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PINwand Nr. 320

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Frisch eingetroffen! Weinmailing Ausgabe März 2021 - Erlesene Weine, Feinkost und Spirituosen von Pinard de Picard - Weinhändler des Jahres 2010 & 2019 - Weinfachhandel und Weinversender

SPANIEN TENERIFFA

SPANIEN TENERIFFA Envínate Envínate ist das vielleicht spannendste Winzerkollektiv in Spanien: Laura Ramos, José Martínez, Roberto Santana und Alfonso Torrente bilden das Quartett 4 © Ramos-Jose „TÁGANAN“ VM TENERIFE, TINTO 2019 Schwarzer Basalt, atlantischer Wein – großartig! STE010319 „Táganan“ VM Tenerife, tinto 2019 12% Vol. 26,53 €/l 19,90 € „Táganan“ – die Bezeichnung für einen der neuen spanischen, genauer kanarischen Spitzenweine, leitet sich vom Namen einer mit uralten Reben bestockten Zone im Nordosten Teneriffas, Taganana, ab, dem Alptraum eines jeden wackeren Winzers. Denn dieser Wein wird unter Extrembedingungen erzeugt. Rebschnitt, Weinbergsarbeit, Ernte sind ein Dauer- Clinch mit Mutter Natur. Die Reben wachsen hier wild auf vulkanischem Felsen und teilweise sogar an den Klippen weit über dem Atlantik, der unaufhörlich gegen die Landmasse anrollt. Hier mit Maschinen arbeiten? Unmöglich. Aber für die Envínates, die eine bemerkenswerte Leidensfähigkeit an den Tag legen, sind’s paradiesische Zustände. Negramol, Listán Negro, Moscatel Negra, Listán Gacho, Vijariego Negro, Mulata, Malvasía Rosada (und diverse, noch nicht identifizierte mehr) heißen die uns wenig bis gar nicht vertrauten Rebsorten, die (zu zwei Dritteln entrappt) bis zu 18 Tagen in Betonbehältnissen und kleinen Gärbottichen mazerieren, dann acht Monate in gebrauchten Fässern ausgebaut werden. Herkunft statt Kelelrtechnik! Schlanke, ja fast luftig wirkende12,0 Vol.-% Alkohol verheißt das Etikett, der Wein im Glas ist mittelrot und von quasi „burgundischer“ Transparenz. Das Bouquet hat ein Bleistift (nicht unter „6H“!) gezeichnet, im Duft anfangs Graphit, pencil shavings, Zedernholz, Tuff und schwarzer, frisch gemahlener Pfeffer. Darunter immer weniger versteckt, eine schmale, ganz der Frucht gewidmete Schicht, hier feinsäuerliche rote Johannisbeeren und (in Zeitlupe) Pfirsich und Agrumen (Salzzitrone, etwas Pomeranze). Mit etwas Luftkontakt dann Rosenblätter, ein Hauch Kampfer, der sich dann gen immer „wildere“, vulkanischere Noten hin verändert, die der „Táganan“ tinto auch am Gaumen in Szene setzt. Dann wieder die Frucht, jetzt auch etwas Himbeere, später Sauerkirsche und eine leicht würzige (Pfeffer, gemahlener Ingwer, eine Spur Piment) Pflaume. Als frankophiler Weinfachhändler suchen wir gerne den Vergleich zu bekannten Größen. Wer einen erstklassigen Cru, etwa einen Morgon Beaujolais schätzt, der könnte in diesem Wein einen Geisteverwandten entdecken, obschon der „Táganan“ eine ganz besondere Präzision und distinkte „Schärfe“ an den Tag legt. Man kann sich diesem Wein aber auch mit einer gewissen Unschuld, ja Unbedarftheit nähern, leicht gekühlt lässt er sich auch in „Terrassen-Situationen“ wunderbar unkompliziert (und herrlich erfrischend) trinken. Würzig-kühlfruchtige Finesse und Eleganz gepaart mit einer gewissen Wildheit, die ungewöhnlich animierend wirkt: ein echter Terroirwein, der das vulkanische Eiland widerspiegelt. Zusammen mit 2018 (95 Parker-Punkte!) der sicherlich beste Jahrgang des „Táganan“ tinto – a legend in the making! Wie immer bei Envinaté: unbedingt probieren! Zu genießen ab sofort, Potenzial bis 2028+. 50 PINWAND °320 | März 2021

Envínate TENERIFFA SPANIEN „BENJE“ DO YCODEN-DAUTE-ISORA, BLANCO 2019 Die Flór-Variante eines großen und stark limitierten Weißweins aus Teneriffa. max. 2 Fl./Kunde STE010419 „Benje“ DO Ycoden-Daute-Isora, blanco 2019 12% Vol. 26,53 €/l 19,90 € Mit dem „Benje“ blanco entsteht bei Envínate ein Weißwein, der in jeglicher Hinsicht einzigartig ist. Er stammt aus Weinlagen von 900 bis 1.100 Metern Höhe direkt am Vulkan Teide, dem höchsten Berg der Kanarischen Inseln auf Teneriffa. Wein wird dort seit Jahrhunderten angebaut, und es gab Zeiten, in denen die dortigen aufgespriteten Weine berühmter waren als jene aus Jerez, Madeira oder Málaga. Mit dem weißen „Benje“ greift das Team von Envínate diese Tradition in gewisser Weise wieder auf, allerdings ist ihr Wein nicht alkoholverstärkt, sondern mit 12 Vol.-% frisch und klar wie eine Brise vom nahen Atlantik. Doch so, wie man in Jerez traditionell Sherry aus der Rebsorte Palomino unter einer flor genannten Hefeschicht reifen lässt, tun das hier auch die vier Freunde von Envínate. Denn auch bei diesem „Benje“ verwenden sie Palomino, der auf Teneriffa Listán Blanco genannt wird. Jede Parzelle des steilen Weinbergs wurde von Hand verlesen. Das geht gar nicht anders, denn die bis zu 100 Jahre alten wurzelechten Buschreben sind untrainiert, werden also nicht beschnitten und stehen wie zufällig in der wildwüchsigen Landschaft. Die Trauben wurden dann teils in offenen Bottichen, teils im Betontank spontan vergoren, wobei 75 Prozent der Trauben direkt gepresst und 25 weitere Prozent je nach Parzelle für 14 bis 40 Tage auf den Schalen vergoren wurden. 65 Prozent des Weines reifte dann im Betontank bajo flor, also unter der Hefeschicht, was dem Wein eine dem Sherry ähnliche Anmutung mit Noten von Walnüssen, Wachs und Ähnlichem verliehen hat. Die restlichen 35 Prozent reifen in alten französischen Barriques. Nach neun Monaten entsteht die Cuvée, und der Wein wird unfiltriert und minimal geschwefelt abgefüllt. Der „Benje“ ist ein Weißwein mit einer „hohen Tonalität“ und einem so atlantischen wie vulkanischen Charakter, wobei sich die Säure dieses vergleichsweise kühlen Jahrgangs extrem positiv auswirkt und an beste kühle Mosel-Rieslinge erinnert. So klar wie ein Gebirgsbach zieht sie durch den Wein, an dessen Ufern es einiges zu entdecken gibt: rauchige Noten, als habe man den Stein, in dem die Reben wurzeln, frisch aufgeschlagen, dazu kommen die schon angesprochenen Nüsse, (vor allem Walnüsse), aber auch Grapefruits und Quitten, Apfelschalen, Wachs, Pfeffer und unreife Mandeln. Hinzu kommt der Geschmack von Salz oder eher von Jod, der den Wein mitbestimmt. Auch Sternfrucht ist im Spiel, und das nicht nur aromatisch, sondern auch in Sachen Textur: Als wenn man in die Frucht bisse und den leichten Widerstand spürte, bevor man das Fruchtfleisch erreicht. Das Spiel zwischen Würze, Frische und zarter Frucht ist einmalig. Der Wein ist ein absolutes Unikat, dessen einziges Problem ist, dass es davon immer nur minimale Zuteilungen gibt, sodass wir den „Benje“ bedauerlicherweise limitieren müssen. Sie können diesen Wein jetzt mit Genuss trinken, ihm aber ruhig auch noch Zeit bis 2030 und länger geben. „ Teneriffa © Ramos-Jose 51

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