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PINwand Nr. 320

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Frisch eingetroffen! Weinmailing Ausgabe März 2021 - Erlesene Weine, Feinkost und Spirituosen von Pinard de Picard - Weinhändler des Jahres 2010 & 2019 - Weinfachhandel und Weinversender

ÖSTERREICH BURGENLAND

ÖSTERREICH BURGENLAND Moric Moric BURGENLAND Roland Velich - Spiritueller Vater des Burgenlands © Peter Rigaud DAS BURGENLAND & DIE „HIDDEN TREASURES“ – ZWEI PROJEKTE, EINE VISION Werte Kunden, Roland Velich, für viele so etwas wie der spirituelle Vater des Burgenlands, ist in jedem Fall einer jener selten gewordenen Menschen, für die eine vergangene Generation den Begriff des „Feingeists“ verwendet hätte. Einer zumindest, der mit seiner – im Vergleich zu klassischen „Generationsbetrieben“ – doch noch überschaubaren, um nicht zu sagen kurzen Weingutshistorie bereits Geschichte geschrieben hat. Er hat das Burgenland, „sein“ Burgenland neu und gleichsam historisch interpretiert, die autochthone, ja „testimoniale“ Rebsorte Blaufränkisch auf einem vermutlich noch nicht dagewesenen Niveau ins kollektive Bewusstsein „zurückgerufen“ (wer nannte vor ihm die Begriffe „Terroir“ und „Lutzmannsburg“ in einem Atemzug?) und damit auch ein, wenn man so will, neues „geistiges“ Fundament für hervorragende Winzer wie Hannes Schuster und Uwe Schiefer geschaffen. Eigentlich Grund genug, sich auf diesen wohlverdienten Lorbeeren auszuruhen und vom Geschehenen zu profitieren. Doch Roland Velich ist ein Getriebener, ein „Träume-Verwirklicher“, ein Mann, dessen Ambitionen weit über das Kulturprodukt Wein hinausreichen. Daher auch die „Hidden Treasures“, ein ziemlich einzigartiges Projekt, das zum Spannendsten zählt, was wir in den letzten Jahren im Weinbau verfolgen konnten. Gezielt stellt Roland Spitzenbetriebe heute fast vergessener Regionen vor, verborgene Schätze. Sein Augenmerk gilt dabei dem Nachbar Ungarn, mit dessen einzigartiger Weinvielfalt er die burgenländische „Liebesaffäre“ weiterspinnt, den „kleinen Grenzverkehr“ einer historischen Landschaft wiederaufleben lässt. Wir sind sehr stolz darauf, Roland Velich auch hier begleiten zu dürfen und Ihnen, liebe Kunden, die Weine beider Projekte präsentieren zu können: „Zuerst war es vor allem die Faszination zum Land in dem ich geboren und aufgewachsen bin. Allerdings war es eine Begeisterung auf Raten; eine Begeisterung der es sich anzunähern galt; eine Begeisterung die auf dem Trotz und der Rebellion eines adoleszent Verwirrten heranwuchs. Eine Begeisterung, die sehr langsam aus dem Begreifen dessen, was Schönheit sein kann, keimte. 28 PINWAND °320 | März 2021

Moric BURGENLAND ÖSTERREICH Es waren die Stille, die Weite und das Flirren des Seewinkels, die Perspektive über den See, die verschlungenen Hügeln des Nordburgenlandes, der Schattenwurf letzter Gipfel der Ostalpen im Gegenlicht. Es war eine Begeisterung für den Ort und den Raum zwischen den Welten. Den Stacheldraht und die Wachtürme des Ostens buchstäblich im Rücken spürend, den Blick in die Zukunft Richtung Westen gerichtet. Später war die Idee nicht nur im, sondern vielleicht auch aus dem Land heraus leben zu können. Das Medium sollte Wein sein und dies stellte den Beginn einer „Begehung“ dar. Vom Osten des Sees über das Westufer, die Hügeln von Ödenburg bis zu den Ausläufern des Günser Gebirges, voll mit neuen Ideen, dem kategorischen Ansatz Schönheit zu finden und getragen vom Imperativ verstehen zu wollen, bin ich bis heute am Gehen, Suchen, gewillt zu verstehen und zu lernen, Perspektiven und Paradigmen zu verwerfen und neue zu finden. Was ich gefunden habe, ist eine grandiose Kulturgeschichte des Weinbaus. Uraltes Kulturland das sich in den letzten hundert Jahren verloren hat. Weinschätze die zu den wertvollsten und meist gesuchten der Welt zählten, heute verstaubt und überlagert, versunken. Diese verborgenen Schätze heben zu dürfen, diese Schönheiten wieder darstellen zu können, ist Teil der Faszination, die mich von Anfang an trieb, ohne damals auch nur den Funken einer Ahnung zu haben, was auf mich warten wird; es war nur ein Gefühl und die Begeisterung eines Heranwachsenden. „Hidden Treasure“ ist die Weiterführung des Gedankens der mich zur Entwicklung von Moric führte. Der Versuch eine Region zu fassen. Mit Mitteln zu fassen, die so pur und direkt sind wie möglich. Alte, traditionelle Methoden und volles Vertrauen auf die gegebene Substanz – eine uralte, über Jahrhunderte erfolgreiche und weltweit führende Weinkultur, die Böden und das Klima der pannonischen Ebene, eine Tiefebene die sich von den letzten Hügeln der Ostalpen entlang des Karpathenbogens erstreckt, die Rebsorten, die sich über lange Zeiträume als geeignet und wertvoll gezeigt haben und natürlich die Menschen, ein Mix aus Slawen, Deutschen und Ungarn, orthodox, katholisch, protestantisch, jüdisch und vermutlich noch einiges mehr … Ich habe mich entschlossen, diesen Weg gemeinsam mit jungen innovativen Winzern zu gehen. Winzer die bereit sind, sich in ähnlicher Art und Weise auf diese Reise einzulassen. Diese Reise jetzt zu starten ist wichtig – es ist Zeit diese großartige Weinkultur in originärer und authentischer Form dem geneigten Publikum wieder zugänglich zu machen.“ – Roland Velich GRÜNER VELTLINER „ANOTHER SERIOUS WINE FROM THE SAME GORGEOUS PLACE“, 2018 Ein Spitzenklasse-Grüner-Veltliner, den man probiert haben muss: individuell, anders, einfach großartig! OBL030318 Grüner Veltliner „A. Serious W. F. T. S. Gorgeous P.“, 2018 13,5% Vol. 79,86 €/l 59,90 € Winziger Exkurs zur Geschichte eines sperrigen Namens: Vor einigen Jahren hatte Blaufränkisch-Flüsterer Roland Velich eine mit alten Grüner-Veltliner-Rebstöcken bepflanzten Weinbergparzelle bei St. Georgen bei Eisenstadt entdeckt und penibel auf Vordermann gebracht. Im Gegenzug erhielt er für die Ortsnennung auf dem Etikett keine Genehmigung. Und so entstand aus Protest der letztlich doch auf St. Georgen verweisende Name – lang, aber doch so originell und so einprägsam, dass sich in all der Zeit nichts geändert hat. Ein Unikat – wie Wein und Winzer. In hellem Gelb, fast blass und transparent am Rand, ergießt sich der Wein aus der schweren Flasche ins Glas. Anfangs recht zurückhaltend – dieser „GV“ muss atmen. Und wer beim Bouquet dann zuallererst an Chardonnay und Burgund denkt, liegt so falsch nicht – der Wein wächst auf Kalkböden – und doch daneben. Das ist im ersten Moment karg, mineralisch-steinig, ungeheuer subtil. Während wir den ersten Schluck noch herauszögern, beginnt dieser „ernsthafte Wein“ sich langsam, ganz langsam in seiner ganzen gorgeousness zu zeigen. Denn herrlich mischen sich jetzt gelbes Steinobst, Pfirsich, Ananas und Melone sowie eine zitrische Brise nebst leicht grünen Noten. Dazu ein Hauch frisch duftendes Heu und eine feine Rauchnote – verführerische Eleganz pur! Cremig-samtig und doch zupackend am Gaumen, es flirrt und vibriert. Ein kompakter Wein wie aus einem – grandiosen! – Guss, der immer mehr Facetten offenbart. Im Abgang erinnert bei jedem prächtigem Schluck voller Pfirsich und Ananas eine zarte Herbe an Kumquat und animiert zum nächsten, eine wunderbare, perfekt integrierte Kräuterwürze animiert zudem immens. Der Nachhall ist lang, salzig und von großer Tiefe: elegant und ungeheuer vielschichtig strukturiert. Ein individueller, faszinierender und ungewöhnlicher Grüner Veltliners, der mit viel, viel Luft schon mächtig Spaß macht. Ein Fest für aufgeschlossene GV-Trinker, für Burgunder-Liebhaber und vin naturel-Begeisterte gleichermaßen. Solistisch oder als elegant-strukturierter Begleiter zu großer Küche ab sofort (und dringend karaffiert) bis 2031+. 29

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