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PINwand Nr 318

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Weinmailing Ausgabe Januar 2021 - Erlesene Weine, Feinkost und Spirituosen von Pinard de Picard - Weinfachhandel und Weinversender

SPANIEN EL HIERRO

SPANIEN EL HIERRO Bimbache „GRAND CRUZ DEL CALVARIO“, DO EL HIERRO BLANCO 2019 94 Punkte: „So aufregend zu trinken! Reiht sich selbstbewusst in die Riege der besten kanarischen Weißweine – Envínate und Suertes del Marqués – ein.“ – Decanter 93+ Punkte: „Das ist beißend, mineralisch, gleißend hell mit verrückten Werten für Säure und pH. Wird vermutlich ewig leben.“ – Luis Gutiérrez (Robert Parker’s Wine Advocate) El Hierros erster „Grand Cru(z)“, ein Wein wie in Lava gemeißelt! Limitiert: max. 2 Fl. / Kunde SHI010319 „Grand Cruz del Calvario” DO El Hierro blanco 2019 13% Vol. 46,66 €/l 35,00 € 94 Punkte DECANTER 93+ Punkte WINE ADVOCATE Das „große Cru-Kreuz vom Kreuzweg“ lässt uns keinen Sekundenbruchteil lang leiden, sondern versetzt uns sofort in eine Art fröhliche Raserei: Wieder erweist sich das autochthone Wunderwerk aus Vijariego Blanco, Listán Blanco, Gual, Baboso Blanco und Forastera Blanca (und anderen mehr) als atemberaubender stilistischer Drahtseilakt. Für uns steht zweifelsfrei fest, dass Bimbaches „Grand Cruz del Calvario“ ein immens großer Wein ist, den, wenn alles mit rechten Dingen zugeht, Pablo Matallana und Rayco Fernández in den kommenden Jahren zu einem Monument formen werden. Der „Grand Cruz“ als Fanal der Renaissance des Weinbaus auf den Kanaren – doch, das trauen wir den beiden, das trauen wir der außerordentlichen Substanz dieser grandiosen Cuvée zu! Im Duft anfänglich, wie alle weißen „Bimbaches“ sehr zurückhaltend, weil verschlossen. Verschlossen allerdings wie eine geballte Faust, deren Anblick doch das eine oder andere Detail entnehmen kann. Mit etwas Luft dann wieder eine leichte Manzanilla-Anmutung, nicht ganz so deutlich wie etwa beim „John Stone“, hier eher mit Silberstift auf hellem Karton: Kamille, etwas Fenchel, Zitronenmelisse, und kühle Feuersteinnoten. Sobald sich die ersten flintig-rauchigen Wolken lichten, bricht sich ein fast honigfarbener Ton die Bahn – der komplexe Unterbau der nach und nach in die Bühnenmitte strömenden Aromen von Hefe, getrockneten Blüten und noch grünen wie auch leicht gerösteten Mandeln. Am Gaumen dann eine glockenhelle Säure, die in geradezu seismischen Wellen das Geschehen bestimmt! Das ist mit Lust aufs Äußerste getrieben, der „Grand Cruz“ glänzt durch eine fast schon irrwitzig straffe, dabei ungemein animierende salzig-zitrische „Kargheit“, die dem Wein eine energetisierend elektrische Qualität verleiht, was durch eine zarte Holznote am Gaumen nur noch verstärkt wird. Das ist schon fast schmerzhaft schön, auch wenn die Besteigung eines „Kalvarienbergs“ vermutlich nicht jedermanns Sache ist. Für uns: zum Niederknien! Ab sofort bis sicherlich 2029+. Für diesen und auch die anderen Weißweine von Bimbache gilt: Am zweiten oder dritten Tag nach Öffnen noch einmal so großartig! 76 PINWAND °318 | Januar 2021

Bimbache EL HIERRO SPANIEN BIMBACHE DO EL HIERRO TINTO 2019 Magma-mineralisch Limitiert: max. 2 Fl. / Kunde SHI010419 Bimbache DO El Hierro tinto 2019 12% Vol. 39,93 €/l 29,95 € Für den „kleinen Roten“ aus dem La-La-Lava-Land kommt das Traubenmaterial von 50- bis 100-jährigen Reben, die auf sandig-lehmigen, mit einem hohen Anteil vulkanischen Sands und Asche durchsetzten Böden im sonnigen, deutlich trockeneren Südteil der Insel zum Einsatz. Aufgrund des Alters der Reben bzw. ihrer „archaischen“ Pflanzweise kann man sicherlich davon ausgehen, dass hier Dutzende von (roten wie weißen) Traubensorten in die Cuvée eingehen, vorrangig aber sicherlich Listán Negro, Vijariego Negro, Listán Blanco und Forastera Blanca. Der Wein sieht weder bei der Gärung noch in der Reifephase Holz und wird, wie alle Weine von Bimbache, ungeschönt und ungefiltert abgefüllt – was dem hell leuchtenden Kirschrot (zart violette Reflexe inklusive) keinen Abbruch tut. Nach Sekunden im Glas Schwefelhölzer, Graphit, Feuer- und Tuffstein, Asche und noch mehr Schwefel. Darüber ein Hauch von rauchigem Blütenduft, als habe jemand auf der noch nicht ganz erkalteten Lava ein Blumenbrandopfer dargebracht. Mit etwas mehr Luft und größerem Glas dann erste Fruchtnoten (Orangenschale) und wieder Blüten. Am Gaumen dann verblüffend seidig, verblüffend elegant, sehr fein gewirkte Tannine, Assamteenoten, sehr leicht, fast federnd, muskulöser Spitzentanz, verblüffend frisch. Und dennoch lässt sich die „Schwärze“ der vulkanischen Umgebung mit jedem Schritt, mit jedem Schluck neu erahnen. Nach etwa 20 bis 30 Minuten im Glas haben sich die eher mephitischen Komponenten verflüchtigt, zurück bleibt eine sehr komplexes, dafür umso trinkanimierenderes Spannungsfeld aus (immer noch verhaltener) Frucht, leicht kreidiger Mineralität und einer faszinierenden, an Tiefenschärfe deutlich gewinnenden Gerbstoffstruktur. Ein ungewöhnlicher, ungewöhnlich schöner Wein.Bitte mehr davon, wir sind schon ein wenig Bimbache-süchtig! Ab sofort und gerne etwas kühler bis 2024+ 77

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