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PINwand Nr 325

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Weinmailing Ausgabe Juli 2021 - Erlesene Weine, Feinkost und Spirituosen von Pinard de Picard - Weinhändler des Jahres 2010 & 2019 - Weinfachhandel und Weinversender

ÖSTERREICH

ÖSTERREICH SÜDSTEIERMARK Tement MORILLON „MUSCHELKALK“, 2019 (BIO) 92 Falstaff-Punkte: We want more, more, Morillon! OST010319 Morillon „Muschelkalk“, 2019 (BIO) GV 12,5% Vol. 19,86 €/l 14,90 € AT-BIO-402 „Es ist fast überflüssig zu erwähnen, aber im 60. Jahr seines Bestehens zeigt uns das Weingut Tement eine weitere herausragende Auswahl an Weinen.“ So läutete Stephan Reinhardt (Robert Parker’s Wine Advocate) seinen letztjährigen Jahrgangsbericht aus dem südsteiermärkischen Kultweingut ein – was gestern, heuer und morgen galt, gilt und wohl gelten wird! Denn im Wesentlichen zeichnet sich das Weingut Tement durch eine ungemeine Konstanz aus, die lediglich durch Verfeinerung verändert wird. Die macht sich vor allem beim Morillon, dem Chardonnay, wie ihn die Winzer aus der Südsteiermark nennen, bemerkbar. An ihm zeigt sich auch, welchen Vorsprung sich die Tements im Vergleich zur allgemeinen Entwicklung in der Südsteiermark erarbeitet haben. Wir haben es hier offiziell mit einem Gutswein zu tun, doch die Messlatte liegt hier viel höher. Der 12,5 Volumenprozent leichte, bio-zertifizierte Morillon wurde über 18 Monate in neutralen Eichenfässern ausgebaut. Der Holzeinfluss ist hier nicht „aromatisch“, sondern in der enormen Tiefe des Weins spürbar, während die Frucht im Hintergrund zu schweben scheint. Der Morillon duftet wie der Name nahelegt in der Tat leicht kalkig und nach Gebäck (langer Ausbau auf der Hefe!), später erst tauchen zart-florale Noten, dann auch Apfelabrieb, etwas Birne und exotisch anmutende Früchte (Mango?) auf. Was diesen Morillon auch auszeichnet, ist saftige, seine schlanke Art, die feine – am Gaumen präsentere, dabei immer schwebende – Frucht (jetzt auch gelbe Pflaumen und etwas Quitte) und eine salzig-zitrische Komponente miteinander verbindet. Das ist ein Weißwein, der sich trotz vermeintlicher „Basis“-Qualitäten mit Luft enorm aufbaut und ständig neue Facetten zeigt. Und dennoch besitzt er bei aller Strukturiertheit auch einen wunderbar „trinkigen“ Charakter nebst ungemein harmonischem Nachhall. Ein Einstiegswein nicht umsonst die Visitenkarte eines Weinguts – mit höchstem Anspruch. Bleibt man in diesem Bild, dann ist diese Visitenkarte von Hand auf Büttenpapier geprägt: typisch Tement! Denn wo sie an der Qualitätsschraube drehen können, tun sie’s. Das ist (unserer Meinung nach) auch das Verdienst von Armin Tement, der in den letzten Jahren, trotz aller Spitzenwertungen, weiterhin konsequent und möglicherweise noch kompromissloser als je zuvor an der Qualität seiner Weine feilt. Ab sofort und bis sicherlich 2027+. Armin Tement hat den Stil der Weine nochmals verfeinert! 78 PINWAND no325 no324 | Juli Juni 2021 © Lehmann Herbert

Tement SÜDSTEIERMARK ÖSTERREICH WELSCHRIESLING „WEINSTOCK“ ALTE REBEN, 2018 (BIO) Welschriesling? Ein Unikat mit 93 Falstaff-Punkten! OST010618 Welschriesling „Weinstock“ Alte Reben, 2018 (BIO) 13% Vol. 57,20 €/l 42,90 € AT-BIO-402 „Wenn du erfolgreich sein willst, darfst du nicht darauf hören, was die Masse macht. Wer seiner Zeit voraus ist, ist deshalb immer auch ein wenig einsam.“ – Manfred Tement Diesen Leitsatz haben die beiden Söhne Manfred Tements bestens verinnerlicht. Denn heute kann man Weißwein von der Südsteiermark mühelos vermarkten, ohne größeren Aufwand zu betreiben zu müssen. Aber Armin Tement ist einen anderen Weg gegangen, hat die Weine nochmals präziser und puristischer interpretiert. Eine Tatsache, die sicherlich aufgeschlossenere Weinliebhaber erfordert, dafür aber mit umso schöneren Unikaten begeistert. Speziell der Welschriesling ist Armins Steckenpferd und ein höchst persönliches Anliegen. Denn diese autochthone Rebsorte besitzt eine Aromatik, die keine andere Rebsorte hervorbringt und auch ansonsten schwer zu greifen ist. Beim „Weinstock“ handelt es sich um uralte Reben aus einer südöstlich exponierten Parzelle des Zieregg, die auf Muschelkalk gedeihen. Es gibt den unkomplizierten und süffigen Typ Welschriesling, der ein leichter Sommerwein sein kann und Interpretationen wie diese, die eine mineralische Komplexität und einen Anspruch ausstrahlen wie die größten Weißweine der Welt. Salzigkeit und Würze stehen hier im Vordergrund und Aromen, die eine kräutrige Note einbringen, wie man sie eher vom Gin kennt, der aus der Wacholder-Beere gewonnen wird. Und dann ist da noch eine feine Frucht, ein Hauch von gelben Pflaumen, aber auch Pampelmusen. Der „Weinstock“ ist ein Grenzgänger, kaum greifbar, mit Luftkontakt changierend zwischen Aromenwelten, die völlig gegensätzlich erscheinen. In Verbindung mit dem langen Ausbau auf der Feinhefe, sowohl im Stahltank als auch burgundischen pièces, ergibt dies einen mineralischen Wein, der zwischen flintigen und fruchtigen Aromen wandert, dabei eine innere Spannung ausstrahlt, die einzigartig ist. Ein Purist par excellence und unbedingt probierenswert! Zu genießen ab sofort. Höhepunkt wohl 2022–2035+. 95 Punkte SUCKLING SAUVIGNON BLANC EHRENHAUSEN „KORALLENKALK“, 2019 (BIO) Korallenkalk: Kraft und Seidigkeit OST010419 Sauvignon Blanc Ehrenhausen „Korallenkalk“, 2019 (BIO) GV 12,5% Vol. 23,93 €/l 17,95 € AT-BIO-402 Es ist wie es ist (sagt Pinard de Picard): Die beiden Ortsweine von Tement bleiben für uns echte Musthaves und Terroir-Gewächse sui generis! Beim Kitzeck- Sausal dominiert der Schiefer und sorgt für eine dunkle, zuweilen anfänglich reduktive Aromatik, wohingegen der Sauvignon Blanc aus Ehrenhausen durch den Kalkboden enorm an Kraft gewinnt und eine fast schon polierte, „fugenlos seidige“ Haptik am Gaumen entwickelt. Genauer handelt es sich hierbei um reinen Korallenkalk mit Lehmauflage, der hier das Terroir bestimmt, das Klima ist gemäßigt und ideal für den Ausbau von Sauvignon Blanc geeignet. So entsteht hier ein Wein, der schon auf prägnante Weise all das zusammenfasst, was sich später noch einmal deutlicher in den Weinen der Einzellagen zeigt. Um dies herauszuarbeiten, vergären die Tements den Wein spontan und langsam, bis er die angestrebten 1,2 Gramm Restzucker – ein homöopathisches Quantum – erreicht hat. Dann reift der Ehrenhausen über 18 Monate hinweg auf der Feinhefe im großen neutralen Holzfass, bevor er auf die Flasche gezogen wird. Der „Korallenkalk“ von 2019 zeigt schon in der Nase seine Intensität an. Der Sauvignon Blanc schiebt sich hier, umrahmt von einer absolut subtilen Holznote, mit einer „feinporigen“, leicht rauchigen sur-lie-Komponente im Bouquet aus dem Glas. Dann: Frucht (über allem ein Zitrusschleier) auf Kalk – reifer gelber Pfirsich, etwas Ananas, ein Hauch Sternfrucht, von vegetabil-würzigen Noten (ätherisch-balsamische Kräuter, etwas Wacholderbeeren) flankert. Der Einfluss des Kalks ist hier spürbar, wird aber wiederum durch den frühen Lesezeitpunkt und den puristischenn Ausbau des Weins gezügelt, sodass das exotische Moment des Sauvignon Blancs nicht zu üppig, nicht zu plakativ gerät. Am Gaumen zeigt sich der Wein animierend und rund, hat sehr wohl Substanz, wobei sein seidiges Mundgefühl und der zarte Druck am Gaumen für eine gewisse „innere Ruhe“ sorgen. Erst im verblüffend langen Nachhall zeigt sich eine energetische, zitrisch-herbe Rassigkeit. Das ist ein spektakulär schöner Wein, der nicht nur die Tement’sche Stilistik, sondern auch die prägende Kraft der Kalkböden brillant veranschaulicht! Ab sofort bis leicht 2030+. 79

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