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PINwand Nr. 313

Weinmailing Ausgabe September - Erlesene Weine, Feinkost und Spirituosen von Pinard de Picard - Weinfachhandel und Weinversender

ITALIEN TRENTIN Foradori

ITALIEN TRENTIN Foradori TEROLDEGO ROTALIANO ROSSO 2018 Er heißt schlicht Foradori und zeigt, auf welch hohem Niveau hier Charakterweine aus Teroldego entstehen. ITS010218 Foradori, Teroldego Rotaliano rosso 2018 12,5% Vol. 24,66 €/l 18,50 € Lange Zeit war dieser Wein der Einsteig in die Teroldego-Welt der Foradori. Mittlerweile gibt es mit dem Lezèr eine überaus frische Variante im Einstiegsbereich. Doch der Foradori aus der Appellation Vigneti delle Dolomiti IGT Teroldego ist auch heute noch der Wein, der auf einem kaum zu übertreffenden Preis-Genuss- Niveau den Charakter der Rebsorte mit der Weinbau- Kunst und dem Handwerk der Foradori verbindet. Hier entsteht Jahr für Jahr ein Teroldego auf hohem Niveau, der die Gene des berühmten Granato in sich trägt, aber früher trinkreif wird. Die Trauben, die für den Foradori Verwendung finden, wachsen in verschiedenen, insgesamt neun Hektar umfassenden, seit langer Zeit biodynamisch bewirtschafteten Weinbergen im Campo Rotaliano. Die Reben wurden alle in einer aufwändigen Selection massale aus den besten alten Rebstöcken des Campo Rotaliano vervielfältigt und nicht geklont. Sie stehen auf Porphyr-Verwitterungsböden, Granit und Kalk mit Sand und Kies im Oberboden. Der Foradori wird spontan im Zementtank vergoren und sowohl im Zement als auch in gebrauchten Fässern über zwölf Monate hinweg ausgebaut. Der 2018er Foradori ist ein Wein, der vor dunkler Frucht nur so strotzt. Gleichzeitig bewahrt er sich eine beeindruckende Kühle und Klarheit. Er erinnert an Brombeeren und Schlehen, Zwetschgen und Schwarzkirschen sowie Sauerkirschen und hat erdige und steinige Noten, die abgerundet werden von ein wenig Unterholz und Tabak. Am Gaumen ist der dunkel rubinrote Foradori beeindruckend frisch und straff mit einer präzisen Säurestruktur und prägnantem Tannin. Dabei wirkt er deutlich rotbeeriger als im Duft, erinnert an Johannisbeeren, Granatapfelsaft und Berberitzen und nur ein wenig an Kirsche und Cassis. Der Teroldego verfügt über eine feine erdige Würze, und er zeigt trotz aller Eleganz und einem frischem Auftreten immer eine deutliche Erdung. Genau das ist typisch für den Teroldego Rotaliano, und genau das arbeitet Emilio Zierock-Foradori Jahr für Jahr immer noch präziser und präziser heraus. TOP! Im besten Fall trinkt man den Wein ca. ab 2022 bis 2036 oder verwendet vorher eine Karaffe. 26 PINwand313 | September 2020 © Foradori

Foradori TRENTIN ITALIEN „GRANATO”, IGT VIGNETI DELLE DOLOMITI ROSSO 2017 Der Inbegriff von Teroldego Rotaliano und einer der großen Rotweine Italiens. ITS010317 Granato, IGT Vigneti delle Dolomiti rosso 2017 13% Vol. 64,00 €/l 48,00 € Längst gehört dieser Wein zu den großen modernen Klassikern der italienischen Weinwelt. Die Rede ist vom Granato, der zugleich auch die einzigartige Geschichte einer Winzerin erzählt, deren Vater viel zu früh gestorben war und die sich im Weingut mit einer Rebsorte konfrontiert sah, die überhaupt keine Bedeutung im Inland und noch weniger im Ausland hatte. Die uralte norditalienische Sorte Teroldego Rotaliano war in den 1970er und 1980er Jahren auf niedriger Stufe als Lieferant für meist süße und dünne Massenweine angekommen. Elisabetta Foradori hat dies grundlegend geändert, und zwar mit einem Wein, den sie Granato nannte; denn dieser Wein hat sehr häufig und so auch in diesem Jahr die Farbe vom Saft des Granatapfels, einer Frucht, die im Mittelmeerraum sehr häufig zusammen mit Reben im Weinberg zu finden ist. Der Granato ist geradezu zu einem Kultwein geworden. Er symbolisiert wie kaum ein anderer Wein den Weg von Italiens Weinbau in die Moderne, und das auf der Basis von ökologischem und später biodynamischem Landbau, auf Basis einer autochthonen Rebsorte, der kaum jemand etwas zugetraut hatte, und durch die Entschlusskraft und Weitsicht einer Winzerin, die sich in der damals noch völlig von Männern beherrschten Weinwelt durchgesetzt hat. Heute, 30 Jahre nach dem ersten Granato, vinifiziert Elisabettas Sohn Emilio Zierock-Foradori diesen Wein, und er hat ihn durch eine veränderte Ausbauart ins Heute versetzt. Der Wein zeigt seit Jahren eine immer noch tiefer reichende Energie und Mineralität, Frische und Saftigkeit bei gleichzeitiger Komplexität. Er stammt von drei Parzellen 70 Jahre alter, in Pergolen erzogener Reben. Für den Granato werden Trauben von vier Hektar, die seit Jahrzehnten keine Chemie mehr gesehen haben, verwendet. Die Parzellen, geprägt von alluvialem Schwemmland, Sand und Kies im Oberboden sowie Kalk, Granit und Porphyrverwitterungsgestein im Unterboden, liefern kleine Beeren, die nach Handlese und Sortierung spontan in großen offenen Holzgärständern vergoren und dann über 15 Monate hinweg in gebrauchten Tonneaux ausgebaut werden. Das Ergebnis ist ein granatroter Wein, der ins Violette gleitet und vom ersten Moment an intensiv duftet. Das Wesen des Teroldego ist ursprünglich wild und erdverbunden. Man muss den Wein zähmen, und das geschieht hier, ohne dass die Foradori den Charakter der Rebsorte verbergen würden. Sie arbeiten ihre Qualitäten allerdings gekonnt heraus. Im Duft erinnert der Wein an Holunder und Brombeeren, Sauerkirschen und Schwarzkirschen, Schlehen, gedörrte Pflaumen sowie Trockenholz. Darüber liegt ein Hauch von Pfeffer, von Berberitzen, Tabak, Wacholder und violetten Blüten. Dabei spürt man hier trotz der Fruchtfülle einen eher kühlen Wein, was der Gaumen auch bestätigt. Der Granato ist ungemein präzise und klar in seiner aktuellen Jugend. Es bedarf ganz sicher großer Gläser und einer Karaffe, um dem Wein Luft zu gönnen. Dann öffnet er sich in Teilen, bleibt aber immer noch in sich ruhend, noch ein wenig scheu. Im Vordergrund zeigt sich eine opulente dunkle, saftige und kühle Frucht. Im Untergrund vibriert steinige Mineralität. Die Säure zeigt sich lebendig und druckvoll, dabei aber bestens integriert. Das Tannin ist präsent, mürbe und griffig. Der Granato hat einen ganz eigenen Charakter. Geben Sie ihm Zeit, sich zu entwickeln, dann zeigt er seine wahre Größe. Im besten Fall trinkt man den Wein ab ca. 2024 bis 2040. 27

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