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PINwand Nr 309

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Weinmailing Ausgabe Mai - Erlesene Weine, Feinkost und Spirituosen von Pinard de Picard - Weinfachhandel und Weinversender

DEUTSCHLAND NAHE

DEUTSCHLAND NAHE Dönnhoff © Weingut Dönnhoff DELLCHEN RIESLING TROCKEN GROSSES GEWÄCHS 2019 Eine Lage von Weltruf. Dank der Familie Dönnhoff! In Subskription. Lieferung ab September 2020 DNA020919 Dellchen Dellchen Riesling trocken Riesling trocken Großes Gewächs GG 2019 2019 60,00 €/l 45,00 € DNA020919M Dellchen Riesling trocken GG 2019 Magnum 66,00 €/l 99,00 € Das „Dellchen“ ist eine uralte stille große Liebe von Helmut Dönnhoff, die nahtlos zu Cornelius übergegangen ist und der er mit der Vinifizierung als Großes Gewächs Weltruf verlieh. Bereits in den 60er Jahren, als Helmut Dönnhoff noch Lehrling war (Sie wissen ja, auch große Meister fallen nicht vom Himmel!), stand er Jahr für Jahr aufgeregt und voller Neugier vor den Fässern mit den Weinen aus Norheim, von dessen berühmter Vergangenheit im Mittelalter (die bedeutendsten Klöster Deutschlands hatten hier kostbare Besitzungen!) er damals noch gar nichts wusste. Und während die großen Winzerkoryphäen Flaschen aus allen Spitzenlagen der mittleren Nahe nebeneinander stellten und sich darüber ereiferten, ob die Schlossböckelheimer Kupfergrube besser sei als die Niederhäuser Hermannshöhle, prägte sich der Geschmack der Norheimer Weine, vor allem der aus dem bizarren Felsenland des Dellchen, unauslöschlich in das Gedächtnis des jungen Helmut ein. Es war der Beginn einer Herzensangelegenheit! Denn als in den 70er Jahren die damalige Krise des deutschen Weinbaus auch die Nahe erfasste, gehörte das Norheimer Dellchen – trotz seines einzigartigen Terroirs mit optimalen mikroklimatischen Bedingungen – aufgrund seiner schwer zu bearbeitenden Steillage zu den ersten Wingerten, die wegen zu hoher Bewirtschaftungskosten aufgegeben wurden. Bis zur Unkenntlichkeit mit Sträuchern überwuchert, einige Trockenmauern eingefallen: So kläglich bot sich Helmut Dönnhoff Ende der 80er Jahre das Herzstück des Dellchens dar, als er sich einen seiner Jugendträume erfüllen und dieses Filetstück erwerben konnte. Terrassen mussten entbuscht und wieder mit Riesling bepflanzt werden. Doch heute haben sich alle Mühen und Entbehrungen gelohnt: „Die Trauben, die an den mittlerweile älter gewor- 56 PINwand N° 308 | Mai 2020

Dönnhoff NAHE DEUTSCHLAND denen Reben wachsen, geben von Jahr zu Jahr mehr die Mysterien des Dellchens preis.“ Von steilen Schieferterrassen in einer Felsmulde in Norheim, in die auch vulkanische Elemente (Porphyr!) eingeschlossen sind, stammt dieser phänomenale Riesling mit seinen wunderbar komplexen, subtilen Aromen. Typisch für die Norheimer Lagen ist, dass sie stets femininer ausfallen. Und das Dellchen ist der Inbegriff des Tänzerischen, verhält sich wie Emrich-Schönlebers Halenberg zum Frühlingsplätzchen. In etwa so lassen sich die Hermannshöhle und das Dellchen voneinander abgrenzen, wenngleich beide Weine in der gleichen Liga spielen. Das Dellchen zeigt in der Jugend all seine Vitalität und Feinheit. Hier im Jahrgang 2019 duftet es nach saftigen Aprikosen aus dem Glas, weißen Blüten und Mandarinenspalten. Am Gaumen da zeigt es sich zart cremig, wenngleich knochentrocken. Es wird geleitet von einer feinen Schieferwürze und einer gut gebetteten zitronigen Säure. Das Norheimer Dellchen zeigt, wie schön ein wenig Schmelz im großen trockenen Riesling eingegliedert werden kann und welch Seidigkeit diese dem Wein verleihen kann, der somit immer transparent daherkommt. Mit den Jahren – und dieser große Wein darf gerne 10 oder 15 Jahre reifen – dominiert dann die Schieferwürze und die seidige Frucht weicht zur Seite. Dann kann es schon mal vorkommen, dass das Dellchen gar die Hermannshöhle schlägt, weil es mehr Charme und Fruchtausprägung besitzt, bei all den Jahren der Flaschenreife. Das liegt auch darin begründet, dass diese exakt nach Süden ausgerichtete Lage mit bis zu 70% Steigung durch angrenzende Felsen geschützt wird. Die Trauben bleiben daher bis spät in den Herbst kerngesund, erzielen so eine ideale Reife, die sich im Wein widerspiegelt. Dem Vorgänger vergab James Suckling übrigens 99 Punkte („Was für ein Wein. Magisch!“), doch zu lang wären all die Auszeichnungen, welche dieser Klassiker Dönnhoffs mittlerweile erzielt hat. Klar ist: In einem Spitzenjahrgang wie 2019 liegt die Lage ganz vorne, nicht nur in der dönnhoffschen Kollektion. Zu genießen empfehle wir Ihnen dieses wahrlich aristokratische Große Gewächs mit seinem edlen Schieferton ab Frühjahr 2021, Höhepunkt 2024 bis vielleicht 2040. 57

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