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PINwand Nr 325

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Weinmailing Ausgabe Juli 2021 - Erlesene Weine, Feinkost und Spirituosen von Pinard de Picard - Weinhändler des Jahres 2010 & 2019 - Weinfachhandel und Weinversender

ÖSTERREICH

ÖSTERREICH SÜDSTEIERMARK Tement „FOSILNI BREG RESERVE“ SAUVIGNON BLANC, 2017 Nur in den besten Jahren: die Reserve vom Zieregg auf slowenischer Seite! OST011817 Domaine Ciringa, „Fosilni Breg Reserve“ Sauv. Blanc, 2017 DV 12,5% Vol. 26,60 €/l 19,95 € AT-BIO-402 „Da der Ruf der Domine Ciringa nicht so bekannt ist wie der von Tement, sind die Preise immer noch sehr vernünftig und die Qualität ist 100 % Tement. Ich wiederhole mich möglicherweise damit, dass Armin Tement (unterstützt von Bruder Stefan und seiner Frau Monika sowie seinen Eltern Manfred und Heidi) das Weingut Tement zum österreichischen Weinproduzenten Nummer eins gemacht hat. Obwohl es bereits in den 1990er- und 2000er-Jahren von Armins Vater Manfred zu einer der besten Weinadressen des Landes geführt wurde, hat der Sohn die Grenzen noch weiter verschoben. In Bezug auf Größe, raffinierte Vinifikation und das immense Angebot an hochwertigen Weinen sehe ich in Österreich niemanden, der Wein auf diesem Niveau produziert, und selbst in anderen deutschsprachigen Ländern gibt es vielleicht nur Markus Molitor von der Mosel in dieser Liga.“ Soweit Stephan Reinhardt (Robert Parker’s Wine Advocate) über die Entwicklung des Weinguts und den Geheimtipp, die Domaine Ciringa. Mit diesem Sauvignon Blanc haben wir es quasi mit der höchsten Ausbaustufe, dem Spitzenwein der Domaine Ciringa zu tun, dem slowenischen Pendant zur Zieregg Reserve. Armin Tement entscheidet sich für diesen Wein nun in den besten Jahrgängen, wenn alles zusammenpasst und sich der Wein auch im Keller in die gewollte Richtung entwickelt. Die Reserve verbringt ganze 24 Monate auf der Feinhefe und wird dann unfiltriert abgefüllt. Ein Wein, der einen in seiner intensiven Art zunächst fast anzuspringen scheint. Die Nase verbreitet eine Prise Exotismus (Ananas und Sternfrucht), um dann am Gaumen gleich vom metallischen und tief eingeschmolzenen Aromenkern dieses Weins gezügelt zu werden. Der ist kompakt, reduziert, ja beinahe schon beinahe streng in seiner geradlinigen Ausstrahlung. Bei aller Klarheit hat man dann den Eindruck, dass die pure Mineralität diesen kraftvollen und expressiven Wein regelrecht bändigt. Das macht auf jeden Fall sehr neugierig, denn hier brodelt die Rassigkeit der Sauvignon-Traube im Glas, die würzig und exotisch zugleich ausfallen kann. Dieser Sonnenstrahlfänger zeigt sich subtil und streng, bleibt kraftvoll und wahrt doch Contenance. Ein hochkomplexer Wein, dem man sich gerne nähert, dann hingibt, um ihn in all seiner Tiefe zu verstehen. Der einen auf Anhieb berührt, der aber auch ein gewisses Quantum Zeit fordert, will man sein ganzes Ausmaß begreifen. Etwas prosaischer: Ungeheuer viel Wein fürs Geld und eine Sauvignon-BlancInterpretation des, die man andernorts vergeblich suchen wird – Top-Tipp! Diese Reserve vom Sauvignon Blanc bereitet auf Anhieb Freude, hat Potenzial bis sicherlich 2026+. „ALFRED“ WERMUT DRY Alois & Manfred, Gölles & Tement machen zusammen „Alfred“, den steirischen Wermut! OST011317 „Alfred“ Wermut dry GV 17% Vol. 30,00 €/l 22,50 € AT-BIO-402 Weine mit Kräutern zu versetzen ist wahrscheinlich so üblich, wie das Weinmachen alt ist. Schon im vorderen Orient, bei Griechen, Ägyptern und Römern hat man Kräuter, Rinden und Zitrusfrüchte in den Wein geben. Damals hat es sicher viel damit zu tun gehabt, dass die Weine oft von mediokrer Qualität waren. Bestimmte Weine wurden jedoch auch als Heilmittel und natürlich auch als Aphrodisiakum und zur Erlangung einer rituellen Trance eingesetzt. Die moderne Form eines solchen aromatisierten Weins stammt wohl aus dem 16. Jahrhundert aus Savoyen. Tonangebend wurde dabei das Wermut-Kraut Artemisia absinthium. Ein guter Wermut braucht erfahrene Macher. Und damit kommen wir zu Alois Gölles und Manfred Tement. Die beiden alten Freunde – sie haben 1974 bis 1979 zusammen die Schulbank an der Höheren Bundeslehrund Versuchsanstalt für Wein- und Obstbau in Klosterneuburg gedrückt – hatten die Idee, ihre ganz eigene Version eines Wermuts zu kreieren. Herausgekommen ist Alfred, zusammengesetzt aus den Anfangsbuchstaben von Alois und den endenden Buchstaben von Manfred. Alfred ist ein ausgesprochen klassischer Wermut, vor allem in der Dry-Version mit gerade einmal 15 Gramm Zucker pro Liter. Hier drücken sich die herben Noten des Wermutkrauts besonders klar aus. Sie verbinden sich mit Kardamom, Thymian, Fenchel, Koriander, Rosenblättern und Orangenschalen zu einem herben Tonikum, das durch die fruchtigen Grundweine von Tement in Balance gebracht wird. Mit seinem Mehr an Wermutkraut und weniger an Kardamom ist dieser Wermut Dry die perfekte Basis für einen der angesagtesten Drinks unserer Zeit: den Negroni. Es steht allerdings Nichts im Wege, den trocken Wermut mit seiner hohen Adstringenz auch pur auf Eis oder mit ein wenig Soda zu genießen. Dann zeigt er unverfälscht, was er wirklich in sich hat. 90 PINWAND no325 | Juli 2021

Tement SÜDSTEIERMARK ÖSTERREICH „ALFRED“ WERMUT SEMI-DRY Vermouth à deux: Alois Gölles & Manfred Tement und ihr „Alfred“ Wermut semi-dry AT-BIO-402 OST011417 „Alfred“ Wermut semi-dry GV 17% Vol. 30,00 €/l 22,50 € Über Manfred Tement muss man in der Weinszene eigentlich kein Wort mehr verlieren. Kaum ein anderer Winzer hat seine Region so geprägt, wie es Tement in der Steiermark getan hat. Er ist einer der ganz Großen, und das sind auch sein Weine – allen voran jene aus der Lage Zieregg. Nun hat er das Weingut im Laufe der letzten Jahre an seine Söhne übergeben und ist nur noch beratend tätig. „Zeit für etwas Neues“, dachte er sich wohl, als er seinen alten Schulkameraden Alois Gölles traf. Der hatte seit der Zeit, in der sie beide von 1974 bis 1979 zusammen die Schulbank in der Höheren Bundeslehr- und Versuchsanstalt für Wein- und Obstbau in Klosterneuburg drückten, selbst Karriere gemacht. Die Manufaktur Gölles war längst weltbekannt für ihre Brände und auch für Essige. „Warum also nicht etwas Gemeinsames machen”, dachten sich die Herren und setzten eine Idee in die Tat um. Das Ergebnis ist Alfred – der Name ist zusammengesetzt aus den Anfangsbuchstaben von Alois und den Endbuchstaben von Manfred. Alfred ist ein Wermut, und Wermut ist aktuell so „in“ wie selten zuvor. Dass zwei Meister ihres jeweiligen Fachs etwas ganz Besonderes kreieren würden, war eigentlich klar. Doch das Ergebnis hat uns dann doch überrascht; denn der Wermut „Alfred“ ist kompromisslos klassisch in seiner Anmutung. Tonangebend ist natürlich das Wermut-Kraut Artemisia absinthium. Während es in vielen Wermutweinen, die wir kennen, aromatisch nur eine Nebenrolle spielt, steht das adstringierende Heilkraut hier im Mittelpunkt. Bei der Version des Semi-Dry mit 40 Gramm Zucker (mit bis zu 50 Gramm dürfte der Wermutwein eigentlich als Dry bezeichnet werden, allerdings hat der Alfred Dry lediglich 15 Gramm Zucker) hat Gölles eine Spur weniger Wermutkraut zugunsten von Kardamom eingesetzt. Weiterhin wurden mazeriert: Thymian, Fenchel, Koriander, Rosenblätter und Orangenschalen. Das Ergebnis ist ein herbes Tonikum, das gekonnt vom fruchtigen Tement’schen Grundwein aufgefangen und in Balance gebracht wird. Der „Alfred“ in der Variante semi-dry ist lebendig, würzig, erdig und zugleich fein, fast elegant und sehr charakterstark. Er funktioniert als Aperitif ebenso wie als Digestif. Als Apéro würden wir ihn auf Eis mit Tonic und ein wenig Orangenschale servieren. Als Digestif nehmen wir ihn pur auf Eis. A la votre! 2018 ZEICHNETE DAS MAGAZIN DER FEINSCHMECKER WEIN- PIONIER MANFRED TEMENT MIT DEM „WINE AWARD“ FÜR SEIN LEBENSWERK AUS! 91

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