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PINwand Nr 318

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Weinmailing Ausgabe Januar 2021 - Erlesene Weine, Feinkost und Spirituosen von Pinard de Picard - Weinfachhandel und Weinversender

FRANKREICH RHÔNE

FRANKREICH RHÔNE Beaucastel „DOMAINE DU CLOS DES TOURELLES”, GIGONDAS ROUGE 2018 „94–96+ Punkte: Noch kraftvoller und konzentrierter als die Cuvée der alten Reben.“ – Jeb Dunnuck FRS011818 Perrin „D. d. Clos des Tourelles”, Gigondas rouge 2018 15% Vol. 79,86 €/l 59,90 € „Für mich ist 2018 ein Spitzenjahrgang“ – Marc Perrin Das große Terrroir von Clos des Tourelles, im Zentrum von Gigondas am Fuße der malerischen Dentelles de Montmirailles gelegen, ist von außergewöhnlicher Güte und nennt bis zu 100 Jahre alte Prä-Phylloxera- Grenachereben sein Eigen. Perrins „Clos des Tourelles“ ist ein reinsortiger Grenache, dessen Weinstöcke auf 300 Metern Höhe in sandigen Böden wurzeln und um das ehemalige Château gelegen sind, das die Familie Perrin vor einiger Zeit erwarb. Die drei Hektar äußerst alter Grenache-Reben befinden sich im einzig noch existierenden „Clos“ Gigondas’. 2018 gilt von der nördlichen bis zur südlichen Rhône als ungemein charmanter Jahrgang, der bereits früher als üblich seine Komplexität zeigt. Beim „Clos des Tourelles“ handelt es sich um den vielleicht verschlossensten Wein der Perrins, dem Jeb Dunnuck zwei bis vierJahre Flaschenruhe empfiehlt. Er reifte übrigens im Betontank und Fudern. Speziell die Betontanks ersetzen im Weingut immer mehr die Stahlbehältnisse, da Marc Perrin erstere als geeigneter empfindet. Und in der Tat wirken die Weine in letzter Zeit nochmals seidiger und balancierter. Dieser purpurfarbene Wein zeigt sich geschliffen und präzise. Die Grenache-Frucht dominiert hier. Rote Bete, Johannisbeeren, fruchtiger Pondicherry-Pfeffer steigen aus dem Glas. Mit Luft entfaltet sich der Eindruck von Kalkstaub, Kräutern der Provence und süßlicher Maraschino-Kirsche. Auch hier ist das Konzept klar auf Finesse anstatt Kraft ausgelegt, Perrins Weine zeichnet in allen Klassen beste Balance und Finesse aus. Am Gaumen ergibt sich eine Symbiose aus dicht gepackter Frucht, fleischigen Tanninen und einer festen Struktur. Das hier hat alle Anlagen zu einem großen Wein. Die Aromenfülle ist spektakulär, die Eleganz stilbildend. Ein Wein, der – bei all seinem jugendlichen Charme – nach einigen Jahren der Flaschenreifung, infolge seiner typisch kühlen Stilistik und Präzision auf der Zunge noch strahlen wird. Schade, dass es (wie schon im Vorjahr) davon nur so geringe Mengen geben wird, denn im Prinzip handelt es sich hier um einen Gigondas, von dem man immer und unbedingt eine Flasche parat haben sollte. Top-Empfehlung! Zu genießen ab Freigabe, Höhepunkt 2022 bis 2030+ 94–96+ Punkte DUNNUCK 44 PINWAND °318 | Januar 2021

Beaucastel RHÔNE FRANKREICH CHÂTEAUNEUF-DU-PAPE BLANC „ROUSSANNE VIEILLES VIGNES“ 2019 98 Punkte: „Eine Tour de force“ – Robert Parker’s Wine Advocate FRS010919 Chât.-du-P. blanc „Roussanne Vieilles Vignes“ 2019 14% Vol. 198,66 €/l 149,00 € „Zweifelsfrei der Montrachet der südlichen Rhône“ – Jeb Dunnuck Pflanzjahr der Reben: 1909! Wenn über den raren weißen Châteauneuf-du-Pape aus dem Hause Beaucastel gesprochen wird, regnet es Superlative – berühmt etwas Robert Parkers Urteil, der ihn einst als „Montrachet der Rhône“ bezeichnete. Nur ganz selten hatten wir diesen Wein im Glas, und doch haben sich diese raren Momente als Sternstunden unseres ohnehin nicht unangenehmen Weinhändler-Daseins eingebrannt. Kein Wunder, denn allein im Châteauneuf-du-Pape macht der Weißweinanteil der so begehrten Weine nur rund 10 % aus. Wie groß wohl daran der Anteil an über hundertjährigen Reben ist? Wir wissen es nicht, doch kann man hier getrost von höchstens homöopathischen Mengen ausgehen. Für viele gilt dieser wohl von den ältesten Reben der Region stammende Châteauneuf zum allerbesten überhaupt. Für den Jahrgang 2019 vergibt der Wine Advocate für das weißen Flagschiff Beaucastels 98 Punkte. Was den Wein so groß macht, erklärt Rhône-Experte Joe Czerwinski: „Wie die meisten großen Weine handelt es sich hier um eine Studie über scheinbare Widersprüche, die zu nahtloser Eleganz zusammengeführt werden.“ Der 2019er zeigt schon im Bouquet eine enorme Dichte. Hier tummeln sich reife Ananasspalten, Zitronenconfit und Ingwer im Glas, umgeben von einem Hauch Kokos und Mandarine. Ein Potpourri gelber Früchte, das ihre Aromen in aller Intensität versammelt. Diese Intensität zieht sich auch am Gaumen fort, wo der kraftvolle und aus niedrigsten Erträgen stammende weiße Châteauneuf eine cremige Konsistenz besitzt. Diese Kraft wird allerdings von einer angenehmen Saftigkeit und feinen Frische begleitet, die diesen Riesen stets elegant erscheinen lässt. Der Ausbau im Barrique, meist überwiegend neues Holz, meistert die Aromenintensität und den kraftvollen Extrakt des Weins, bleibt aber bereits in der Jugend stets im Hintergrund. Und so scheint auch dieser Wein über die Zunge zu gleiten und hallt noch lange nach, wenn die physische Präsenz längst vorüber ist. Was bleibt sind unvergessliche Eindrücke eines großen Weins, der bei allem Schmelz stets die nötige Säure besitzt und damit eine Frische zu Tage fördert, wie wir sie sonst selten aus dieser Region kennen. PS: Unbedingt mindestens 4–5 Jahre im Keller schlummern lassen. Ansonsten bitte einige Stunden (lieber mehr als weniger) karaffieren. Potenzial für 20 Jahre! 98 Punkte WINE ADVOCATE © Marc Ginot © Marc Ginot 45

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