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PINwand Nr. 322

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Weinmailing Ausgabe April 2021 - Erlesene Weine, Feinkost und Spirituosen von Pinard de Picard - Weinhändler des Jahres 2010 & 2019 - Weinfachhandel und Weinversender

FRANKREICH BURGUND

FRANKREICH BURGUND Guillemot SAVIGNY-LÈS-BEAUNE 1ER CRU „AUX GRAVAINS“, ROUGE 2019 Erdig, kühl, komplex – der Pommard unter den Savignys. FBU260719 S.-lès-B. 1er Cru „Aux Gravains“, r. 2019 13% Vol. 46,66 €/l 35,00 € Lieferbar ab Anfang Mai 2021 Als die Guillemots vor rund 17 Jahren die 0,27-Hektar- Parzelle in der Premier-Cru-Lage erwerben konnten, waren die Reben so gut wie tot. Also haben sie zusammen mit der „Association Technique Viticole de Bourgogne“ (ATVB) neue Reben gepflanzt. Jean-Pierre, der Sohn des 2019 im Alter von 93 Jahren verstorbenen Domaine-Gründers Pierre und Vater der heute agierenden Brüder Philippe und Vincent, ist Vizepräsident der ATVB, die sich seit 110 Jahren mit den Rebsorten und Klonen des Burgund beschäftigt. Die heute 15-jährigen Reben sind die jüngsten der Domaine. Doch das ausgesuchte Pflanzmaterial war fantastisch, und so bringen die Reben seit einigen Jahren auch einen fantastischen Wein hervor. Grund dafür ist der besondere Boden der Lage „Aux Gravains“, die sich direkt an Guillemots Top-Lage „Aux Serpentières“ anschmiegt. Die Böden sind hier reich an Geröll und Kies, worauf der Name auch schon hindeutet. „Aux Gravains“ gehört auch im Jahr 2019 zu den strukturiertesten, kühlsten und sicher geschliffensten Weinen der Domaine. Man spürt hier mehr Stein und mehr dunkle Noten als in den „Savignys“ mit höherem Sand- oder Schwemmland-Anteil. Der „Aux Gravains“ öffnet sich mit Noten von Kirschen und Kirschkernen, knackigen Zwetschgen, trockenem Holz und Waldboden, Tabak, Beef Jerky und dunkler Schokolade. Am Gaumen ist der Pinot Noir so kraftvoll wie lebendig mit einer agilen Säure und mürbem Tannin. Das ist ein Burgunder, dessen feine und trockene Textur zusammen mit der Säure geradezu nach begleitenden Speisen, vor allem nach Wild! Doch auch solo genossen ist das ein grandioser Charakterwein, der vom Robert Parker’s Wine Advocate momentan 92 bis 94 Punkte erhält. Zu genießen ab 2023 oder aktuell einige Stunden vorab karaffiert, Höhepunkt wohl ab 2025 bis 2040+. 58 PINWAND °322 | April 2021

Guillemot BURGUND FRANKREICH CORTON GRAND CRU „LE ROGNET ET CORTON“, ROUGE 2019 92–94 Punkte: „Superb depth of fruit and refined tannins.“ – William Kelley (Robert Parker’s Wine Advocate) Lieferbar ab Anfang Mai 2021 FBU260819 Corton Grand Cru „Le Rognet et Corton“, rouge 2019 13,5% Vol. 55,00 €/l 82,50 € FBU260819M Corton Grand Cru „Le Rognet et Corton“, r. 2019 MAG 13,5% Vol. 112,66 €/l 169,00 € Wenn man nach der ganzen Reihe hervorragender „Savigny-lès-Beaune“ bei dem Wein aus der 0,3 Hektar umfassenden Parzelle aus dem „Le Rognet et Corton Grand Cru“ ankommt, dann erschließt sich wieder einmal eindrücklich, was Terroir ist und was die Unterscheidung von Premier Cru und Grand Cru bedeutet. Savigny mit seinen Schichten aus Kies, alluvialem Schwemmland und Sand ist einfach noch einmal etwas anderes als der Corton mit seinem Eisenoxid im kargen Kalkstein und Kalkmergel. Dieser hier sticht gänzlich aus dem Portfolio heraus. Dabei verstehen es die Guillemot-Brüder hervorragend, auf die speziellen Bedürfnisse der Lage einzugehen. Es habe aber, so sagen sie selbst, fast 20 Jahre gedauert, bis sie es wirklich verstanden hätten, so unterschiedlich präsentierten sich Böden, Exposition und Wein im Gegensatz zum Heimatort. Die Lage „Le Rognet et Corton“ befindet sich innerhalb eines U-förmigen Berges oberhalb der Gemeinden Ladoix-Serrigny, Aloxe-Corton und Pernand-Vergelesses. Die Domaine Pierre Guillemot besitzt dort etwa auf halber Höhe des Hangs ein 0,33 Hektar großes Filetstück mit Reben, die im Wesentlichen vor 60 Jahren gepflanzt wurden. Die Lage zeichnet sich durch einen hohen Anteil von Eisenoxid im entsprechend roten Kalkmergel aus, der mit braunem Lehm bedeckt ist. Dieser Pinot Noir unterscheidet sich schon farblich von den Savignys, denn er besitzt mehr Purpur und wirkt kühler. Das zeigt sich auch in der Nase, wo man von den fruchtbetonten Beaune-Weinen nun überschwenkt zu einem Wein, der Terroir pur zu bieten scheint. Die Frucht wirkt kühl und dunkel mit Schlehen, Brombeeren, Sauerkirschen und Pflaumen, die aufgehen in Noten von Kalk, kaltem Holzrauch, abgehangenem Fleisch, einem trockenen Nadelwaldboden, Tabak und Rost. Die Guillemots haben hier mit 50 % Rappenanteilen gearbeitet, und das drückt sich in diesem Wein aus. Die Rappen geben ihm eine zusätzliche Komponente von Kräuterwürze und Kühle. Am Gaumen ist dies ein Wein von unbändiger Kraft, noch ungeschliffen, da viel zu jung, aber mit jetzt schon klarer und deutlicher Komplexität und Tiefe, Lebendigkeit, Druck und einem süßen Fruchtkern, der zum Niederknien charmant und sinnlich ist. Das ist ein gleichsam schwarzer Hengst, ein Rennpferd vor dem Rennen mit bebenden Nüstern und bereit, alles zu geben. Es ist ein ganz starker Corton aus dem Hause Guillemot, ein echter Grand Cru, und dafür, dass „Corton“ so wahnsinnig rar ist, zu einem erstaunlich günstigen Preis. Diesen Wein sollte man nach Möglichkeit fünf, vielleicht sogar zehn Jahre einfach beiseitelegen und ihm die Zeit der Entfaltung gönnen oder ihm vorher viel, viel Luft geben. Reifen wird er bis 2055 und länger. 92–94 Punkte PARKER 59

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