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PINwand Nr 318

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Weinmailing Ausgabe Januar 2021 - Erlesene Weine, Feinkost und Spirituosen von Pinard de Picard - Weinfachhandel und Weinversender

FRANKREICH BURGUND

FRANKREICH BURGUND Rossignol-Trapet 93–95 Punkte VINOUS „LATRICIÈRES-CHAMBERTIN“ GRAND CRU, ROUGE 2018 Ein echter Langstreckenläufer. 93–95 Punkte: „Exzellent“ – Neal Martin (Vinous) FBU060518 Latricières-Chambertin Grand Cru, rouge 2018 13% Vol. 233,33 €/l 175,00 € FR-BIO-01 Der Grand Cru „Latricières-Chambertin“ umfasst 7,35 Hektar Rebfläche. Die Domaine Rossignol-Trapet ist hier mit 0,76 Hektar bereits zweitgrößter Eigentümer und teilt sich die Parzellen mit anderen, weltberühmten Namen wie Leroy, Duroché und Trapet. Dieser Grand Cru ist in seiner Jugend stets ein wenig unzugänglicher als der „Chambertin“, braucht am längsten, um sich zu entfalten. Nach etwa einem Jahrzehnt jedoch ist das Schicht um Schicht sich entfaltende Finesse und eine fabelhaft präzise Frucht im vibrierend mineralischen Gewand! Von diesem gesuchten Grand Cru – Burgundkenner wissen, dass die Gebrüder Rossignol hier Jahr für Jahr einen der spannendsten Weine überhaupt hervorbringen, der im Vergleich zu manch einem Kollegen vergleichsweise human bepreist ist – erhalten wir jedes Jahr nur eine winzige Allokation, die Mengen sind leider extrem begrenzt … Die großartige Lage meistert besonders wärmere Jahrgänge gut, konkurriert dann mühelos mit dem „Le Chambertin“ des Hauses. Der Neuholzanteil liegt hier seit einigen Jahren bei lediglich 50 %, denn mit der Umstellung auf biodynamische Bewirtschaftung stellte sich auch eine neue Sensibilisierung ein: Die beiden Brüder empfanden zunehmend, dass alle Lagen von einem niedrigeren Neuholzanteil profitieren würden, auch oder gerade die Grand Crus des Hauses. Die alten Reben, die arbeitsintensive Bewirtschaftung, die sorgfältige Lese und die Umstellung auf die Biodynamie haben alle Weine Rossignol-Trapets auf ein nochmals höheres Niveau katapultiert, von dem wir behaupten möchten, dass dies im Jahrgang 2018 eine bisherige Bestmarke erreicht hat. Im vermeintlich warmen Jahrgang vibrieren die Weine von David und Nicolas geradezu, zeigen sich vital und frisch. Aus dem Glas rauscht einem förmlich ein Bündel aus Schwarzkirschen, Erdbeeren und Hagebutten entgegen. Der Grand Cru besitzt eine enorme Klarheit, ist reintönig im Bouquet und am Gaumen. Hier zeigt sich nochmals das geniale Klassifikationssystem Burgunds. Dieser Grand Cru wirkt viel eleganter als die Premier Crus des Hauses, ohne durch bloße Konzentration und Schwere zu trumpfen. Die Lage brachte keinen gewichtigeren Wein hervor, sondern einen von größerem Format und feineren Proportionen. Ein signifikanter Unterschied! Die Charakteristik des 2018er-Jahrgangs zeigt sich hier in einer fast öligen Konzentration und herrlich ausgereiften, feinkörnigen Tanninen. Die wahre Größe des Weins ist aber gerade die bei allen Parametern scheinbar widersprüchliche Leichtigkeit und die zurückgenommene Konzentration, mit der dieser Wein über den Gaumen schwebt. Ein Gänsehaut-Burgunder, der uns an die Jahrgänge 2009 und 2015 erinnert, allerdings aufgrund des feineren Holzeinsatzes in der Jugend bereits mehr Eleganz und Feinheit besitzt. Zu genießen ab 2028, Höhepunkt 2032 bis etwa 2045+ 26 PINWAND °318 | Januar 2021

Rossignol-Trapet BURGUND FRANKREICH CHAMBERTIN GRAND CRU, ROUGE 2018 94–96 Punkte: „Absolute Empfehlung, speziell in Anbetracht der Preise anderer Chambertins.“ – Neal Martin (Vinous). 18/20 Punkte: „Wirklich ziemlich großartig“ – Jancis Robinson FBU060618 Chambertin Grand Cru, rouge 2018 13% Vol. 353,33 €/l 265,00 € FR-BIO-01 Selbst in der legendären Hangformation der mächtigen Grand Crus aus Gevrey-Chambertin gibt es eine Lage, die noch einmal darüber hinausragt. „Le Chambertin“ ist zweifelsfrei das feinste Terroir dieses magischen Flecken Erde, die 12,9 Hektar Land sind mittlerweile unbezahlbar geworden. Dank wirtschaftlich und „geo-politisch“ geschickt agierender Vorfahren, besitzen die Gebrüder Rossignol hier stolze 1,6 Hektar Rebfläche. Davon könnten sie sich sicher locker das eine oder andere schöne Häuschen in St. Tropez gönnen und für den Rest des Lebens die Füße hochlegen (bereits 1791 war „Le Chambertin“ die zweitteuerste Lage ganz Burgunds!). Aber die beiden so beneidenswert bescheiden gebliebenen Brüder David und Nicolas dauerhaft unter Palmen oder am Strand? Zwei Winzer, die der Natur lauschen, ihren Betrieb bereits Ende der 90er-Jahre auf biodynamische (und Demeter-zertifizierte) Bewirtschaftung umgestellt als Luxus-Privatiers im sonnigen Süden? Nicht im Ansatz vorstellbar! Und weil für die beiden derartige Utopien kein Anreiz sind, bleibt ihr Prestige-Cru (im Kontext Burgunds) auch weiterhin eher zurückhaltend bepreist. Bei den renommiertesten Betrieben muss man für diese Lage deutlich tiefer in die Tasche greifen, Preis von 500 bis 1.000 Euro sind – pro Flasche! – die Regel. Wir sind uns nicht sicher, ob der Abstand zu den beiden Gebrüdern so groß ist bzw. jene Beträge es wert sind. Sicher sind wir uns, dass die beiden in jedem Jahrgang aus ihrer wertvollsten Lage das absolute Maximum herausholen. Der Spitzenwein der Domaine stammt von uralten Reben, zum Teil schon 1919 gepflanzten Reben. Er ist ein klassisches Meisterwerk Burgunds. Der Neuholzanteil beträgt hier vernünftige 50 %, mehr braucht es nicht, um das Terroir dieser großen Lage zu entfalten. Im Duft wirkt er sehr subtil, dabei enorm frisch, gar nicht so opulent wie man es vom kraftvollen 2018er-Jahrgang erwarten würde. Hier übernimmt die Finesse der Pinot-Noir-Traube das Regiment: Orangenschalen, Herzkirschen und rote Beeren steigen aus dem Glas. Und doch spürt man am Gaumen, welch majestätische Ausstrahlung diese berühmte Lage besitzt, König unter den fürstlichen Lagen Gevrey-Chambertins. Er ist ungemein fein, tänzerisch und bei aller Wucht und Kraft, die er am Gaumen auch an den Tag legt, stets von seidigen Tanninen geprägt. Es ist allerdings kein Grand Cru, der sich in den ersten zwei bis drei Jahren erschließt. Einem Spitzenwein muss und sollte man schon die nötige Geduld entgegenbringen. Erst dann eröffnet sich die ganze Feinheit dieses Grand Crus. Und wenn von Meisterhand vinifiziert wie hier, wird die Lage ihrem geradezu mythischen Ruf gerecht – mindestens vier Jahre zusätzlicher Flaschenreife sollten Sie unbedingt zugeben. Ein würdiger Moment wird sich bis dahin sicher finden und die Freude wird um so größer sein! Zu genießen ist dieser Riese aus dem Chambertin ab 2024, Höhepunkt 2032 bis etwa 2048 94–96 Punkte VINOUS 18/20 Punkte JANCIS ROBINSON 27

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