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PINwand Nr. 327

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Weinmailing Ausgabe August 2021 - Erlesene Weine, Feinkost und Spirituosen von Pinard de Picard - Weinhändler des Jahres 2010 & 2019 - Weinfachhandel und Weinversender

SPANIEN BIERZO Ortega

SPANIEN BIERZO Ortega BIERZO – DIE NEUE KLASSIFIKATION Auch im Bierzo weiß man schon lange, was gut, was notwendig ist. Daher bedient man sich hier des burgundischen Stufenmodells, das man den Verhältnissen der noch jungen denominación de origen (DO-Status seit 1989) angepasst hat. Auf der untersten Stufe der Qualitätspyramide stehen die Weine, die „nur“ das DOP-Siegel „Bierzo“ tragen (Vinos de la Región – regionale Qualitätsweine), dann folgen die Vinos de Villa (Dorf-, Gemeinde- oder Ortsweine, der klassische „Village“), darauf folgt, und das gibt es im Burgund nicht, der Vino de Paraje. Hierbei handelt es sich um eine spezifische Zone, ein lieu-dit oder eine Lage innerhalb einer Ortschaft oder Gemeinde sein. Man kann sich das als „Nachbarschaft“, quartier oder eine Art „Stadtviertel“ denken, nur dass dieses Viertel eben auch „mitten in der Landschaft“ liegen kann. Das „Kleingedruckte“ der Lagenklassifikation schreibt für den Vino de Paraje vor, dass 100 % der verwendeten Trauben von einem Ort stammen müssen, der im Register der DO Bierzo namentlich aufgeführt ist. Der Wein kann aus mehreren Weinbergen innerhalb derselben Zone stammen. Und: Der Ertrag muss mindestens 25 % unter dem in der DO für die regionalen Basisweine zulässigen Höchstwert liegen. Darüber wird’s dann wieder einfacher, jetzt sind wir bei der Viña Clasificada (was einem Premier Cru entspräche) bzw. der Gran Viña Clasificada (dem Grand Cru) angelangt. „QUITE“ DO BIERZO, TINTO 2019 Nach dem Jahrhundertjahrgang ist vor dem Jahrhundertjahrgang: Verónica Ortegas 2019er „Quite“ ist einfach wieder großartig! SBI020219 „Quite“ DO Bierzo, tinto 2019 13% Vol. 18,53 €/l 13,90 € Bierzo und Mencía ist wie Burgund und Pinot Noir – ein Doppel, dass man immer zusammen denken muss, eine Form der Symbiose, die wir lieben. Und dieses Liebesverhältnis hat sich heftig intensiviert. „Schuld“ daran ist Véronica Ortega, schuld sind ihre unglaublich inspirierenden (und inspirierten) Weine, allen voran der field blend auf Mencía-Basis (Alicante Bouchet, Palomino und Doña Blanca sind auch mit von der Partie) „Quite“. Der Name rührt von einem Begriff aus dem Stierkampf her (Verónicas Vater Rafael war ein Torero), der Bezeichnung für ein Ablenkungsmanöver mit dem capote, dem großen, außen purpurroten und innen gelben Tuch. Wir lassen uns furchtbar gerne von sämtlichen technischen Details (die Mencía-Reben sind über 80 Jahre alt, die Trauben werden entrappt, Gärung im Edelstahl, acht Monate Ausbau in gebrauchten Fässern unterschiedlicher Größe aus französischer Eiche) ablenken und widmen uns dem Wein, der nach ganz betörend nach Veilchen, Brombeeren, roten Johannisbeeren und Schwarzkirschen duftet. Dazu eine zart reduktive, leicht flintige Note, die sich gen Gewürze und zart-ätherischen Kräutern hin auflöst. Am Gaumen leuchtend hell, grandiose Kombination von saftiger Frucht und „atlantischer“ Mineralität, die der immer präsenter werdenden Frucht eine elegante Kühle verleiht. Wunderschön auch das perfekt integrierte, feinkörnige Tannin, da anregende Spiel von Frucht und Säure, die Mischung aus seidiger Konzentration und raffiniert gesteuertem Trinkfluss. Liebe Kunden, mit dem 2019er bieten wir Ihnen mittlerweile den „verflixten“ siebten Jahrgang des „Quite“ an. An dieser Tradition wollen wir unbedingt festhalten! Ab sofort ein Genuss und bis sicher 2025+. 60 PINWAND no 327 | August 2021

Ortega BIERZO SPANIEN „KINKI“ DO BIERZO, TINTO 2020 Federleicht und von Jahr zu Jahr immer noch ein wenig schöner: „Kinki“ – oder die unbeschwerte Leichtigkeit des Weins SBI020620 „Kinki“ DO Bierzo, tinto 2020 12,2% Vol. 36,00 €/l 27,00 € Gleich vorweg: „Kinki“ entspricht, entgegen aller anderslautenden Gerüchte, im Spanischen nicht dem englischen „kinky“. Der Name von Verónica Ortegas leichtfüßigem, extrem schlankem Mencía (mit einem etwa 15-prozentigem Anteil weißer Rebsorten – hauptsächlich Palomino, Godello und Doña Blanca) verweist auf einen aus diversen Gründen zurückhaltenden Außenseiter mit (sagen wir einmal) eher anarchisch kanalisierter Energie. Was die Sachlage durchaus trifft, sogar ganz programmatisch ist – auf jeden Fall in Sachen Energie und was die Lage „im wilden Außen“ angeht erst recht! Die Trauben für den „Kinki“ stammen von stark schieferhaltigen Böden im 750 Meter Höhe rund um Cobrana (zum ersten Mal sind auf dem Etikett der paraje „La Llamilla“ und die Ortschaft „Congosto“ dokumentiert) werden für den Wein – grappes entières – in einem offenen Eichenholzbottich mit 5000-Liter Fassungsvermögen vergoren, der Wein reift dann acht Monate lang in gebrauchten Barrique- und 800-Liter-Tonamphoren (in letzteren ähnlich wie im Jura eine ganze Zeit lang sous voile). Bei aller jugendlichen, fast „elektrischen“ Spannung, Nervosität (im absolut positiven Sinn!) und wunderbarer Wildheit, besitzt der „Kinki“, auf dessen Etikett eine beeindruckende aromatische und strukturelle Tiefe bzw. Tiefenschärfe, die gerade einmal 11,5 Volumenprozent Alkohol unterstreichen das sogar: Im Duft strahlend helle, in Teilen süßliche Sauerkirschfrucht, im Kern süße Waldbeeren von fast ätherisch-frischer Fruchtigkeit, ein Hauch Minze (zartgrün, dann leicht balsamisch-rauchig), am Gaumen dann die mehrdimensionale, weit aufgefächerte „Übernahme“ des Spektakels, mehr Frucht (wieder Kirsche, wieder Beeren), mehr Säure (herrlich präzise), ein energetischer tannischer grip und eine absolut inspirierende, extrem trinkanimierende Salzigkeit. Wir sind komplett überzeugt: „Kinki“ ist das neue sexy! Und wir wollen mehr davon, 3.600 Flaschen (immerhin 100 mehr als letztes Jahr) für die ganze Welt sind einfach zu wenig … Ab sofort und jetzt gleich, am besten gekühlt (von 12–16 °C ist alles möglich). Problemlos bis 2026+. 61

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