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PINwand Nr. 322

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Weinmailing Ausgabe April 2021 - Erlesene Weine, Feinkost und Spirituosen von Pinard de Picard - Weinhändler des Jahres 2010 & 2019 - Weinfachhandel und Weinversender

ITALIEN PIEMONT Porello

ITALIEN PIEMONT Porello „MOMMIANO“ DOC BARBERA D’ALBA, ROSSO 2019 Auch in diesem Jahrgang eine Bank der unbeschwerten Art mit Frucht, Finesse und Freude IPI030219 „Mommiano“ Barbera d’Alba, rosso 2019 PK 14% Vol. 13,06 €/l 9,80 € Kirsche, Johannisbeere und dann Pflaume, das ist die exakte Reihenfolge, in der die roten Früchte in der Nase ankommen. Schnell vermischen sie sich zu einem satt reifen Eindruck mit einem zurückhaltenden Würz- Hintergrund. Marco Porello verzichtet bei seinem Barbera auf den Einsatz jeglichen Holzes, sondern baut die Weine aus der sonnigen Lage „Mommiano“ mit Lehm und sandigem Kalkstein im neutralen Edelstahl und Beton aus. Beim Einstieg in seine Rotweinwelt muss sich nicht lange mit Schwenken und Riechen aufgehalten werden, der unkomplizierte Genuss – fast für jeden Tag – steht im Vordergrund. Damit verraten wir bei diesem stets heiß erwarteten Piemonteser nichts Neues, denn schon lange und zuverlässig begeistert er Sie und uns jährlich. Denn es gibt hier bei aller schmeichelnder Saftigkeit am Gaumen kein beliebiges Frucht-Potpourri, sondern die recht kühle Frische und die – wenngleich für einen Barbera-Traube moderarte – erfrischende Säure sorgen für ein seriöses Erlebnis. Neben der blitzsauberen Frucht hat das den richtigen rasanten Drive und eine wunderbar strukturierte Geschmeidigkeit ohne hervorpreschende Tannine. Der richtige crowd-pleaser für alle, denen Primitivo oder Negroamaro zu süß und schwer erscheinen! Und weil bei derartigem Trinkspaß beizeiten eine ordentliche Grundlage dabei sein sollte: tagliata di manzo, das sind scharf angebratene Scheiben vom Rind, vielleicht sogar vom fettarmen fassona piemontese. Dazu passen Olivenöl, Parmesan Rucola und (problemlos) selbst im Ofen langsam geschmorte Tomaten mit Zitronenthymian oder gebratene Champignons. Ab sofort bis 2024+. Kann anstelle der üblichen 16–18 °C durchaus kühler bei warmen Temperaturen serviert werden. LANGHE NEBBIOLO DOC, ROSSO 2019 Marco Porello: kein „kleiner“ Barolo, sondern ein großer Nebbiolo! IPI030319 Langhe Nebbiolo DOC, rosso 2019 PK 14% Vol. 17,26 €/l 12,95 € Ein Treffen mit Marco Porello ist immer eine Wohltat, denn dieser sympathische Winzer steht spürbar mitten im Leben, ist stets guter Laune, verbreitet einfach eine gute Stimmung. Seit 1994 lenkt er die Geschicke des Weinguts, das Großvater Cesare Anfang der 1930er – er wollte nicht mehr nur Trauben verkaufen, sondern Wein – gegründet hatte. Marco Vater Riccardo und dessen Bruder Ettore übernahmen nach dem Zweiten Weltkrieg die Azienda und widmeten sich, damals alles andere als zeitgeistig, mit vollem Einsatz der Arbeit im Weinberg, der heute ganze 15 Hektar ausmacht. Nebbiolo-, Arneis- und Favorita-Reben stehen auf Böden marinen Ursprungs mit sandiger Struktur um das Dorf Vezza d’Alba. Seine mit Barbera bzw. Roero Torretta bestockten vigneti liegen (südwestlich exponiert) bei Canale d’Alba auf tonhaltigem Boden mittlerer Dichte. Ein, nach Aussage von Marco, ideales Terroir für seine Trauben, seinen Wein – was ihm ganz offensichtlich echte Freude bereitet und ihn enorm entspannt. Und genau so entspannt trinken sich auch seine bemerkenswert preiswerten, im eigentlichen Sinne wunderbar „alltäglichen“ Weine. Denn wo bekäme man noch einen so authentischen Nebbiolo, den man mit Gusto täglich trinken kann (und möchte!) zu einem derart fairem Kurs angeboten? Sein Nebbiolo schielt dann auch überhaupt nicht in Richtung Barolo – warum auch etwas imitieren wollen, wenn das Eigentliche, das Eigene so vorzüglich ist? Marco betont die Finesse der Nebbiolo-Traube, ihre elegante Fruchtigkeit. Er vinifiziert eben keinen Wein, der – wenn’s denn reicht – erst einmal fünf Jahre oder mehr im Keller reifen müsste, bevor man überhaupt an eine Füllung denken könnte. Nein, er baut recht kurz und vergleichsweise neutral aus, achtet dabei auf eine zarte Extraktion der dickschaligen Rebsorte. Das Ergebnis: ein sehr feiner, schlanker, fruchtbetonter Nebbiolo von mehr als einnehmender Aromatik und Eleganz. Im Duft klare, leicht kühle Beerenfrucht (zarte Himbeer- und Walderdbeernoten, dann bald deutlich dunkler – Brombeeren, Schlehe bis fast Maulbeere) dazu – in der Anmutung pudrig-zart – etwas Veilchen, ein Hauch von getrockneten Rosenblüten. Am Gaumen wird dann die beerenfruchtige Verheißung voll eingelöst und dank der zarten Säure, dank des feinkörnigen Tannins nie eindimensional, der Jahrgang 2019 tut (s)ein Übriges: Der Nebbiolo wirkt leicht kühl, sehr geschmeidig, dabei jugendlich kompakt, im Nachhall ein Spur Milchkaffee mit Salzflocken, eine Ahnung von hellem Virginia – che bellezza! Und jede Menge Wein fürs Geld, und vor allem den quasi täglichen Genuss ohne „Ermüdungserscheinungen“. Bravo Marco! Ab sofort, gerne auch leicht gekühlt (16 °C), bis sicherlich 2025+ 66 PINWAND °322 | April 2021

Porello PIEMONT ITALIEN „TORETTA“ DOCG ROERO, ROSSO 2017 Für Puristen und Strukturliebhaber IPI030517 „Toretta“ DOCG Roero, rosso 2017 14,5% Vol. 21,26 €/l 15,95 € Die Appellation Roero stieg 2004 in den Rang einer „Denominazione di Origine Controllata e Garantita“ (DOCG) auf. Die vorherrschende Rotwein-Rebsorte ist Nebbiolo, die Edle, die Beste im italienischen Norden. Dennoch ringt das Anbaugebiet Roero in den Ohren vieler Weinfreunde nicht wie die berühmten Weindörfer Barolo und Barbaresco. Dabei kann die anspruchsvolle Nebbiolo hier bei ebenfalls fabelhaften Bedingungen langsam heranreifen. Nur kosten die Weine deutlich weniger, vor allem für die Qualität die Marco erzeugt, als anderenorts! Wegen des langsamen Wachstums haben die Weine ein gutes Alterungspotential, doch oftmals brauchen sie einige Jahre, um aufgrund ihrer Tannin- und Säurestruktur zugänglich zu werden. Auch bei der Zugänglichkeit sind seine Weine früher dran. Dafür hat Marco Porello mit „Toretta“ eine optimale Lage. Der Weinberg befindet sich in der Stadt Canale d’Alba und ist nach Südwesten ausgerichtet. Die Reben wurzeln in Böden mittlerer Dichte. Kalkhaltig und sandig sind sie, mit einem guten Anteil an Lehm, was eine ideale Reifung der Trauben ermöglicht. Zudem ist es tagsüber sonnig-warm und nachts kühl, die Belüftung ist gut. Die Farbe fällt wie gewohnt verhalten aus, hat keine exaltierte Sättigung, sondern ein charmantes Rubinrot. Wir haben hier auch kein exaltiertes Duftwunder sondern ein subtil wohlriechendes Elixier im Glas, das ein wenig Luft braucht, um sich zu entwickeln. So abgedroschen es klingen mag – ein „femininer“ Typ Wein. Da ist edle, dunkle Kirschfrucht, zwischen zart balsamischen Noten treten kleine schwarze Beerenfrüchte hervor. Vor allem direkt nach dem Einschenken roch es nach Tabak und (sehr delikat) ein wenig nach Heißgeräuchertem. Dann Rosenblätter, Gewürze und „waldige“ Anklänge, eher schwebend zurückhaltend als aufdringlich. Von der süßen Frucht auf der Zungenspitze breitet sich der erste Schluck samtig-herb, mit einer äußerst schlanken Kühle, von einer erfrischenden Säure merklich unterstützt, und von bereits jetzt schon ungemein angenehmer Struktur am Gaumen aus. Ein klassischer Nebbiolo von graziler Eleganz, dennoch konzentriert kraftvoll und mit faszinierend langem Abgang. Ab sofort gut belüftet, besser mit einem Jahr Geduld und dann bis 2027 und darüber hinaus, bei 16–18 °C. 67

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