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PINwand Nr. 320

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Frisch eingetroffen! Weinmailing Ausgabe März 2021 - Erlesene Weine, Feinkost und Spirituosen von Pinard de Picard - Weinhändler des Jahres 2010 & 2019 - Weinfachhandel und Weinversender

FRANKREICH LO I R E

FRANKREICH LO I R E Boulay Gérard Boulay SANCERRE „Ich kenne keine anderen Sancerres, die so viel Seele und so viel Energie, so viel Spannung und Ausdruck besitzen. Schon der mit dem gelben Etikett versehene Einstiegs-Level ist faszinierend.“ – STEPHAN REINHARDT (ROBERT PARKER’S WINE ADVOCATE) Die Weine sind kraftvoll, generös und eignen sich mit ihrer beispiellosen Konzentration zum Einlagern.“ – La Revue du Vin de France „Die Boulays sind seit 1380 Weinbauern in Chavignol! Ihr Clos liegt auf einer seltenen reinen, aus Kimmeridge-Kalk bestehenden Verwerfung, was ihnen einen Wein von sehr hohem Salzgehalt und großer Reinheit beschert.“ – Vigneron Mag „Angesichts der kristallinen Klarheit seiner Sauvignon- Blancs ist er zu einem meiner Lieblingsproduzenten der Region geworden. Wenn Sie wissen wollen, wie echter Sancerre schmeckt, probieren Sie eine seiner Abfüllungen aus seinen Einzellagen. Besser geht‘s nicht! Sein Einstiegswein, den er „Tradition“ nennt und der die Hälfte seiner Gesamtproduktion ausmacht, bietet ein ausgezeichnetes Preis-Leistungs- Verhältnis.“ – Joel B. Payne (Vinous) „Für meinen Geschmack gehört Gérard Boulay zweifellos zur Spitze der Erzeuger in Chavignol. Seine Weine haben eine lebendige Reinheit, eine ausgeprägte Reife, sind sich frei von jeglichem manchmal recht groben Sortencharakter und spiegeln die Böden wider, aus denen sie entstanden sind. Angesichts der Reinheit dieser Weine und ihres kühnen, rassigen Charakters frage ich mich in der Tat, ob er nicht ganz oben auf der Rangliste stehen sollte.“ – Chris Kissack (The Wine Doctor) Es gibt nur wenige Winzerfamilien, die ihre Wurzeln bis ins Jahr 1380 an einem einzigen Ort zurückverfolgen können. Doch die Boulays gehören dazu, denn ein gewisser Jean Boulay taucht im noch vorhandenen Grundbuch dieses Jahres auf – inklusive des Besitzes von Weinbergen. So zieht sich der Name durch die Jahrhunderte bis zu Gérard Boulay, seiner Frau Lucie und Sohn Thibaut, der im Weingut mithilft, wenn Not am Mann ist – auch wenn er eigentlich Professor für Griechische Geschichte an der François-Rabelais-Universität in Tours ist. Bis 1995 hat die Familie ihre Weine als Fassware an den bekannten Erzeuger Henri Bourgeois veräußert. Erst Gérard hat damit begonnen, Weine unter seinem Namen zu erzeugen und das Wagnis der eigenen Vermarktung in die Hand zu nehmen. Damals war die Zeit günstig, denn die Region erlebte einen großen Aufschwung. Heute ist es kaum vorstellbar, dass Sancerre außerhalb der Loire und von Paris bis in die 1960er-Jahre hinein so gut wie unbekannt war und die Weine fast ausschließlich „vor Ort“ getrunken wurden. Seitdem hat vor allem der Sauvignon Blanc eine steile Kar- 62 PINWAND °320 | März 2021

Boulay LOIRE FRANKREICH zwanzig Jahren Flaschenentwicklung entwickelt sich hier sogar ein Duft nach weißem Trüffel. Die dritte Lage befindet sich in der Côte d’Amigny, die auch als „La Grand Côte“ bezeichnet wird. Diese kühlste Einzellage des Weinguts ist ebenfalls von Kimmeridge-Kalk geprägt. Boulay besitzt zwölf Hektar Land, und mehr wollte er auch nie haben. So behält er die Übersicht über seine Weinberge, die er vier angestellten Arbeitern bewirtschaftet. Zwei Hektar sind dem Pinot Noir vorbehalten, neun dem Sauvignon Blanc. Der Pinot Noir steht außerhalb Chavignols, vor allem in den Ortschaften Bué und Crézancy auf den sogenannten caillottes mit einem eher lehmigen Boden mit Kalkschotter. Chavignol selbst ist vor allem durch die terres blanches geprägt, Böden mit Kimmeridge-Kalkmergel, der auch im Chablis und der südlichen Champagne zu finden ist. Boulays Reben sind mehr als 45 Jahre alt, was im Sancerre eine Seltenheit ist. Die letzten Rebanlagen hat die Familie im Jahr 1972 gepflanzt und seit dieser Zeit nur einzelne Stöcke ersetzt. Die Pflanzdichte ist hoch und liegt bei rund 8.000 Stöcken pro Hektar. Gérard setzt auf kleine Hektarerträge, weshalb er von Beginn an stark beschneidet, statt später eine Grünlese durchzuführen, von der er nichts hält. Er verwendet weder Herbizide noch Pestizide, ist auch kein Fan von Kupfer im Weinberg, weshalb er lediglich bei Mehltaubefall synthetische Mittel einsetzt. Zur Unkrautbekämpfung setzt er auf Bodenbearbeitung und Pflügen, was sich in Weinbergen mit prallem Leben und einer hohen Biodiversität äußert. In manchen Jahreszeiten gleichen seine Parzellen Bergwiesen voller Kräuter und Blumen. riere hingelegt, und auch die bis heute kleinen Mengen an Pinot Noir werden immer begehrter – in roter wie in roséfarbener Form. Gérard Boulay hat sich mit seinen Weinen schnell einen Namen gemacht. Grund dafür dürfte neben der Ausprägung eines ganz eigenen Stils auch das Portfolio an exzellenten Lagen sein. Dazu gehören Parzellen in „Les Monts Damnés“, den „verfluchten Bergen“, die für Loire-Verhältnisse tatsächlich ungewöhnlich steil sind. Die Frucht aus diesen steilen Parzellen fließt in Gérards „Mont Damnés“ ein. Boulay besitzt jedoch zusätzlich noch als einer von nur drei Winzern 0,4 Hektar im Gewann „La Comtesse“, aus dem ein Parzellenwein gleichen Namens entsteht. Hinzu kommt das Prachtstück des eigenen umfriedeten Weinbergs, des „Clos de Beaujeu“ in Les Culs de Beaujeu. Dieser Weinberg ist ebenfalls steil und verfügt über eine Neigung von 70 % bei einer Ost-Südost-Ausrichtung, während die Parzelle in „Les Monts Damnés“, die die gleiche kalkhaltige Beschaffenheit des Bodens aufweist, nach Süden ausgerichtet ist. Die Ausrichtung nach Osten bringt eine seltene Eleganz und Feinheit in die Sauvignon-Trauben des Clos, die sich allerdings erst nach etwa fünf Jahren im Wein ausdrückt. Im Laufe von Im Keller arbeitet Gérard ausgesprochen zurückhaltend. Der Sauvignon Blanc wird sehr langsam mithilfe einer pneumatischen Presse bearbeitet, der Saft darf sich absetzen und wird komplett spontan vergoren. Der „Tradition“ wird im Edelstahl vergoren, die anderen Weine im Fuder. Ähnlich ist es beim Ausbau. Der Basiswein reift zu 90 % auf der Feinhefe und zu 10 % im alten Holz, die Lagenweine allesamt im neutralen Fuder und im Barrique auf den Hefen, werden dabei nie aufgerührt: In der Ruhe liegt bei den Boulays die Kraft. Eine leichte Schwefelzugabe vor der Füllung und eine noch leichtere Filtrierung (falls das Gérard notwendig erscheinen sollte) – c’est tout! Was uns an Gérards Weinen so gut gefällt, ist ihre Großzügigkeit und ihr einnehmendes, lebendiges und gleichsam heiteres Wesen. Gerade beim „Tradition“ zeigt sich das von Beginn an. Die Lagenweine sind immer konzentriert, dabei aber nie laut. Sie sind präzise und klar, erscheinen dabei so zurückhaltend der Winzer selbst. Umso ausgewogener jedoch und umso bleibender ihr Eindruck! Boulays Lagenweine gehören zum Größten, was es im Sancerre gibt, zudem besitzen sie eine exzellente Lagerungsfähigkeit. Im Alter nähern sie sich in ihrer Aromatik ebenso wie in Tiefe und Komplexität immer deutlicher den großen Chablis Grand Crus an. Es ist eben doch das Terroir, das zählt und sich letztendlich durchsetzt! 63

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