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PINwand Nr 325

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Weinmailing Ausgabe Juli 2021 - Erlesene Weine, Feinkost und Spirituosen von Pinard de Picard - Weinhändler des Jahres 2010 & 2019 - Weinfachhandel und Weinversender

DEUTSCHLAND PFALZ

DEUTSCHLAND PFALZ Rebholz DE-ÖKO-003 IM SONNENSCHEIN WEISSER BURGUNDER GG, 2020 (BIO) Ungeschminkter Weißburgunder mit ganz eigener Philosophie DPF030420 Im Sonnenschein Weißer Burgunder GG, 2020 (BIO) 64,00 €/l 48,00 € DPF030420M Im Sonnenschein Weißer Burgunder GG, 2020 MAGNUM (BIO) 68,00 €/l 102,00 € Es gibt zwei Schulen beim Weißburgunder, die für uns beide ihre Berechtigung haben. Den französisch orientierten Burgunder, der niemals auf Holz und Hefeausbau verzichtet, dabei unter feinstem Holzeinsatz einen Strukturwein ergibt und den Puristen, der die Mineralität und Geradlinigkeit der Rebsorte behalten will, dabei auf neutralen Ausbau und Klarheit setzt. Hansjörg Rebholz und seine beiden Zwillingssöhne, Hans und Valentin, die seit zwei Jahren ihre Ideen federführend im Betrieb einbringen, sind klare Vertreter letztgenannter Philosophie. Für sie verdeckt Barrique die Feinheit des Weißburgunders, genauso wie jegliche Fruchtsüße nur verschleiert, drum bauen sie ihn im Stahl aus und lassen ihn so trocken wie nur möglich vergären. Um diesen kargen Stil zu fahren bedarf es eines großen Terroirs, sonst wirkt das Resultat blass und mager. In der sonnenverwöhnten Südpfalz bietet sich dafür der „Im Sonnenschein“ an. Die GG-Lage hat unterschiedliche Böden, die Weißburgunder stehen auf Muschelkalk, der vor 220 Millionen Jahren entstand. Kalk und große Burgunder in Subskription, Auslieferung ab September 2021 gehören einfach zusammen. Zudem bekommen die Trauben in dieser besonders privilegierten Lage mit Südausrichtung extrem viel Sonne ab, geraten hocharomatisch. Das Ergebnis ist ein feiner Weißburgunder, der zart aus dem Glas steigt, dabei frei von Röstnoten auskommt und trotzdem zart rauchig erscheint. Es duftet flintig und salzig, auch nach reifen Zitronen und weißen Blüten. Diese blanke Erscheinung, die pure und strahlende Art hat etwas Erhabenes. Am Gaumen ist der „Im Sonnenschein“ blank und geschmeidig, erneut mineralisch-salzig, besitzt aber auch feinen Schmelz, ohne zu sehr in Cremige abzudriften. Ein Wein, der eine klare Kante besitzt und sich doch immer ausgewogen und fein zeigt. Weißer Burgunder, der den Boden transportiert und dabei den Ausbau in den Hintergrund rückt. Das muss nicht jedem gefallen, dürfte aber die Herzen aller Puristen höher schlagen lassen. Nach Freigabe im Herbst 2021 für ein primärfruchtiges Trinkfenster zu genießen, Höhepunkt 2025 bis nach 2033. DE-ÖKO-003 MANDELBERG WEISSER BURGUNDER GG, 2020 (BIO) „Terroirwein par excellence.“ – Hansjörg Rebholz DPF033220 Mandelberg Weißer Burgunder Großes Gewächs, 2020 (BIO) 64,00 €/l 48,00 € DPF033220M Mandelberg Weißer Burgunder GG, 2020 (BIO) MAGNUM 68,00 €/l 102,00 € in Subskription, Auslieferung ab September 2021 Die Lage Birkweiler Mandelberg liegt 500 Meter südöstlich vom „Kastanienbusch“ entfernt. Dort stehen die Rebholz-Rebstöcke in 250 Metern Höhe an einem windund regengeschützten Osthang. Wie der „Siebeldingen im Sonnenschein“ und „Birkweiler Kastanienbusch“ gehören die Lagen zu den „VDP.Große Lagen“ und ohnehin zu den besten in der ganzen Pfalz. Die Reben wurzeln in 240 Millionen Jahren alten Muschelkalkböden. Die Steine speichern einerseits die Tageswärme, die sie in der Nacht abzugeben, andererseits sind sie für den hohen freien Kalkanteil im Boden verantwortlich. Dieser Kalkanteil, ähnlich wie er im Burgund und in der Champagne vorkommt, ist eine ideale Voraussetzung für den Anbau der weißen Burgundersorten. Und die Unterschiede in den Kalkböden ergeben einen noch differenzierteren Weinstil als ihn der qualitativ gleichwertige „Sonnenschein“ zulässt! Der „Mandelberg“ zeigt eine höhere Reife, Konzentration und Dichte, hat mehr Volumen und Frucht gegenüber dem doch sehr puristischen „Im Sonnenschein“. Beim 2020er zieht Hansjörg Rebholz Parallelen zum 2007er, der sich, wir können dies durch einige „Zehn-Jahre-danach-Proben“ bestätigen, als formidabler Jahrgang erwiesen hat, dessen anfängliche Fruchtintensität mit der Reife abgeschmolzen ist, aber genügend Substanz gelassen hat, die den Weinen eine (scheinbare) Alterslosigkeit verleiht. Regelrecht zitrisch duftet es hier aus dem Glas, duftige Meyer-Zitronen, Pomelo und Grapefruitabrieb begleiten den Eindruck. Während die Nase sich voll und ganz den Agrumen widmet, besticht der Mandelberg am Gaumen durch Cremigkeit, seidige Struktur und feine Würze. Er zeigt sich krafvoll und ausgewogen, erinnert sogar an grünen Rharbarber, unterlegt von Meersalz und einer hauchfeinen Phenolik, die noch andeutet, in welch embryonalen Stadium sich dieser Weißburgunder befindet. Nicht ein Jota Exotik findet sich in diesem Wein, und doch überzeugt er durch Schmelz und Kraft am Gaumen. Dieser großartige, knochentrocken vergorene „Mandelberg“, frei von jeglichen Barriquenoten und dienender Fruchtsüße, feiert den Minimalismus à la Rebholz – opulent ist das Terroir! Ab Freigabe im Herbst 2021 zu genießen, Höhepunkt wohl 2023 bis 2032+. 30 PINWAND no325 | Juli 2021

Rebholz PFALZ DEUTSCHLAND Next Generation: Valentin und Hans sind die Zukunft dieses Vorzeigebetriebs © Peter Bender 2019: 95-96 Punkte ROBERT PARKER DE-ÖKO-003 GANZ HORN RIESLING GROSSES GEWÄCHS, 2020 (BIO) Der Ganz Horn entspringt dem typischsten Terroir der Pfalz: Buntsandstein DPF031720 Ganz Horn Riesling Großes Gewächs, 2020 (BIO) 68,00 €/l 51,00 € DPF031720M Ganz Horn Riesling Großes Gewächs, 2020 (BIO) MAGNUM 72,00 €/l 108,00 € Das „Siebeldinger Ganshorn“ war vor der Weingesetzänderung von 1971 eine Lage im heute als VDP.Große Lage geadelten „Siebeldinger Im Sonnenschein“. Kein Wunder, dass Hansjörg Rebholz es sich bei seiner Typ- Rebholz- Naturwein-Philosophie seit 2007 nicht nehmen lässt, die Trauben aus dem „Schotterhang“ für sein Riesling Großes Gewächs separat zu selektionieren und auszubauen. Zu speziell und bestens geeignet für Riesling ist der Boden, den neben pfalztypischen Buntsandstein eine Mischung aus Kies, Lehm und Sand prägen. Mit sensationellen Auszeichnungen wurde der Rebholz’sche Instinkt vielfach ausgezeichnet. Allein im letzten Jahrgang räumte das Große Gewächs 95-96 Punkte in Robert Parker’s Wine Advocate ab und Stuart Pigott (James Suckling) vergab sogar 97 Punkte. Im Jahrgang 2020 zeigt sich jener Riesling am kräftigsten von allen vier Großen Gewächsen. Es ist der intensive Riesling, der mit würziger Nase, Anklängen von Zitronen, ja eher frisch geriebenen Zesten, Birnen und Apfelschnitzen von Streuobstwiesen zu überzeugen weiß. Das lädt ein, regt förmlich den Durst an und wirkt in seiner Klarheit äußerst nobel und geschliffen. So zeigt sich der Riesling auch am Gaumen, wo er seidig und elegant über die Zunge gleitet. Dabei offenbart er eine rauchige, faste flintige Aromatik und stets in Subskription, Auslieferung ab September 2021 Anklänge von Birnen und feinste Mineralität, die mit ihrer salinen Ausstrahlung wie eine weiche Feder den Gaumen kitzelt und sich mehrfach im Abgang zeigt. Eine reife, perfekt eingebundene Säure zieht den Weißwein bis weit in den Nachhall, verleiht ihm – bei aller Frucht – Frische. Ein heller, klarer Kopf, so sortiert und präzise wie ein im Bauhaus-Stil errichtetes Haus. Das ameublement ist ganz im Rebholz-Stil gehalten, bringt also enormes Entwicklungs- und Reifepotenzial mit! Geduld und Zeit sollten Sie, liebe Kunden, bei diesem weiteren Langstreckenläufer aus der Kollektion von Großen Gewächsen auch mitbringen. Das ist jetzt schon faszinierend, wie er athletisch und ohne Speck kraftvoll heranstürmt und für lange Zeit mitreißt. Mit seiner irren Physis aus nobler Frucht, reifer und wohltuendem Säure-Zug wird ihm über ein Jahrzehnt hinaus die Puste kaum ausgehen. Er wird sich seine Kräfte ohne Faszinationsverlust nur ein wenig eleganter einteilen und weiter auf die vordersten Medaillenplätze preschen. Ab Freigabe im Herbst 2021, besser allerdings ab 2025 bis 2034 zu genießen. 31

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