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PINwand Nr. 322

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Weinmailing Ausgabe April 2021 - Erlesene Weine, Feinkost und Spirituosen von Pinard de Picard - Weinhändler des Jahres 2010 & 2019 - Weinfachhandel und Weinversender

SPANIEN KATALONIEN

SPANIEN KATALONIEN Recaredo „TURÓ D’EN MOTA“ BRUT NAT. CORPINNAT, BLANCO 2007 (BIO) Einzellage und Schlüssel zur Transzendenz! SCO010507 „Turó d’en Mota“ Brut Nature Corpinnat, blanco 2007 11,5% Vol. 172,00 €/l 129,00 € ES-ECO-019-CT Turó d’en Mota ist die weingewordene Ode Recaredos an die Natur, das Terroir, an die Frucht des Weinbergs im vertrauten Einverständnis mit dem Winzer, der die ungeschriebenen Gesetze seiner Umwelt beachtet und respektiert. Turó d’en Mota repräsentiert, trotz oder gerade wegen seiner Stellung als Prestige-Cuvée des Porfolios, die Eleganz der Einfachheit: ein Weinberg, eine Rebsorte, ein Jahrgang und eine Produktionslauf von – für 2007, dem nach Wine Advocate-Verkoster Luis Gutiérrez neben 2001 und 2004 besten Cava- Jahrgang der 2000er – insgesamt 4.539 Flaschen (Degorgierdatum unserer Allokation: 4. Dezember 2020, Hefelager: 151 Monate). Die Trauben für diesen sortenreinen Xarel·lo stammen aus einer nord bis nordöstlich exponierten Lage des gleichnamigen Weinbergs Turó d’en Mota („turó“ bedeutet auf Katalanisch „Hügel“) – einer der insgesamt 14 „Parajes Calificados“, von denen der D. O. Cava inzwischen sechs verlustigt gegangen sind. Nur in besonders exzellenten Jahren werden für Recaredos Spitzenschaumwein zusätzlich Trauben einer weiteren kleineren Parzelle (derselben Lage) mit Südostausrichtung gelesen. Aber auch in diesen als exzellent klassifizierten Jahren hält man hier die Erträge niedrig, für 2007 waren das knapp über 6.500 Kilogramm Lesegut, was 22 Hektoliter pro Hektar entspricht. Aber wen kümmern schon die nüchternen Zahlen angesichts der Komplexität und atemberau benden Schönheit, die sich im Glas mit einer geradezu „vehementen“ Finesse und einer verblüffenden Jugendlichkeit (das wunderbare Mousseux!) offenbart? Im Duft zarte Rauchnoten, Mandel-Brioche, grüne Kaffeebohnen, wilder Fenchel, ein Hauch Pinienhonig und gelbe Steinfrüchte, am Gaumen (Bitter-)Mandeln, kandierte, in Blätterteig gebackene Zitronen, traumhaft integrierte Säure und eine fast schon abgründige Mineralität, welche die Reife dieses schlicht sensationellen espumoso geradezu transzendent erscheinen lässt. Ab sofort bis sicherlich 2037+. 97 Punkte GUÍA PEÑÍN CELLER CREDO „ALTERNATIVLOSES“ STILLWEINPROJEKT Wer die Geschichte von Recaredo kennt oder hier zwischen den Zeilen gelesen hat, versteht recht bald, warum man hier neben außergewöhnlichen Schaumweinen auch erstklassige Stillweine produziert. Ein Winzer, der seinen Wein in nuce und en detail verstehen will, muss sich zwangsläufig und intensiv mit seinem Terroir auseinandersetzen. Denn dort ist schließlich die DNS der Weine zu finden. Basierend auf einer „Trial-and-Error-Strategie“ beginnt Recaredo unter dem Namen „Celler Credo“ ab 1990 in kleinem Maßstab Stillweine zu produzieren. Herangehensweise auch hier die bewusste Arbeit nach streng biodynamischen Aspekten. Als übergeordnetes Ziel wieder die Essenz der Landschaft, der Nukleus der eben auch mediterranen Herkunft, indem man auf Lehm, Kalk und Kies mit Xarel·lo, Macabeu und Parellada arbeitet. Mittlerweile sind es ganze acht Hektar Rebfläche die Celler Credo bewirtschaftet. Und auch hier findet eine stete Entwicklung statt. Es kann daher nicht verwundern, dass hier Weine unterschiedlichster Art und Weise entstehen (Hefelager, Maischestandzeit, geringer Zusatz von Additiven), die dennoch und unweigerlich unverkennbar eigen sind. 92 PINWAND °322 | April 2021 © Blai Carda

Recaredo KATALONIEN SPANIEN „AND THE WINNER IS...“ DO PENEDÉS, BLANCO 2019 (BIO) Hier fühlt sich jeder als Sieger – garantiert! SPE010119 „And the winner is...“ DO Penedés, blanco 2019 11% Vol. 10,60 €/l 7,95 € ES-ECO-019-CT Die Cuvée „And the Winner is…“ ist der jüngste Spross der Stillweinlinie „Patchwork“, die Recaredo als „Celler Credo“ auf den Markt gebracht hat. Das „Patchwork“ erklärt sicherlich die Zusammensetzung dieses Weins (Xarel·lo, Macabeu, Parellada und en blanc vinifizierte Monastrell), aber auch das Mosaik an Parzellen, aus denen die Trauben, die den hohen und höchsten Ansprüchen, die Recaredo bzw. Can Credo an das „Ausgangsmaterial“ ihrer Schaum- bzw. Xarel·lo-Topweine nicht genügen, stammen. Vor wenigen Jahren noch hätte man sich der nicht „spitzenklassigen“ Frucht entledigt, heute denkt und handelt man nachhaltiger – sämtliche Flaschen, die Celler Credo verwendet sind sogenannte „EcoBottles“, die gerade einmal (leer) 390 Gramm wiegen: Kampf dem carbon footprint! – und führt die (vermutlich immer noch überdurchschnittlichen) Trauben einem internen Upcycling-Prozess zu. Nach Spontanvergärung und sechsmonatigem Edelstahl-Ausbau auf der Feinhefe erwartet uns ein nur leise fruchtig duftender, bezaubernd leichter Wein, dessen Aromen an mürbe Winteräpfel, weiße Johannisbeeren, Zitronen- und Limettenzeste und getrocknete Blüten sowie ätherische, leicht herbe Kräuter erinnern. Am Gaumen wirkt dieser leicht säurebetonte „Aus mir könnte noch ein Cava werden“-Wein sehr klar und ungemein erfrischend, das zarte Bitter, ein Markenzeichen des Xarel·lo, swingt über die ganze Distanz im Hintergrund, daneben machen sich noch etwas grüne Mandeln, etwas Pinienkerne (samt einer winzigen harzigen Komponente) und eine anregende Phenolik bemerkbar: herrlich unaufgeregter blanco! Ab sofort und gerne einen ganzen Sommer lang bis 2022+. „MIRANIUS“ DO PENEDÉS, BLANCO 2018 (BIO) Vom Fuchs und den Trauben – ein Märchen mit Happy End! SPE010218 „Miranius“ DO Penedés, blanco 2018 11% Vol. 17,26 €/l 12,95 € ES-ECO-019-CT Celler Credo bezieht die Trauben für seinen „Miranius“ – seit dem 2015er-Jahrgang ein (und auch hier wieder) ein reinsortiger Xarel·lo – aus verschiedenen Weinbergen, die auf insgesamt drei Zonen verteilt sind: Plana del Penedès, Muntanyes de l’Ordal (hier stehen die Reben auf bis zu 400 Metern Höhe) und Vall de Bitlles (ein Flusstal über dem sich Terrassen mit einer sanften Neigung erheben). Recaredos phänomenales Stillweinprojekt setzt beim „Miranius“, dem „schlauen Füchslein, das in unsere Weinberge eindringt und sich am süßen Aroma der Trauben labt“ auf vergleichsweise alte Reben der klassischen, mittlerweile für die Region schon fast ikonischen autochthonen Sorte Xarel·lo, deren Wiederentdeckung und Kommerzialisierung als Weintraube jenseits der „Espumoso“-Produktion, 20, bestenfalls 25 Jahre zurückliegt. Xarel·lo wurde erstmals 1785 in Sitges (Penedés), dem wahrscheinlichsten Herkunftsort, unter dem Namen „Xerello“ erwähnt. Von den später gebrauchten Namensvarianten bzw. Synonymen hat sich bis heute vor allem „Pansa Blanca“ erhalten. Einer Theorie nach stammt der Name Xarello vom italienischen „Chiarello“, was dem „Claret“ entspräche, ein Begriff, der ursprünglich für hellroten Wein verwendet wurde. DNS-Analysen legen nahe, dass Xarel·lo mit Macabeo verwandt sein könnte, mit dem er häufig gemischt und ähnlich häufig verwechselt wurde. Es existiert tatsächlich eine Mutation mit rosafarbenen Beeren namens Xarel·lo Rosado (entsprechend auch als als Pansa Rosada bekannt), die mittlerweile offziell in der D. O. Alella zugelassen ist. Der „Miranius“ baut ganz Finesse und eine bemerkenswert komplexe Kombination aus Kräutern (Fenchel, etwas Anis und Minze), zarten weißen Blüten und einer unangestrengten, kreidigen Mineralität, bei der in unregelmäßigen Abständen immer weider einmal ein nasser Stein ins Rollen gerät. Die Fruch, mit deren Gros wohl das Füchsslein auf dem Etikett stiften gegangen ist, meldet sich nun doch zaghaft, aber mit einer gewissen Nachhaltigkeit zu Wort: saftige, nicht zu prononcierte Birne, Honigmelone, Quittenschale und zitrische Komponenten (Zitrone und Limette).Am Gaumen leuchtend schöne, feinkörnige Tannine und eine distinkte, perfekt integrierte Säure, dazu ein kühler phenolischer Zug: allerliebst! Luis Gutiérrez, der wohl auch ein Faible für diese schlanken, reinsortigen Xarel·lo-Weine hat, vergibt 91 Punkte (der bisher beste Jahrgang!) und beschreibt das „stille Glück“ ganz unaufgregt: „Der sortenreine 2018er Miranius ist sehr zugänglich, präsentiert sich mit einer ganz unverhüllten, reinen, sauberen Stilistik (…). Der Wein zeigt eine sehr gute Frische und Balance. Er ist nicht auffällig, ein eher schüchterner, zurückhaltenderer und ernster Wein, der Zeit braucht, um sich zu öffnen. Ein sehr seriöser Wein, zu einem sehr attraktiven Preis.“ – was wir sofort unterschreiben! Ab sofort und bis 2024+. 92 Punkte DECANTER 93

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