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PINwand Nr 318

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Weinmailing Ausgabe Januar 2021 - Erlesene Weine, Feinkost und Spirituosen von Pinard de Picard - Weinfachhandel und Weinversender

DEUTSCHLAND MOSEL Fio

DEUTSCHLAND MOSEL Fio kommt auch nichts hinzu und wird auch während der Gärung nicht geschwefelt. Entstanden ist ein Wein mit gerade einmal 11,5 Vol.-% und einem perfekt ausbalanciertem Verhältnis von je 6,5 Gramm Säure und Restzucker – ideal für einen Moselwein. Der Wein fasziniert vom ersten Moment an. Er besitzt eine ganz leichte, an Knallplättchen erinnernde Reduktionsnote, die aber sehr schnell zugunsten von Frucht, Hefe und Würze im Hintergrund verschwindet und abtritt. Am vordersten Rand der Bühne platzieren sich nun Noten von Anisplätzchen und Muskat, Kardamom und Trockenkräutern, von ein wenig Pfeffer und Steinsalz, Orangenabrieb und Zitronen, Aprikosen, Melonen und Birnen mit einem Hauch von Pistazien und Mandeln. Das wirkt so intensiv wie pikant, und man kann kaum den ersten Schluck erwarten, nach dem es ähnlich komplex und sinnlich weitergeht. Er wirkt fast trocken, dieser „Socalcos“, aber eben nur fast; denn diese feine Süße, die hier präsent ist, wirkt überaus sinnlich, zumal das lange Hefelager für eine seidige Textur sorgt. Dieser Riesling fasziniert. Er lässt einen nicht mehr los, ist elegant und delikat, feinsinnig und lebendig, irgendwie schlank und doch kraftvoll, packt zu und umhüllt die Zunge mit Samt und Seide. Für Stephan Reinhardt ist dieser Wein „ausgezeichnet!“, er bewertet ihn mit 92 Punkten für Wine Advocate. Für Stuart Pigott (James Suckling sind es 93 Punkte. Und bei uns ist es einfach Begeisterung, die dieser eigenständige Mosel-Wein hervorruft. Zu genießen ist der Wein sofort – idealerweise karaffiert – und auf dem Höhepunkt von 2023 bis sicher 2027. FALKENBERG 2016 Einen solchen Mosel-Riesling findet man bis heute selten. Absolute Präzision trifft auf seidige Eleganz. DMO300316 Falkenberg 2016 11% Vol. 38,00 €/l 28,50 € Was für ein bemerkenswerter Wein! Wenn man über Mosel und über 11 Vol.-% Alkohol spricht, dann meist über restsüße Kabinett-Weine. Beim „Falkenberg“ 2016 von Fio ist das anders. Der ist praktisch durchgegoren – und wie! Denn bei Fio, dem Projekt von Philipp Kettern, Daniel und Dirk van der Niepoort, gären die Weine spontan und dann sehr lange in kühlen Kellern und werden zudem noch einmal sehr lange auf der Hefe belassen. In diesem Fall war es eine Zeitspanne von einem Jahr im 1.000-Liter-Fuder auf der Vollhefe, danach noch einmal ein Jahr im Edelstahl, und nach einer leichten Filtration wurde der Wein mit minimalem Schwefel auf die Flaschen gefüllt, wo er weiter reifen durfte. So hat man hier nun Riesling aus einer hoch gelegenen, nach Osten ausgerichteten Lage im Piesporter Falkenberg mit alten Reben als Grundlage, die in Schiefer mit einem hohen Quarzit-Anteil wurzeln. »Die Idee für den Falkenberg bekamen wir, als wir alle zusammen eine Flasche 1997er „Brauneberger Juffer Sonnenuhr Auslese Trocken“ von Fritz Haag getrunken haben – blind. Wir waren so begeistert und fasziniert. Das war großer trockener Riesling von der Mosel. Frisch, elegant, kristallklar und enorm präzise. So sollte Mosel trocken schmecken. Und er hatte nur 11,5 % Alkohol. Das war die Inspiration für den Falkenberg.” Das Ergebnis aus diesem Zusammenspiel von Inspiration, exzellenten Lagen und Können ist ein Duft von knackigem Riesling in Verbindung mit einer leicht rauchigen Ader, mit weißen Blüten und weißfleischigem Steinobst, Zitrusfrüchten und Schieferwürze, gelber Birne und Birnenquitte, etwas Kurkuma, Safran und nasskühlem Stein. Dieses Kühle und Knackige bietet der „Falkenberg“ erst recht am Gaumen, wo uns eine beeindruckende Klarheit und Transparenz erwartet. Der Riesling ist erfrischend wie ein Gebirgsbach, der einen unmittelbar elektrisiert. Dabei begeistern die Textur dieses Weines und die sehnige Spannung der lebendigen Säure. Es ist ein Wein für ein volles Mundgefühl, intensiv und pur mit Salzigkeit und Schieferwürze im Finale, leicht und kraftvoll zugleich! Zu genießen ist der Wein sofort – idealerweise karaffiert – und auf dem Höhepunkt bis mindestens 2029. 94 PINWAND °318 | Januar 2021

Fio MOSEL DEUTSCHLAND FIO 2015 „Der 2015er ‚Fio‘ ist einfach grandios“ Gault&Millau Piesport – mit seinen weltberühmten Lagen ein Edelstein an der Mosel! 93 Punkte GAULT&MILLAU DMO300415 Fio 2015 11,5% Vol. 60,00 €/l 45,00 € Wenn man nur nach der tiefgelben Farbe geht, dann kann man bei Fios 2015er „Fio“ den Eindruck gewinnen, dass es sich hier entweder um einen gereiften Jahrgang oder um sehr vollen Riesling handelt. Doch beides trifft nicht wirklich zu. Was bei diesem „2015er Piesporter Riesling Trocken“ – so der offizielle Name – der Fall ist, ist ein sehr langes Hefelager von 24 Monaten im alten Fuder auf der Vollhefe, der Verzicht auf Schönung und Filtration und ein nur minimaler Einsatz von unter 30 mg/l Schwefel. Es ist ein bemerkenswerter, ja imposanter Mosel-Riesling, den man hier ins Glas bekommt. Auch wenn es sich hier ja offiziell nur um einen Ortswein handelt, ist das ein großer Moselwein. Inoffiziell heißt es, dass fast die gesamte Frucht aus alten Anlagen im Piesporter Goldtröpfchen stammt. Für moselanische Verhältnisse ist dieser Wein mit unter drei Gramm Restzucker praktisch trocken und mit fast acht Gramm Säure bei schlanken 11,5 Vol.-% Alkohol quicklebendig. Dadurch baut der Wein ein Spannungsfeld auf, wie man es von der Farbe, aber auch vom Duft her nicht erwartet. Der wird definiert von einem komplexen Zusammenspiel reifer Birnen-, Quitten- und Apfelfrucht, von Aprikosen und Weinbergpfirsichen sowie von reifer Ananas und Grapefruits in Verbindung mit Salzmandeln, Nüssen und Pistazien, warmen Anisplätzchen und getrockneten Kräutern samt einem Hauch von Jura-Oxidation, obwohl man im ersten Moment das Gefühl hat, es gäbe reduktive Flint-Noten. Das ist natürlich kein Zufall, denn als Vorbild dieses Weines dienten Weine von Jean-François Ganevat, die Philipp Kettern genauso liebt wie Daniel van der Niepoort, der dort gearbeitet hat. So komplex und dicht dieser Riesling gewirkt ist, so zart und fast schüchtern bleibt er. Alles ist fein gewebt und wird am Gaumen von einer beeindruckenden Spannung bestimmt. Auch hier wirkt der Wein zunächst voll, wird dann aber immer schlanker und geradliniger, ist intensiv und überaus lebendig. Und doch zeigt sich hier auch eine wunderbare Entspanntheit, die vom langen Hefelager herrühren dürfte, das dem Wein eine seidig elegante Textur verleiht. Es ist gleichsam die Quadratur des Kreises, die der „Fio“ vollführt. Er zeigt sich so intensiv wie auch kraftvoll und bleibt doch irgendwie schwerelos und transparent. Ist das nicht ein Kennzeichen eines großen Weines? Bei Mosel Fine Wines heißt es: „Liebhaber eines leichtfüßigen und eleganten trockenen Rieslings sollten sich darauf stürzen!“ Und dafür gibt es 94 Punkte! Zu genießen ist der Wein sofort – idealerweise karaffiert – doch den Höhepunkt wird er erst 2023 erreichen bis mindestens 2030. 95

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