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PINwand Nr. 322

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Weinmailing Ausgabe April 2021 - Erlesene Weine, Feinkost und Spirituosen von Pinard de Picard - Weinhändler des Jahres 2010 & 2019 - Weinfachhandel und Weinversender

DEUTSCHLAND SAAR Stefan

DEUTSCHLAND SAAR Stefan Müller DER JAHRGANG 2020 Wir haben mit großer Freude die 2020er-Kollektion, die seit Anfang April „ganz frisch“ in unserem Lager eingetroffen ist. „Der Jahrgang 2020 hat mega Spaß gemacht!“ so Stefan Müller. Eine Aussage, die wir über diesen Jahrgang 2020 so (oder zumindest ähnlich) auch andernorts gehört haben. Denn die Lese gestaltete sich in vielen Regionen entspannt, nicht zuletzt auch an der Saar: „Im Weinberg sah immer alles perfekt aus, wir hatten das ganze Jahr über Zeit, uns um die Weinberge zu kümmern. Dank meiner Eltern, Johanna und unserem Lehrling, konnten wir uns intensiv den Parzellen widmen.“ Wichtig war allerdings den Lesezeitpunkt perfekt einzuschätzen, denn trotz Lesebeginn am 14. September, regnete es eine Woche später ordentlich, was die Säurewerte in vielen Lagen zu niedrig für Kabinette und Spätlesen ausfallen ließ. Doch war da bereits das Gros der Ernte unter Dach und Fach! „Einige Randlagen konnten wir noch später lesen, da haben wir weiterhin enorm brillante Kabinette eingefahren. Wichtig war, dass man sich zuerst ganz gezielt auf die frühreifenden Lagen konzentriert hat.“ Ein Muster, das wir bei vielen Winzern beobachtet haben: Sie lesen ihre Spitzenlagen zuerst, lassen die Basis bis zum Ende der Ernte hängen. Auch bei neuen Parzellen, die Stefan im Auge hat (und davon gibt es im Saar-Seitental extrem viele!), achtet der Winzer primär auf den Bestand alter Reben und die besten Schieferlagen. Außerdem interessant: „2020 war ein Kabinett-Jahrgang.“ – was uns natürlich entzückt, da Stefan Müllers Stärke doch gerade die feinherben Prädikate sind, was ihm an der Saar so brillant wie nur Wenigen gelingt. Einziger Wermutstropfen: Es gibt kaum Auslesen! Eine Nachricht, die wir angesichts der Phalanx an herausragenden Kabinetten und feinherben Rieslingen ganz gut verschmerzen können. Federführende Stilistik und traditionelle Arbeitsweise Stefan Müllers Weine besitzen eine Stilistik, die ganz unserem Idealbild entspricht. Feine Rieslinge, die sich durch Frische und Leichtigkeit auszeichnen, Eleganz und Lagentypizität besitzen. Stefan sucht keine Überreife, sondern klassische Mostgewichte und Finesse im Wein. Keiner anderen Rebsorte stehen diese Eigenschaften derart gut zu Gesicht wie dem Riesling. Seine Stilistik ist auch Ausdruck des guten Terroirs. Das Konzer Tälchen ist seit rund 2000 Jahren vom Weinbau geprägt. Das außergewöhnliche Klima und die Bodenverhältnisse, überwiegend Blau- und Rotschiefer sowie der Diabas, ein basisches Gestein, prägen die steile Reblandschaft, die von der Saar klimatisch beeinflusst wird. Um aus dem Riesling den vollen Terroircharakter herauszukitzeln, verzichtet Stefan auf synthetische Dünger und Herbizide. Seine Reben stärkt und behandelt er mit natürlichen Präparaten wie Ackerschachtelhalm oder Orangenöl, so wie es auch bei biologischer Bewirtschaftung praktiziert wird. Er setzt den Fokus auf eine starke Ertragseinschränkung, um aromatische Tiefe zu erzielen. Dieser Weg ist durch die überwiegend alten Reben bereits natürlich angelegt. Im Keller presst er die ganzen Trauben direkt ab, verzichtet auf Maischestandzeiten, um die Frische zu erhalten. Die spontanvergorenen Weine baut er dann überwiegend im großen Holz aus. Dabei musste er diese erst wieder mühsam nach und nach erwerben, denn sein Vater hatte die alten Fuderfässer aus seinem Keller verbannt und durch Stahltanks ersetzt. Auch beim Schwefel übt sich der Jungwinzer in Zurückhaltung. So fügt er diesen seinen Weinen nur mit Bedacht zu und stoppt die Gärung der fruchtsüßen Weine lediglich durch Herunterkühlen. Hier kommt dann wieder der Techniker zum Vorschein. Stefan ist zwar auch ein „Wein-Philosoph“ durch und durch, weiß aber eben auch, wie man Theorien und Überzeugungen in die Praxis umsetzt. Hier hat einfach alles Hand und Fuß, hier passt alles, ganz so wie bei einem etablierten Traditionsbetrieb. Als Weinliebhaber sollte man Stefan Müller dringend „auf dem Schirm haben“, und es gibt wohl keinen besseren Zeitpunkt, um sich mit seinen Weinen vertraut zu machen, als jetzt. Das sieht auch der Gault&Millau so, der ganz unmissverständlich verkündet: „Stefan Müller ist unsere Entdeckung des Jahres – und unsere Wette auf die Zukunft: Die Lernkurve dieses jungen Winzers ist so steil, das weist den Weg von Gut zu Groß.“ 6 PINWAND °322 | April 2021 © Chris Marmann

Stefan Müller SAAR DEUTSCHLAND RIESLING, TROCKEN 2020 Riesling mit meisterlichem Saarschliff DMO270120 Riesling, trocken 2020 DV 10,5% Vol. 11,33 €/l 8,50 € „Vom trockenen Einstiegsriesling hinauf bis zur Auslese sind alle Weine von dieser vibrierenden Säure geprägt, die wir so mögen und die uns zum Nachprobieren animiert.“ – schreiben die Juroren des Vinum Weinguide 2021 über die Weine Stefan Müllers. Mit eben diesem Stil reüssiert der Saar-Winzer seit einiger Zeit, beschreitet dabei seinen konsequent eingeschlagenen Weg weiter. Wer einen trocken ausgebauten Riesling mit lediglich 10,5 Vol.-% sucht und die vibrierende Frische der Saar zu schätzen weiß, findet in diesem Gutsriesling ein echtes Kleinod, für weniger als einen Zehner. Reben, deren Pflanzjahre bis 1963 zurückgehen, Rotschieferböden und ein schonender Ausbau sind Müllers Grundpfeiler für diesen wunderbaren Riesling. Der erst 32-jährige und höchst motivierte Winzer von der Saar ist das Gesicht hinter diesem genialen Riesling. Er zählt zu jenen Winzern, die dafür verantwortlich zeichnen, dass die Saar aktuell eine enorme Aufmerksamkeit erlangt. Für Gault&Millau war er sogar die „Entdeckung des Jahres 2018“. Der Nebenfluss der Mosel bringt einzigartige Rieslinge wie diesen hervor, die es andernorts so kaum geben kann. Stahlig und geschliffen, dabei elegant und fein nuanciert. Die Trauben stammen hier komplett aus dem Niedermenniger Herrenberg, genauer gesagt aus dem Bereich, der von ortsansässigen alten Winzern noch als Zuckerberg bekannt war. Denn schon vor Generationen stammten im Ort von hier die schönsten Trauben und selbst in schwierigen Jahrgängen, als die Trauben kaum ausreiften, fanden die Winzer hier exzellente Qualitäten vor. Viel auszusetzen hat Stefan am 2020er nicht. „Der Jahrgang hat mega Spaß gemacht. Im Weinberg sah immer alles perfekt aus, wir hatten das ganze Jahr über Zeit, uns um die Weinberge zu kümmern. Dank meiner Eltern, Johanna und unserem Lehrling, konnten wir uns intensiv den Parzellen widmen.“ Der Duft weißer Blüten und Zitronen deutet an, hier dreht sich alles um einen rassigen und puristischen Riesling. Ein Hauch Ananas und Pfirsichhaut werden mit dem Schwenken freigesetzt. Das ist einladend, bereits sehr fein und zugänglich. Am Gaumen zeigt der Riesling rassige Würze, etwas Eisenkraut und Ananas vermischen sich im geradlinigen und schlanken Riesling. Der Wein hat Druck am Gaumen, animiert Schluck für Schluck. „Der Herrenberg eignet sich einfach ideal für trockene Weine, ist immer stets früh entwickelt. Wenn ich ihn fruchtsüß ausbaue kann er zu plump geraten, er hat seine Vorzüge im trockenen Bereich.“ Ein Urteil, das wir in diesem pikanten Riesling unbedingt bestätigt sehen! Stefan Müller preiswerter Gutsriesling besitzt ein Reifepotenzial von 5–6 Jahren und trinkt sich idealerweise gut gekühlt. 7

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