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PINwand Nr. 324

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Weinmailing Ausgabe Juni 2021 - Erlesene Weine, Feinkost und Spirituosen von Pinard de Picard - Weinhändler des Jahres 2010 & 2019 - Weinfachhandel und Weinversender

DEUTSCHLAND PFALZ

DEUTSCHLAND PFALZ Seckinger Boden reguliert, die Begrünung zwischen den Rebzeilen bleibt lange stehen, es wird nicht entblättert, der Schatten ist wichtig für die Trauben. Im Keller dann Ganztraubenpressung für zehn bis zwölf Stunden, spontane Gärung, volle Fässer, leichte Oxidation. Das ist vom Gedanken ähnlich gemacht wie bei Weinen aus dem Jura oder Burgund. Oder wie beim Opa. Der hat damals ähnlich gearbeitet, ohne Analytik, aber mit viel Gefühl für den Wein.“ „Unser Ziel ist es, alle Weine maximal mit 90 Oechsle zu ernten, sodass wir nicht über 12,5 Volumenprozent Alkohol hinausschießen. Das ist ein wichtiger Ansatz, ebenso wie die sehr bedachte Verwendung von Schwefel, die etwas von der klassischen Lehrbuchmeinung weggeht – die ja bekanntlich eher auf Nummer sicher geht.“ so Jonas Seckinger. Seine Spielwiese sind unbekannte wie große Lagen der Pfalz und abseits des Chardonnays primär Riesling, Weißburgunder und Grauburgunder. So besitzt das Weingut Seckinger in Deidesheim (Petershöhle, Leinhöhle, Mäushöhle, Herrgottsacker, Kieselberg, Langenmorgen Paradiesgarten) ebenso legendäre Lagen wie in Ruppertsberg (Reiterpfad!) und im kalkreichen Königsbach den berühmten Ölberg. Spontanvergärung ist der Ausgangspunkt im Keller. Technische Mittel gibt es nicht, wenn man von den urklassischen Vinifikationsmethoden absieht. Es ist das lange Voll-Hefe-Lager der Weine, speziell beim Riesling (die Erträge der Lagenrieslinge liegen bei 15 bis 30 Hektoliter pro Hektar!) ein Holzfassausbau mit Orientierung nach Elsaß oder alten Rieslingen vom kultigen Pfälzer Weingut Koehler-Ruprecht und lange Maischestandzeit um die Struktur der Trauben in den Wein zu transportieren. Der Schwefel wird hier nicht verteufelt, allerdings auf ein absolutes Minimum zurückgefahren und nur dann eingesetzt, wenn die Weine danach verlangen. In diesem Punkt unterscheidet sich das Weingut Seckinger dann auch von extremen Naturwein- Dogmatikern, die aufgrund ihrer starren „Philosophie“ bewusst Weinfehler in Kauf nehmen. Oberste Prämisse bei den Seckingers: Echtes Handwerk führt uns zurück zu den Wurzeln. Werte Kunden, unser Neuzugang interpretiert die Mittelhaardt auf formidabel eigenständige Weise und überzeugte uns nach längerer Beobachtung mit urwüchsigen Weinen, die sich mit ihrer Charakterstärke tief ins Weingedächtnis einbrennen. Wir präsentieren Ihnen erstmals die erfrischend nonkoformistische Kollektion aus Niederkirchen, die mit würzigen und animierenden Burgundern überzeugt und mit den raren Lagenrieslingen (16 Monate Fassausbau!) bereits in der Spitzenklasse angekommen ist. Ein Betrieb, der in Insiderkreisen heiß diskutiert wird und von dem wir garantiert noch sehr viel hören werden! 56 PINWAND n°324 | Juni 2021

Seckinger PFALZ DEUTSCHLAND RIESLING „VOM LÖSS“ TROCKEN, 2020 (BIO) „Schon die Gutsweine sind extrem offen am Gaumen und von einer Länge und Würze, die in dieser Kategorie ihresgleichen suchen.“ – Gault&Millau Weinguide 2020 DPF100620 Riesling „Vom Löss“ trocken, 2020 DV 11,5% Vol. 10,66 €/l 8,00 € DE-ÖKO-039 Jonas, Lukas und Philipp wollen zeigen, was sie können. Darum gehen sie schon beim Gutswein keine Kompromisse ein. Dieser intensive Riesling vom Löss- und Buntsandsteinboden (die Trauben stammen überwiegend aus Ruppertsberg und Niederkirchen) entsteht per Ganztraubenpressung und wird dann überwiegend im Edelstahl ausgebaut. Durch Zugabe einer im Holzfass ausgebauten Partie, erhält der Riesling eine für einen Gutswein beachtliche Struktur. Es duftet hier fein nach Quitten, Zitronen und gelben Pflaumen. Das Bouquet ist fein, offen, ohne zu fruchtintensiv zu geraten. Viel mehr definiert sich dieser Pfälzer Riesling über seine feine Struktur und zarte Würze. Dabei erzeugt er trotz lediglich 11,5 Volumenprozent Alkohol eine bemerkenswerte Spannung am Gaumen. Es ist das Wechselspiel zwischen rassigen Extrakten und der fein integrierten Säure, welche dem Gutswein einen derartigen Höhenflug beschert. Für uns einer der schönsten Gutsweine der Pfalz. Bedenkt man, dass das Weingut Seckinger erst 2012 gegründet wurde und nun mittlerweile von den drei jungen Gebrüdern geleitet wird, wird schnell klar, wie viel Potenzial hier schlummert. Trinkfenster: Ab sofort bis etwa 2025 – und gerne aus großen Gläsern genießen. GUTSWEIN MIT ANSPRUCH! GRAUBURGUNDER „VOM KALKSTEIN“, 2020 Stoffiger Grauburgunder aus dem tonneau DPF100720 Grauburgunder „Vom Kalkstein“, 2020 DV 12,5% Vol. 12,00 €/l 9,00 € 2012 wurde das Weingut Seckinger gegründet. Seit dem Jahrgang 2015 ist Jonas Seckinger voll im Betrieb. 2019 wurde er bereits vom Falstaff als Newcomer des Jahres nominiert. Der Weg der Seckingers ist ein steiniger und mühsamer, dafür werden die Brüder umso mehr belohnt. Kein Wunder, bei ebenso preiswerten wie anspruchsvollen Weinen wie diesem. Er trifft mit seiner Herangehensweise nicht nur den aktuellen Zeitgeist, sondern hebt sich auch verdientermaßen vom Gros der Grauburgunder ab, die man ansonsten in der Kategorie unter zehn Euro vorfindet: Aromenintensive, fruchtige aber auch glatte Burgunder, bewusst ohne Ecken und Kanten vinifiziert. Die Trauben stammen hier von Kalkstein sowie Lössböden der Südpfalz. Sie wurden nicht zu reif gelesen, weshalb der Grauburgunder 12,5 Volumenprozent Alkohol nicht überschreitet. Spontanvergärung ist hier wie bei allen Weinen Pflicht. Um die Struktur der Rebsorte zu unterstützen, wandert er ins überwiegend gebrauchte Holzfass. Das Ergebnis ist ein Burgunder, der zart reduktiv und nach Birnen und Äpfeln riecht. Am Gaumen zeigt er sich dicht, betont gar ein wenig die speckige Seite der Rebsorte. Dabei fließt er zartwürzig und fein über den Gaumen, ohne puristisch zu erscheinen. Denn für Jonas, der durchaus seine Vorbilder im Elsaß sucht, gilt es den Charakter der Rebsorte zu bewahren. Darum zeigt sich der Wein bei aller Leichtigkeit durchaus aromenintensiv und komplex, ohne seine Wucht aus reif gelesenem Traubenmaterial zu ziehen. Trinkt sich zwischen 9–12 °C serviert ideal. Potenzial bis mindestens 2025. 57

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