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PINwand Nr. 322

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Weinmailing Ausgabe April 2021 - Erlesene Weine, Feinkost und Spirituosen von Pinard de Picard - Weinhändler des Jahres 2010 & 2019 - Weinfachhandel und Weinversender

SPANIEN KATALONIEN

SPANIEN KATALONIEN Recaredo 92 Punkte PARKER „ALOERS“ DO PENEDÉS, BLANCO 2018 (BIO) Xarel·lo-Know-how, allerfeinst! SPE010318 „Aloers“ DO Penedés, blanco 2018 10,5% Vol. 23,93 €/l 17,95 € ES-ECO-019-CT Sollte dieser reinsortige Xarel·lo ein erster Hinweis auf die kommenden Schaumweinqualitäten von Recaredo sein, dann dürfen sich Ton Mata und sein Team getrost einen Moment zurücklehnen und der Dinge harren, die da kommen! Denn der 2018er-Jahrgang der verschiedenen Xarel·lo-Weine erscheint uns noch ein wenig stärker, profunder, vielschichtiger und in seiner Komplexität sogar noch eleganter als der (in Winzerkreisen immerhin) hochgelobte 2016er! Der „Aloers“, der nach den im Mittelalter hier ansässigen Freibauern (Bauern, die Land besaß bzw. eine „Hausmacht“ besaßen und keine Pacht entrichten mussten) benannt wurde, stammt aus dem von Kalk geprägten Weinberg Pedra Blanca in der Gemeinde Subirats. Der Xarel·lo wird spontan vergoren, wobei er sechs Stunden auf den Stilen und Häuten bleibt. Nach erfolgter Gärung liegt er zwei Monate lang im Edelstahl auf der Feinhefe und wird dann ohne jegliche Schönung, unfiltriert und ohne Zugabe von Schwefel abgefüllt. Der 2018er „Aloers“ duftet im ersten Moment angenehm nach Hefe, die eine zart-rauchige Komponente ins Glas bringt. Nach und nach verflüchtigen sich diese Duftwölkchen, eine anfänglich eher zurückhaltende Fruchtigkeit dominiert nun (in Teilen) das Geschehen, Birnenquitten und noch ein wenig unreife Birnen, gelbe Steinfrucht (Pflaume bis Mirabelle) und eine Melange ätherisch-herber Kräuter (Fenchel, mit fast – für wenige Augenblicke – schon kräuterteeähnlicher Intensität) und einen leicht „mostigen Einschlag“, von dem es sich auf die etwas längere Maischestandzeit schließen lässt. Am Gaumen zeigt sich herrlich subtiler, fast schon in extremis verfeinerter Xarel·lo, der trotz seiner „schmalen“ 10,5 Volumenprozent Alkohol eine bemerkenswerte Tiefe und Struktur vorweisen kann. Parkers Mann in Spanien, Luis Gutiérrez, hat noch keinen Jahrgang des „Aloers“ besser bewertet und favorisiert diesen Xarel·lo ohne alle „Interferenzen“ – die sortentypische Fenchelnote leuchtet entsprechend klar. Neben dem geringen Alkoholgehalt gefällt ihm vor allem die „durchgehende Säure“ (wem nicht?), etwas, was man aus den „Erfahrungen mit den Schaumweinen gelernt hat. Mit jedem neuen Jahrgang scheinen sich Präzision und Transparenz zu verbessern.“ Beides lässt sich auch wunderbar im animierend würzigen und leicht salzigen Finale nachvollziehen! Mit großem Genuss ab sofort und bis 2025+. „CAN CREDO“ DO PENEDÉS, BLANCO 2017 (BIO) Celler Credos „Hauswein“, der auch höchsten Ansprüchen genügt! SPE010417 „Can Credo“ DO Penedés, blanco 2017 12% Vol. 36,66 €/l 27,50 € ES-ECO-019-CT Wie schon beim „Aloers“ stammen die Xarel·lo-Trauben für den „Can Credo“ („Can“ ist die verkürzte Form von „Casa“, also „Haus“) von den von Kalk geprägten Böden des Weinbergs Pedra Blanca in der Gemeinde Subirat. Für den „Hauswein“ kommt nur der sogenannte „mosto flor“ zum Einsatz, einen ersten Most, den man nur durch Schwerkraft oder leichten Druck durch die Saftpressungen des „desvinado“ bzw. „estrujado“ erhält. Auch für den „Can Credo“ wurde der Xarel·lo spontan vergoren, allerdings in Gärbehältern aus Eichenholz. Eine gewisse Maischestandzeit gönnt man dem Wein ebenfalls, anschließend erfolgt der Ausbau für einen Monat im Holz (bâtonnage während dieses Zeitraums inklusive), um dann in den Edelstahltank zu wechseln, wo er für weitere 17 Monate reift und schließlich ohne Schönung, unfiltriert und ohne Schwefelzugabe abgefüllt wird. Celler Credos „Can Credo“ duftet – noch im Stadium erster Verschlossenheit – rebsortentypisch nach Fenchel und mediterraner Macchia, kräuterwürzig, dabei aber überraschend kühl (der trockene und heiße Jahrgang ließ anderes erwarten …), nach einer Weile dann Fenchelpollen auf feuchtem Kalkstein, fast synchron dann auch eine (wiederum wie in Stein und Honig gehüllte) Frucht (Quitte, Birne), die sich mit noch mehr Luft in zitrische Gefilde aufmacht. Am Gaumen (wie auch in der Nase) ist der Holzeinsatz kaum wahrzunehmen, macht sich allenfalls als Texturgeber bemerkbar. Jetzt auch hier ein Umschlag gen Agrumen, saftigsäuerliche Mandarine nebst Schale, eine leicht salzig anmutende Mineralität und ein würziger, sehr „heller“ Bitterton im Finale. An Eleganz, Tiefenschärfe und Finesse kaum zu überbietender Xarel·lo – großes Kino! Ab sofort (und nicht zu kühl!) bis 2027+. 94 PINWAND °322 | April 2021

Recaredo KATALONIEN SPANIEN „RATPENAT“ DO PENEDÉS, BLANCO 2018 (BIO) Wunderbarer Macabeu im Zeichen der Fledermaus SPE010518 „Ratpenat“ DO Penedés, blanco 2018 11% Vol. 34,53 €/l 25,90 € ES-ECO-019-CT So schön, so unbeschwert trinkanimierend, werte Kunden – soviel sei jetzt schon verraten – dieser Wein auch ist, so bedauerlich ist es (zumindest ein kleines bisschen), dass Celler Credo für diesen Wein nicht auf das spanische Pendant zu „Ratpenat“ ausgewichen ist … Und sei es nur aus musikalischen oder sprachmelodischen Gründen. Denn die katalanische Fledermaus, die sich von der kastilischen um keinen Deut unterscheidet (vom Habitat einmal abgesehen), hieße dann „Murcielago“. Und zusammen mit der Traubensorte, aus der dieser Wein gewonnen wird, ließe es sich ganz hübsch alliterieren. Wir sind aber mehr als dankbar, dass dieser Wein existiert, zeigt sich hier doch wieder der tatsächlich in allen Details nachhaltige Ansatz von Recaredo bzw. Celler Credo, die dieses Projekt bereits 2013 zusammen mit dem Naturkundemuseum von Granollers initiiert haben, bei dem der Schutz von Flora und Fauna eine besondere synergetische Rolle spielt. Die Zusammenarbeit zielt darauf ab, die Bedeutung der Fledermaus innerhalb des Ökosystems als effizienter natürlicher Insektenfresser zu untersuchen und diese Forschungsergebnisse zu verbreiten. Celler Credo arbeitet zu diesem Zweck mit anderen, ähnlich nachhaltig agierenden Landwirten und Weinbauern zusammen, die diese Werte teilen, die letztlich auf Landschaft, Terroir und Identität beruhen. Das Ergebnis dieses gemeinsamen Bemühens ist der „Ratpenat“, der aus einem einzigen Weinberg im Norden von Piera stammt, dessen Böden – völlig außergewöhnlich und im Penedés vermutlich einzigartig – vor allem aus Tonglimmerschiefer und Quarz bestehen. Der „en vaso“, also in Buscherziehung angelegte, zwei Hektar große Weinberg liegt im kleinen Tal der Riera Seca. Das Alter der Macabeu-Reben beträgt 30 Jahre. Der „Ratpenat“ ist – wie die Fledermaus auch – ein eher leises Geschöpf, dabei unglaublich gewandt und doch ein wenig mysteriös. Im Duft wird sofort wieder eine zusätzliche Tiefendimension, die allen Celler- Credo-Weinen eigen ist erfahrbar. Ein anfangs dunkles Konglomerat aus Frucht und würziger Mineralität, im Duft wohlige Hefenoten, eine Spur Blütenhonig, Kräuter (Verveine), dann auch Frucht (Birne, Quitte, eine Spur Bergamotte), alles sehr klar und immer reintöniger. Am Gaumen dann wiederholen sich die Eindrücke, jetzt von einer präzisen Säure zielsicher geleitet, die dabei perfekt in den mineralischen Gesamtzusammenhang integriert ist: traumschön und fledermauszart! Ab sofort und leicht und leise bis 2024+. 92 Punkte PARKER © Blai Carda 95

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