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PINwand Nr 318

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Weinmailing Ausgabe Januar 2021 - Erlesene Weine, Feinkost und Spirituosen von Pinard de Picard - Weinfachhandel und Weinversender

ÖSTERREICH BURGENLAND

ÖSTERREICH BURGENLAND Velich „TIGLAT“ CHARDONNAY, WEISS 2018 Ein Chardonnay, der Geschichte schrieb und weiterhin schreiben wird! OBL050418 Tiglat Chardonnay, weiß 2018 13% Vol. 73,33 €/l 55,00 € OBL050418M Tiglat Chardonnay, weiß 2018 MAGNUM 13% Vol. 78,66 €/l 118,00 € 95–97 Punkte FALSTAFF „Trotz Barriquevinifikation ist dem Tiglat sein urburgenländischer Charakterzug nie abhandengekommen.“ – Peter Moser, Falstaff „Dieser Wein hat uns international bekannt gemacht. Die Einzellage wurde bereits im Jahr 1959 gepflanzt. Die Rebstöcke haben viel erlebt und aufgenommen, was sie nun weitergeben können. „Tiglat“ ist ein alter Mundartausdruck für einen kleinen Teil der Riede. Genauso eng mit der Region verbunden ist sein unvergleichlicher Geschmack.“ – Heinz Velich Heinz Velichs „Tiglat“ ist eine, wenn nicht die Weißweinlegende Österreichs. Man ist versucht, die origin story dieses Weins Anfang der 1990er zu vermuten, tatsächlich aber reichen die sprichwörtlichen Wurzeln bis 1959, als die ersten Chardonnay-Reben, die sich für die Weinbauregion Burgenland, ja für die historia in vino Österreichs geradezu schicksalhaft erweisen sollten, gepflanzt wurden. Damals waren sich die Velichs ihres Schatzes noch gar nicht bewusst, denn als Vater Helmut seinerzeit die Reben setzte, ging er davon aus, dass es sich dabei um Weißburgunder-Klone handelte. Und auch als Weißburgunder verhielten sich die Reben so, wie sich Reben bei entsprechender Hege und Pflege eben verhalten, trugen Trauben, wuchsen weiter und reiften zu „vieilles vignes“ heran, die immer erstklassigeres Traubenmaterial lieferten. Und irgendwann besahen sich die Velichs die Sache einmal genauer und stellten dabei (vermutlich) erfreut fest, dass es sich bei den vermeintlichen Weißburgunder-Klonen um Morillon, eine genetischen Variation des Chardonnays, handelt. Ein besseres Timing hätte sie sich nicht wünschen können, überschnitt sich doch der Zeitpunkt der Velich’schen Entdeckung mit dem Trend hin zu neuen, international („international erfolgreichen“) Rebsorten. Man stelle sich vor: Alle wollen sie Chardonnay (und wahlweise Sauvignon Blanc), und in einem (See-)Winkel im Burgenländischen kann einer Chardonnay „von alten Reben“ machen! Und niemand hat und hätte ihn nach burgundischem Vorbild derart konsequent ausgebaut. Der „kleine Montrachet“ vom Neusiedler See, von dem man versuchsweise gerade einmal zwei Barriques vinifiziert hatte, wurde zu einer heißbegehrten Rarität unter den kenntnisreichen, den „wissenden“ Sommeliers in den 1990ern. Der „Tiglat“ begründete den heutigen Ruf des Weinguts und zeigte zudem, dass in Österreich die Vinifikation eines Weißweins von internationalem Format, der es tatsächlich mit den besten der Welt aufnehmen konnte, möglich war. Heute ist er einer der großen Klassiker Österreichs. Dabei hat Heinz den Stil immer weiter verfeinert, den Wein immer mehr „zugespitzt“. Waren die Füllungen aus den frühen 1990ern manchmal so intensiv-mächtig, dass der Wein „vor lauter Kraft kaum gehen konnte“, hat sich der „Tiglat“ mittlerweile zu einem unbeschreiblich eleganten, fast klassizistisch anmutenden Wein gewandelt, der ob seiner aromatischen Tiefe, seiner Komplexität und verführerischen Finesse zum Schönsten gehört, was heute unter dem Rubrum „Weltklasse-Chardonnay“ verkauft wird – ohne dass man jemals nur einen Augenblick daran zweifeln könnte, dass dieser Wein nicht aus Österreich, nicht aus dem Burgenland, nicht vom Neusiedler See stammte. Wie beim Jahrgangsvorgänger ist eine der ersten Assoziationen („immer diese déformation professionelle!“) das Burgund, und im burgundischen Kontext befinden wir uns hier am ehesten bei einem nicht zu zarten, dafür umso super-eleganteren Puligny-Montrachet aus einer Spitzenlage. Das Bouquet ist irisierend fein, dabei extrem nachhaltig, im Duft flintige Noten, die mit leicht tropisch anmutender Frucht (Ananas mit leichten Karamellnoten, etwas Mango) und floralen Elementen (blühende Wiesenkräuter, Trockenblumen) verwoben sind, dazu Gewürznoten, kandierte Zitrusfrucht und eine leichte Rauchigkeit. Am Gaumen dann die Quadratur des Kreises: unglaublich dicht, dabei auch transparent, lichtdurchflutet. Wunderbar cremige Textur und „kein Gramm zu viel Fett am geschmeidigen Körper“ (James Suckling). Da ist dann auch diese exquisite, ungemein präzise Säure, die bis weit in den wunderbar mineralischen Nachhall „singt“ – ein Wein, der sich schon jetzt in einer Art Idealzustand befindet, den ein paar Jahre Flaschenreife aber in eine höhere Sphäre erheben werden. Der „Tiglat“ ist und bleibt die Österreichs Chardonnay-Ikone und eines der schönsten Geschenke, das uns Heinz Velich hat machen können. Amen. Ab sofort bis leicht 2035+ 66 PINWAND °318 | Januar 2021

Velich BURGENLAND ÖSTERREICH SW BEERENAUSLESE, WEISS 2014 Grandioser Süßwein zum Kennenlernpreis! OBL050514H SW Beerenauslese, weiß 2014 (0,375l) DV 11,5% Vol. 45,06 €/l 16,90 € Für viele Weinliebhaber erschloss sich mit einer Flasche der Seewinkel-Beerenauslese die Welt der Süßweine. Denn Heinz Velichs „BA“ bietet einen hochkomplexen und typischen Süßwein, wie man ihn doch normalerweise erst in preislich deutlich höheren Sphären zu trinken bekommt. Dieses Süßweinelixier zählt zu den verblüffend niedrigpreisigen Süßweinen, die den Liebhabern dieser Spielart das Wasser im Mund zusammenlaufen lassen. Es ist die klimatische Besonderheit der Natur, die diese Möglichkeit eröffnet, einen edelsüßen Spitzenwein zu solch fairem Kurs probieren zu können. Dank des speziellen feucht-nebligen Klimas um das Gebiet Neusiedlersee-Seewinkel können hier regelmäßig vom Edelpilz Botrytis cienerea befallene Trauben gelesen werden. Das, im Gegensatz beispielsweise zur Mosel, geringe Risiko eines Ernteausfalls und die vergleichsweise deutlich flacheren Lagen schlagen sich natürlich auch im attraktiven Preis nieder. Und so findet man diesen Wein auch oft in gehobenen Restaurants als Muntermacher und Abschluss eines großen Menüs. Bewusst baut Heinz Velich diesen Wein lange im Holzfass aus. Daher handelt es sich bei dieser 2014er Beerenauslese auch um den aktuellen Jahrgang! Dieser Süßwein ist geschmacklich wohl am ehesten mit einem Sauternes, einem kräftigen und intensiven Süßwein, vergleichbar. Die orange-bernsteinfarbene Beerenauslese strahlt mit kupfernen Reflexen im Glas und ist von leicht öliger Konsistenz. Sie deutet schon visuell an, welch konzentrierter Götternektar uns erwartet. Man kann fast nicht anders als minutenlang am Glas zu verweilen und zu schnuppern, ohne auch nur einen einzigen Schluck zu trinken. Diesen Reichtum an noblen Düften und diese enorme Vielschichtigkeit besitzen nur edelsüße Weine. Die Beerenauslese duftet reintönig nach kandierten Orangenschalen und Zitronat sowie etwas Brioche. Aber auch frische Früchte, allen voran reife Birnen und Zitronen, finden sich hier wieder. Am Gaumen sorgt die Beerenauslese für aromatische Explosionen. Die starke Konzentration offenbart im langen Abgang Pampelmusen, Waldhonig, englische Zitronen- und Orangenkonfitüre sowie Tannenhonig – ein Aromenbündel aus kandierten und frischen Zitrusfrüchten mit einer angenehmen Ingwerschärfe. Liebe Kunden, einen derart komplexen und tiefgründigen Süßwein bekommen Sie im Sauternes erst zu weitaus höheren Preisen und auch an der von uns geliebten Mosel lässt sich solch ein Nektar durch die aufwändige und intensive Arbeit im Steilhang nur zu deutlich höheren Preisen anbieten. Heinz Velichs Beerenauslese vom Seewinkel ist eine echte Bank und der ideale Einstieg in die faszinierende Welt des Süßweins. PS: die angebrochene Flasche kann noch einige Wochen im Kühlschrank aufbewahrt werden. So kann man sich täglich einen Schluck dieses feinen Süßweins gönnen. Zu genießen sofort bis ca. 2028. 67

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