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PINwand Nr 318

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Weinmailing Ausgabe Januar 2021 - Erlesene Weine, Feinkost und Spirituosen von Pinard de Picard - Weinfachhandel und Weinversender

DEUTSCHLAND RHEINGAU

DEUTSCHLAND RHEINGAU Corvers-Kauter ASSMANSHÄUSER PINOT NOIR 2018 Herkunftstypischer Pinot Noir DRG031418 Assmanshäuser Pinot Noir 2018 13,5% Vol. 37,33 €/l 28,00 € DE-ÖKO-039 „Die sublimen Pinot Noir aus Assmanshäuser und Rüdesheimer Lagen sind eine besondere Stärke des Gutes und zumindest für den Jahrgang 2017 unseres Erachtens die besten im Rheingau.“ So euphorisch urteilte die Jury des Vinum Weinguide im vorherigen Jahr. Dabei macht die Rotweinproduktion nur einen kleinen Teil im Weingut aus. Um so mehr legen Matthias und sein Sohn den Fokus voll und ganz auf die Qualität. Das zahlt sich aus. Der Assmanshausener Pinot Noir ist einfach ein wunderbarer Vertreter seiner traditionsreichen Herkunft. Seit einem halben Jahrtausend wird hier im nördlichen Rheingau der Fokus auf die rote Rebsorte gesetzt. Dieser im größtenteils gebrauchten Holz ausgebaute Wein duftet fein nach Schlehe, Sauerkirschen und etwas Pflaumen. Er zeigt sich fleischig und zugleich fruchtintensiv. Das ist der Hedonismus, den wir an Assmannshausen lieben. Diese zarte und tänzelnde Art. Vor allem aber begeistert uns die Zugänglichkeit dieses Ortsweins. Bei Corvers-Kauter legen Vater und Sohn den Fokus auf eine frühe Lese bei vollreifem Traubenmaterial. Die 13,5% Vol.-Grenze soll niemals überschritten werden. Um die Frische zu erzielen, entblättern sie sehr früh, bereits wenn die Fruchtansätze erbsengroß sind. Dies verzögert die Reife. Ein weiterer Schritt ist das Freihalten des unteren Rebstockbereiches und Abhärten der Beeren durch eine frühzeitige Besonnung. Die Trauben werden so automatisch als Schutzreaktion dickschaliger. Das Ergebnis ist ein exzellenter Pinot Noir, der durch glasklaren Herkunftscharakter besticht. Trinkreife ab sofort, Höhepunkt wohl ab Herbst 2020 bis 2026+. RÜDESHEIMER DRACHENSTEIN PINOT NOIR 2018 Gut gebrüllt, Drache! Beeindruckender Pinot Noir mit sehr großem Potenzial. DRG031518 Rüdesheim Drachenstein Pinot Noir 2018 13,5% Vol. 64,00 €/l 48,00 € DE-ÖKO-039 Den Rüdesheimer Drachenstein prägt das Trio aus Schiefer, Löss und Quarzit. Allein diese Tatsache unterscheidet ihn von den kalkgeprägten Böden Burgunds deutlich. Stilistisch ist allerdings das, was hier – zumindest in Sachen Rotwein – passiert, ganz deutlich französisch, um nicht zu sagen burgundisch orientiert. Matthias Corvers spricht in diesem Zusammenhang dann auch von Pinot Noir und eben nicht von Spätburgunder. Unvergleichliche Finesse und großes Potenzial verbindet er mit den Spitzengewächsen der linksrheinischen Nachbarn. Die beiden großen Pinots des Hauses, der „Drachenstein“ und der „Höllenberg“ sind, obgleich man Ihnen stilistisch sicherlich eine Handschrift zuordnen würde und beide identisch vinifiziert sind (im Weinberg: Entblättern der Reben zur Abhärtung gegen intensive Sonneneinstrahlung, frühe Lese um die Finesse zu bewahren; im Keller: Kaltmazeration und zarte Extraktion für eine elegante Frucht, Ausbau in überwiegend neuen Barriques französischer Provenienz), sehr unterschiedlich: würzig-cassisfruchtig der „Höllenberg“ mit seinem unverwechselbar filigranen Profil, das so nur diese Steillage hervorbringt, runder und deutlich extrovertierter der „Drachenstein“. Im Duft auf Anhieb recht vielschichtig, vieles sofort gleichzeitig: Kirschen, rote Beerenfrucht, etwas Pflaume, Darjeeling, eine ausgeprägte, leicht rauchige Würze. Am Gaumen durchaus substanziell, fruchtigfleischig, sehr dicht verwoben, Tannine präsent, aber sehr seidig, wunderbarer Trinkfluss mit schönem, sehr „seriösem“ Schmelz. Im Finish und im Nachhall wird die anfänglich subtile, dann immer „raumgreifendere“ mineralische Tiefe des Weins überdeutlich. Ein beeindruckender Pinot Noir mit großem, sehr großem Potenzial! Trinkreife wohl ab sofort, Höhepunkt 2026 bis 2042+. 98 PINWAND °318 | Januar 2021

Corvers-Kauter RHEINGAU DEUTSCHLAND „Pinot Noir von internationaler Klasse“ – VINUM WEINGUIDE 2021 ASSMANNSHÄUSER HÖLLENBERG PINOT NOIR 2018 Pinot Noir von der wohl legendärsten Lage des Rheingaus, dem Assmannshäuser Höllenberg! DRG031618 Assmanshausen Höllenberg Pinot Noir 2018 13,5% Vol. 90,66 €/l 68,00 € DE-ÖKO-039 Bis ins späte 15. Jahrhundert lässt sich der Spätburgunderanbau am nördlichen Ende des Rheingaus in Assmannshausen zurückverfolgen. Und über den legendären Höllenberg schrieb bereits Goethe zu Beginn des 19. Jahrhunderts und lobte ihn nach einer Reise durchs Rheingau. Diese bis zu 300 Meter hohe Lage zählt mit ihrer bis zu 60%igen Neigung zu den steilsten im Rheingau. Verwitterter Schiefer und Lösslehm prägen die Böden. Im speziellen Mikroklima der Berglage treiben die Reben oft schon mehrere Wochen früher als andernorts aus, wodurch sie besonders lange bis in den Herbst ausreifen können und eine selten gesehene aromatische Tiefe besitzen. Liebhaber deutscher Spätburgunder geraten ins Schwärmen, wenn der Name Höllenberg erklingt: „Unbestrittene Spitzenlage ist der Assmannshausen Höllenberg, eine mittel- bis tiefgründige Schieferlage, teilweise durchzogen mit lehmigen Quarziten“ (Braatz, Sautter, Swoboda, „Weinatlas Deutschland“). Die Rotweine aus dieser Lage besitzen unter Kennern Kultstatus, weil Exemplare aus den 1920er- bis 1950er-Jahren sich noch heute quicklebendig und verblüffend frisch im Glas zeigen. Der 2018er Höllenberg jedenfalls hat noch ein sehr langes Leben vor sich! In diesem noch recht frühen Stadium benötigt der „Höllenberg“ ein wenig Zeit, bevor er einen Blick hinter den dicht gewebten „Vorhang“ zulässt. Im Duft Waldbeeren, kühle Cassisnoten, später dann Kirsche, die immer wieder vom aromatischen „Dunkel“ der schwarzen Johannisbeere eingeholt und um eine zarte Süßholznote ergänzt wird. Hochfeine, rauchig-mineralische Anklänge (Schiefer? Schiefer!), Gewürz- und Kräuternoten (etwas Nelke, ein Hauch balsamisch-ätherische Minze), alles ungleich fein gewirkt, noch sehr in sich gekehrt, auch wenn die Frucht sich immer wieder eine elegante Bahn bricht. Am Gaumen ein ähnliches Phänomen: eine gespannte, konzentrierte Ruhe, eine filigrane, gleichzeitig stahlig-straffe Komposition, die ein mezzo piano nicht zu überschreiten scheint, aber schon jetzt einen cantus firmus erahnen lässt, der ins Unendliche crescendieren wird. Was wir für den 2016er angemerkt haben, gilt auch für hier: in der Jugend zurückhaltender, „introvertierter“ als der „Drachenstein“ (der diese Komplexität nicht erreicht), ein großer Wein, von einer geradezu „philosophischen Tiefe“ (und wunderschön präsente, präzise Säure- und Tanninstruktur), die es sich ausloten lohnt. Ein großartiger „Höllenberg“, eine so kühne wie nachvollziehbare Interpretation der Lage. Warten, träumen, trinken! Schon jetzt erste „Trinkversuche“ unbedingt wert, ansonsten ab etwa 2024 bis 2046+ 99

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