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PINwand Nr. 322

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Weinmailing Ausgabe April 2021 - Erlesene Weine, Feinkost und Spirituosen von Pinard de Picard - Weinhändler des Jahres 2010 & 2019 - Weinfachhandel und Weinversender

ITALIEN PIEMONT Porello

ITALIEN PIEMONT Porello MARCO PORELLO CANALE Unser Kleinod in der Nachbarschaft der prestigeträchtigen Orte Barolo und Barbaresco lehrt die großen Namen des Piemont das Fürchten – und dies zu sagenhaft günstigen Preisen! Marco Porello ist ein eher leiser Vertreter seines Genres. Bescheiden führt dieser sympathische Winzer sein Gut in der dritten Generation nun schon über etliche Jahre mit einer bewundernswerten Konstanz. Und keiner der Kränze, die ihm heute geflochten werden („The rising star“ beispielsweise), hat ihn in seinem Charakter verändert. Wie auch Klaus Peter Keller ist er stets im Weinberg zu finden, Präsentationen auf der ganzen Welt sind seine Sache nicht. Er weiß nur zu genau, dass der Ursprung, die Basis jeglicher Qualität in den großen Lagen zu suchen ist. Seinen Großvater, der seinerzeit schon die besten Lagen der Gegend nördlich von Alba erworben und neu bepflanzt hat, bezeichnet er als Vordenker und großes Vorbild. Alle „Heimat-Weine“ von Marco Porello, der sich mit Leib und Seele seinen großen Terroirs verschrieben hat, besitzen ein wirklich singuläres Preis-Genuss-Verhältnis – vergleichbar allenfalls mit unseren Bestsellern von Burlotto. Animierend im Trunk, komplex in der betörenden Frucht und enorm viel Finesse und Spiel am Gaumen freisetzend. Authentische Piemonteser Kultweine mit Seele, mit Charakter und Noblesse aus einem wunderbaren, ja magischen Landstrich, der im Frühling in zauberhafter Blüte zum Leben erwacht und sich im Herbst bei der Ernte in seiner vollen Pracht von harmonischen Farben zeigt. Gänsehautatmosphäre, Gänsehautweine! 64 PINWAND °322 | April 2021

Massolino Porello PIEMONT ITALIEN DOC LANGHE FAVORITA, BIANCO 2020 Nicht nur, wer Vermentino mag, sollte die „Favorita“ aus dem Piemont kennen! IPI030620 „Favorita“ DOC Langhe, bianco 2020 PK 13% Vol. 11,33 €/l 8,50 € Wo das Piemont liegt, muss den meisten Genussmenschen nicht erklärt werden. Zielsicher werden italophile Weinfreunde und Trüffelliebhaber mit dem Finger von Turin, der Hauptstadt der Region, südöstlich in die Langhe nach Alba mit den berühmten Weinregionen fahren. Hier liegt auch die Azienda Agricola von Marco Porello. Weitaus diffiziler als das geographische Auffinden, ist das Erspähen der weißen Rebsorte Favorita. Denn nur auf rund 40 Hektar wird die autochthone Piemonteser Traube angebaut. Auch der erfahrene Marco Porello füllt nur eine geringe Anzahl Flaschen mit dem Wein, der als Vermentino wesentlich bekannter ist (DNS-Untersuchungen ergaben sogar, dass die Rebsorten identisch sind). Tatsächlich wurde die Favorita bereits 1658 im Piemont erwähnt, stammt ursprünglich wahrscheinlich von der Ligurischen Küste und ist längst im gesamten Mittelmeerraum beheimatet. Bei Marco Porello wird sie zu Anfang September gelesen und über 20 Tage hinweg temperaturkontrolliert vergoren, bevor sie im Edelstahl reift. Wie gut, dass Farbe nicht alles ist (schließlich sind viele der faszinierendsten Fotografien monochrom), denn mit seinem typisch blassem Strohgelb mit grünen Reflexen beeindruckt der Wein weniger als mit seinem Bouquet. Und das hat es in sich! Schlank und reif riecht es nach gelbem Pfirsich, ein frisch aufgeschnittener grüner Apfel wirkt direkt mundwässernd. Hier und da sind florale bis würzige Noten und die olfaktorische Anmutung einer frisch gemähten Wiese im Morgentau und angefeuchtete Bleistiftspitze wahrzunehmen. Die nächste zutiefst zufriedenstellende Eskalationsstufe findet dann am Gaumen statt, denn zum genussvollen und erfrischenden Trinken ist dieser Allrounder gemacht. Rund und saftig setzt sich der kompakte Fruchteindruck der Nase fort und wird ergänzt um eine belebende Zitrusnote, von der sich am Ende eine erfrischende Grapefruit herausschält. Ein stimmiges Gesamterlebnis, in sich ruhend rund und fein schmeichelnd und doch von würzigem, teils nussigem, teils zitrischem Charakter. So ist man froh, die Rebsorte Favorita trotz fast versteckter Existenz – und das nicht nur im Sommer und auf der Terrasse – entdeckt und im Glas zu haben. Ab sofort bis 2024 „CAMESTRÌ“ DOCG ROERO ARNEIS, BIANCO 2020 Großartige Roero-Arneis-Interpretation, die – einmal ins Rollen gekommen – nicht mehr aufzuhalten ist IPI030120 „Camestrì“ DOCG Roero Arneis, bianco 2020 PK 13,5% Vol. 11,93 €/l 8,95 € Sandiger Kalkstein und eine 30-prozentige Steigung definieren die Lage „Camestrì“ mit ihrer Süd-Ost-Exposition. Sie liegt in der Gemeinde Vezza d’Albalo, die zum DOCG-Anbaugebiet Roero gehört, wo die lokale autochthone Rebsorte Arneis zu besonderer Feinheit gedeihen kann. Und in diesem magischen Dreieck aus Lage, Rebsorte und Feinheit keltert Marco Porello einen zauberhaften Wein. Er schafft dabei fast Unmögliches, nämlich einen kraftvollen Roero Arneis voller gleichzeitiger Finesse, Feinheit und Frische. Der strohgelbe Wein duftet erst einmal nicht so floral, wie es die Piemonteser Comeback-Rebsorte des Öfteren tut. Sehr angenehm riecht es nach weißen Früchten, vor allem Pfirsich, fein wie in einem edlen gelben Tee. Zart im Hintergrund ist Orangenschale spürbar, sehr dezent auch Flieder. Mit Luft und ein wenig Geduld dringt Lakritz durch und die mineralische Unterfütterung deutet sich an. Das ist kein beliebiges Fruchtbömbchen, sondern ein seriöser Weißwein mit großem Spaßfaktor. Noch verheißungsvoller als das Bouquet ist allerdings das Trinkvergnügen. Der „Camestrì“ ist staubtrocken und trotzdem rollte er schmissig – als ob man kurz an einem Stein geleckt und dann zwei, drei Tropfen lime juice auf die Zunge gegeben hat – und wunderbar fruchtig rund mit nussigen Anklängen von der Zungenspitze bis zum Abgang. Während der Wein recht säurearm ist, sind es dezente Gerbstoffe, die mit ein wenig, klitzekleiner Salzigkeit ausstaffiert, nachhallen. Womit wir wieder beim Kalk wären! Und der Feinheit und dem Können eines erfahrenen Winzers, der lieber im Weinberg als im Büro ist. Der sich nicht als Schreihals in eigener Sache verdingt, sondern richtig gute Weine mit Individualität erzeugt – wie diesen Roero Arneis, der erst verhalten delikat riecht und grandios mitreißend schmeckt. Ab sofort bis 2025. Macht große Freude, wenn die Sonne scheint, der „aperitivo“ lockt und leichte Antipasti, Fisch oder Pasta mit Meeresfrüchten auf den Tisch kommen. 65

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