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PINwand Nr 318

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Weinmailing Ausgabe Januar 2021 - Erlesene Weine, Feinkost und Spirituosen von Pinard de Picard - Weinfachhandel und Weinversender

DEUTSCHLAND MOSEL Fio

DEUTSCHLAND MOSEL Fio RÄTZELHAFT 2018 Rätselhaft? Nein, eher ein absolut klassischer, knackiger und saftiger Mosel-Riesling. DMO300118 Rätzelhaft 2018 12% Vol. 14,53 €/l 10,90 € Aus den Piesporter Lagen Goldtröpfchen, Falkenberg und Günterslay nutzten Philipp Kettern sowie Daniel und Dirk van der Niepoort die Frucht für diesen Riesling, der rätselhafterweise in einer Burgunderflasche abgefüllt wird. Das Ziel der drei Winzer, die zusammen das Fio-Wines-Projekt gegründet haben, ist es, im eigentlichen. Sinne des Wortes „klassische“ Rieslinge in die Flasche zu bringen, also Weine, wie man sie früher gemacht hat. Das merkt man schon dem Basis-Riesling vom Tonschieferboden an, der mehr als ein Jahr lang in 2.000-Liter-Fässern auf der Vollhefe lag. Aus diesem langen Hefelager, bei dem auch auf den Einsatz von Schwefel verzichtet wurde, ergibt sich eine ganz eigene intensive Textur des Weins und eine wunderbare Fülle am Gaumen, die einen Kontrapunkt zur Frische setzt, die dieser Riesling ebenfalls in sich trägt. Das ist auch im warmen Jahrgang 2018 nicht anders, aus dem der trockene Riesling mit 12 Vol.-% und einer frischen, knackigen und lebendigen Säure daherkommt. Den Jahrgang erkennt man am besten im Duft der reifen Steinobstfrüchte, bei denen vor allem der Weinbergpfirsich hervortritt und sich zu reifen Zitrusund Kernobstfrüchten gesellt. Daneben fallen Noten von Salzmandeln und Nüssen auf, von Stein und einigen Gartenkräutern. Am Gaumen dann trifft die schon erwähnte Säure auf eine hefig cremige Textur mit leichtem Gerbstoff-grip sowie eine animierende Salzigkeit und vibrierende Mineralität im Finale, die noch von einem Hauch Senfsaat und von Korianderkörnern begleitet wird. Der „Rätzelhaft“ lässt unserer Meinung nach in diesem Preisbereich keine Wünsche offen. Das ist ein ruhiger Wein, der gleichzeitig eine große innere Spannung offenbart. Hier zeigt sich schon die große Klasse, die sich durch alle weiteren Weine von Fio zieht. Von Stuart Pigott, der die Weine für James Suckling bewertet hat, gibt es 91 Punkte. Zu genießen ist der Wein sofort. Er sollte aber idealerweise karaffiert werden. Den Höhepunkt erreicht er ca. 2022 bis mindestens 2026. PIU PIU PETNAT 2016 „Ein fantastischer Pet Nat, der die Rebsorte Riesling neu interpretiert.“ 92 Punkte im Gault&Millau. DMO300500 Piu Piu Petnat SC 11,5% Vol. 23,86 €/l 17,90 € Was Philipp Kettern, Daniel und Dirk van der Niepoort – aka „Fio Wines“ – mit dem „Piu … Piu Petnat“ auf die Flasche bringen, ist einfach fantastisch. Da wurde der Riesling-Grundwein aus dem Piesporter Goldtröpfchen für zwei Jahre teils im Moselfuder, teils im Edelstahl im kühlen Keller auf die Vollhefe gelegt und dann mit so viel Restsüße und so viel Hefe in die Flasche transferiert, dass der Wein dort bei wärmerer Umgebungstemperatur einfach weitergären konnte. Auf Schwefel konnte bei diesem Verfahren gänzlich verzichtet werden. Und genau das war das Ziel: einen Schaumwein zu machen, wie man ihn früher gemacht hat und wie es mit der Naturweinszene wieder en vogue geworden ist. Pétillant naturel oder kurz „Petnat“ heißt diese Art Schäumer, der etwas anderes sein will als ein klassischer Champagner oder Sekt. Das hier ist ein bubbly für den ungezwungenen Augenblick, weniger einer für den Abend mit Smoking oder Abendkleid, vielmehr einer, bei dem beim Öffnen der Flasche auch mal ein Spritzer danebengehen kann. Dabei darf die Flasche ruhig vor dem Öffnen einmal kurz gedreht werden, sodass sich das Hefelager im Wein verteilt. Dann aber hat man einen echt ungewöhnlichen Spaßwein im Glas, der zugleich viel Substanz bietet, stammt der Grundwein doch aus einer weltberühmten Lage, durfte zwei Jahre auf der Hefe lagern und dann nochmal knapp zwei Jahre auf der Flasche. Das schmeckt man bei diesem Wein, der spritzig und frisch ist, mit viel knackig gelber Zitrusfrucht, mit Grapefruits und Kumquats, mit etwas gelber Birne und einem Hauch Quitte, zudem mit ein wenig Steinobst und Stachelbeere, Hefe und viel Tonschiefer-Würze. Am Gaumen zeigt sich der Riesling mit viel Druck und einer vibrierenden Perlage. Ja, dieser „Petnat“ hat auf äußerst sympathische Weise ein fast überschäumendes Temperament und dazu eine intensive Frucht von Grapefruits und Lagerapfel, einen Hauch von Zimt und Kardamom mit zerstoßenem Stein und Trockenkräutern. Wunderbar! Im Italienischen hieße „Più … più“ „mehr … mehr“. Das ist ein absolut passender Name für dieses Getränk! Zu genießen ist der Wein sofort bis mindestens 2024. 92 Punkte GAULT&MILLAU 92 PINWAND °318 | Januar 2021

Fio MOSEL DEUTSCHLAND Daniel Niepoort und Philipp Kettern: Die Entdeckung des Jahres im Gault&Millau 2020! SOCALCOS 2018 „Schlank, frisch und blumig, aber mit Substanz, Griff und seriöser Länge. Ausgezeichnet!“ – Robert Parker, 92 Punkte DMO300218 Socalcos 2018 11% Vol. 22,53 €/l 16,90 € Nach und nach wird bei Fio das Portfolio mit immer mehr beeindruckenden klassischen Rieslingen von der Mosel gefüllt. Dabei sprechen Flaschenform und Gestaltung für moderne Weine. Tatsächlich kommt bei Fio beides zusammen. Die Namen „Fio“ und „Socalcos“ stammen aus der portugiesischen Heimat von Daniel und Dirk van der Niepoort, der Riesling aus dem Leiwener Josefsberg, den ihr Freund Markus Schneider aus Ellerstadt 2017 erworben und Fio zur Verfügung gestellt hat. „Fio“ heißt übersetzt „Faden“ und versinnbildlicht die Verbindung der drei Weinmacher Daniel und Dirk mit Philipp Kettern über Ländergrenzen hinweg, er versinnbildlicht aber auch den roten Faden, der sich durch die gesamte Linie ihrer Weine zieht. Hier geht es um schlanke und präzise Weine mit großem Trinkfluss. Als „Socalcos“ bezeichnet man die klassischen quer terrassierten Weinberge im Douro-Tal, der Heimat der van der Niepoorts. An diese Terrassen erinnert auch der Weinberg am Leiwener Josefsberg, der hoch und kühl liegt. Dort stehen die Reihen der alten Rieslingreben quer zum Berg und haben für sich genommen so wenig Hangneigung, dass dort Schafe einen Großteil der Weinbergsarbeit verrichten – sicherlich ein Grund, warum sich die Vierbeiner auch auf dem Etikett des Rieslings finden. Ausgebaut wurde der Wein nach dem Fio-Rezept, bei dem eine klassische Ausbauart genutzt wird: Spontanvergärung und ein langes Lager auf der Vollhefe für mindestens ein Jahr im alten Mosel-Fuder. Dieses Lager auf der Vollhefe, für das übrigens auch Hefen aus vorangegangenen Jahren genutzt werden, lässt sich nur dann realisieren, wenn diese Hefen absolut sauber und frei von Rückständen sind. Deshalb 93

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