Jahren in Großlagen zusammengefasst, sodass sie mehrere Dutzend Hektar umfassen. Im Falle des Steinfelsens sind es mehr als 77, deren Parzellen teils deutliche Unterschiede in der Bodenstruktur zeigen, wie auch in der Höhe und Ausrichtung zur Sonne. Daher kommt es bei den Lagen mehr auf die Gemarkung an, also auf den Teilbereich. 77

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