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PINwand Nr 318

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Weinmailing Ausgabe Januar 2021 - Erlesene Weine, Feinkost und Spirituosen von Pinard de Picard - Weinfachhandel und Weinversender

FRANKREICH RHÔNE

FRANKREICH RHÔNE Beaucastel „Kurz gesagt, 2019 scheint ein wunderschöner, möglicherweise außergewöhnlicher Jahrgang für die südliche Rhône zu sein und ist 2018 überlegen.“ – JEB DUNNUCK Wer einmal diesen quasi mythischen Rhône-Klassiker aus Châteuneuf-du-Pape getrunken hat, den lässt ein Beaucastel sein ganzes Leben lang nicht mehr los. „Es ist unbestreitbar, dass Beaucastel nicht nur die langlebigsten Rot- und Weißweine der südlichen Rhône hervorbringt, sondern mit die größten und charaktervollsten Gewächse des gesamten Rhônetals: Es sind die weißen und roten Referenzweine!” urteilt Parker voller Enthusiasmus. Und die „Bibel” der französischen Weinkritik, das „Classement“ der Revue du vin de France, zählt dieses Weltklassegut als einziges von der südlichen Rhône zur winzig kleinen, elitären Spitzenklasse der „besten Domainen“ Frankreichs! Worin liegen die seit Jahrzehnten bereits großartigen Qualitäten dieses traditionsreichen Familiengutes (inzwischen wird es in siebter Generation geführt) begründet? Hier sind mehrere Faktoren gleichberechtigt zu nennen: Zum einen erfolgt die Bewirtschaftung der extrem steinigen Weinberge ausschließlich nach biodynamischen Grundsätzen. Auf der im äußersten Norden von Châteauneuf-du-Pape in der Nähe von Courthézon gelegenen Domaine werden bereits seit 1964 (!) keine Düngemittel, Pestizide oder Insektenvernichtungsmittel mehr verwendet, stattdessen wird mit Kompost (jährlich eine Tonne pro Hektar) aus Schafsmist und Traubentrester gedüngt. „Wenn Unkrautvernichtungsmittel gespritzt werden, wurzeln die 38 PINWAND °318 | Januar 2021

Beaucastel RHÔNE FRANKREICH Beaucastel: EIN NAME, EINE LEGENDE. URALTER RHÔNE-ADEL! Ein weiterer entscheidender Faktor der unverwechselbaren Qualitäten der großen Châteauneuf-Weine von Beaucastel liegt in ihrer besonderen Rebsortenzusammensetzung. Beim roten Châteauneuf fließen, wie beispielsweise auch bei Clos des Papes, sämtliche dreizehn Rebsorten der Appellation in die Cuvées ein, was zur großen Harmonie, zur Ausgewogenheit und zur Finesse der Weine entscheidend beiträgt. Ein seit Generationen tradiertes Wissen, das aber immer mehr Winzer der Region, in ihrem Bestreben hochbepunktete Monsterweine zu erzeugen, zu vergessen oder bewusst zu negieren scheinen. So ist beispielsweise die Counoise-Rebe sehr wichtig für die Finesse im Wein, während die früh reifende, mit reichlich Frucht ausgestattete Cinsault-Traube ein notwendiges Gegengewicht zum Alkoholgrad der köstlichen Grenache und den Tanninen von Syrah und Mourvèdre bildet. Letztere trägt durch ihren für die Appellation ungewöhnlich hohen Anteil (etwa 30 %) zum höchst eigenständigen, unverwechselbaren Beaucastel-Stil in seiner ganzen Ursprünglichkeit bei: Bio-Weine der absoluten Weltspitze! Reben nicht tief genug. Daher bekämpfen wir Krankheiten ausschließlich mit biologischen Mitteln, lockern den Boden auf und schneiden die oberflächlichen Wurzeln weg. Damit versetzen wir unsere Reben – die Neubestockung erfolgt nach einem detailliert geplanten Rotationsprinzip, so dass die Weinstöcke im Schnitt stets 50 Jahre alt sind – in die Lage, auch in den heißen Sommermonaten genügend Wasser zur Vermeidung von Trockenstress zu finden und genügend Nährstoffe und Mineralien aus den unterschiedlichen Schichten in der Tiefe der Erde in die Rebe zu transportieren”, erläutert Jean-Pierre Perrin (einer der beiden Brüder, die heute die Domaine mit großer Weitsicht leiten) engagiert und detailfreudig. Und ergänzt: „Im Laufe der Jahre haben die Reben so ihre eigene Abwehrkraft gegen Angriffe aller Art entwickelt, und Bienen, Marienkäfer und Regenwürmer bevölkern wieder unsere Weinberge. Das natürliche Gleichgewicht führt zwangsläufig zu limitierten Erträgen, gibt aber die Quintessenz des Charakters dieses einzigartigen Terroirs wieder.” Da also die Cuvéetierung einzigartig ist, wird der Charakter der großen Weine von Beaucastel auch und besonders durch ihre eigenwillige Rebsortenzusammensetzung geprägt. Bisweilen werden die roten Gewächse sogar als der Gegenentwurf eines klassischen Châteauneuf-du-Pape bezeichnet. Wohl auch, weil sie durch den hohen Mourvèdre- Anteil in ihrer Jugend häufig etwas unzugänglicher und weniger einschmeichelnd sind als die Weine anderer Domainen. Dazu muss man wissen, dass eben dieser hohe Mourvèdre-Anteil bei Châteauneuf-Weinen absolut Usus war und erst in den 1950er-Jahren, als man lastzügeweise Grenache ins Burgund karrte, um die damaligen dünnen Pinot- Noir-Wässerchen aufzupäppeln, ebenso zurück gedrängt wurde wie im letzten Jahrzehnt, als man der tiefen Farbausbeute wegen damit begann, immer mehr Syrah anzupflanzen, der aber eindeutig im Norden der Rhône, in kühleren Lagen, seine besten Resultate erzielt. Was für eine Verkennung des wahren Charakters eines großen Châteauneufs! Diese singulären Weinmonumente von Beaucastel mögen zwar Genießern von Neue-Welt-Einheitsweinen, die Wert auf maximal vordergründige Frucht und viele Raummeter neue Eiche legen, nicht gefallen. Für wahre Kenner und Liebhaber aber zählen sie zu den originellsten und charaktervollsten Rotweine der Welt. Und noch dazu sie gehören seit über 20 Jahren zu unseren persönlichen Favoriten! Denn das Ergebnis nach der Reifephase, die normalerweise sechs bis zehn Jahre andauert (im Gegensatz zu den Basisweinen der Domaine, die bereits in ihrer frühesten Jugend vollendeten Trinkgenuss bieten) und über zwei Jahrzehnte anhält, ist spektakulär: In Spitzenjahrgängen zeigt sich der Wein üblicherweise von rubin- bis purpurroter Farbe mit einem unglaublich komplexen Aromenspektrum, einer sagenhaften Süße und Fülle der Frucht und einer fantastischen Konzentration, Dichte und Tiefe. Die Kellerarbeit der Familie Perrin ist genauso vorbildlich wie die im Weinberg. Und das gilt für alle Weine, vom Einstiegswein bis zu den tatsächlich legendären Top-Cuvées! Die unumstößliche Maxime dabei lautet: Der Charakter und die natürlichen 39

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