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PINwand Nr 309

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Weinmailing Ausgabe Mai - Erlesene Weine, Feinkost und Spirituosen von Pinard de Picard - Weinfachhandel und Weinversender

FRANKREICH GIGONDAS

FRANKREICH GIGONDAS Santa Duc Die Lese der Trauben erfolgte per Hand, ebenso die Sortierung. Die Trauben wurden nur zu 40 % entrappt. Benjamin Gras hat 2017 deutlich mehr reife Rappen verwendet als beispielsweise 2016 oder 2018, wo fast alles entrappt worden war. Danach wurde spontan, kurz und weich vergoren und dann sanft gepresst. Alsdann reifte der Wein in neueren Fudern und in Terrakotta-Amphoren über 18 Monate hinweg. Das Ergebnis ist faszinierend. Der Wein duftet intensiv nach einem ganzen Korb voller reifer süßer Kirschen und roter Pflaumen, nach Granatapfelsaft und Berberitzen, nach Rosenblüten und Süßholz. Das wirkt schon in der Nase seidig und ist es erst recht am Gaumen. Der „Gigondas“ ist sehr elegant und samtig im Tannin, gleichzeitig bringen die Rappen Grip und Textur in die Cuvée. Der Wein hat eine Kraft, die er nie nur oberflächlich zeigt, sondern die im Hintergrund zugegen ist, während er fast spielerisch am Gaumen wirkt, aber intensiv in einer Mischung aus reifer Frucht mit Gewürzen. Auch hier findet sich wie in Gras’ anderen Weinen eine sehnige Spannung im Wein, die von der frischen Säure noch unterstützt wird. „Robert Parker’s The Wine Advocate“ vergibt 93–95 Punkte für den „Clos Derrière Vieille“ 2017. Das zeigt, welche Meisterschaft Benjamin Gras bereits erworben hat. Der „Gigondas“ ist jetzt zu genießen, wird sich aber im Laufe der Zeit immer komplexer entwickeln. Er besitzt ein Potential von zehn bis 15 Jahren. GIGONDAS, LES HAUTES GARRIGUES, ROUGE 2017 Uralte Reben und ein ideales Terroir bietet Les Hautes Garrigues. Daraus entsteht einer der besten „Gigondas“ überhaupt. Parker 95-97 Punkte 95-97 Punkte PARKER FRS090217 Gigondas, Gigondas, Les Hautes Les Garrigues, Hautes Garrigues, rouge 2017 rouge 2017 15% Vol. 61,33 €/l 46,00 € Les Hautes Garrigues ist jene Lage der Domaine Santa Duc, die bereits im Jahr 1874 von den Urahnen Benjamin Gras’ bestockt wurde und in der seit dieser Zeit nur abgestorbene Rebstöcke ersetzt wurden. Dieses Stück Land wurde von der Gemeinde Gigondas im Jahr 1852 versteigert, und die Gras’ gehörten zu jenen Bauern, die das mit Garrigue bewachsene Land erwarben, um dort ihre Domaine zu errichten. Erst nach der Anpflanzung von Reben wurde ihnen klar, welch ideales Terroir sie da erworben hatten. Les Hautes Garrigues bietet Oberböden aus steinigem roten Lehm, darunter folgt eine meterdicke Schicht von alluvialem Schwemmland, bevor die Reben die tiefere Schicht aus blauem Lehm erreichen. Die uralten Grenache-Reben haben diese Schicht natürlich längst erreicht. Nach und nach wurde zusätzlich Mourvèdre gepflanzt, der heute schon 40 % der Cuvée ausmacht und eine zusätzliche Dimension an Frische und Struktur in den Wein bringt. Selbstverständlich erfolgt bei diesem Wein Handlese und Sortierung der in biodynamischer Wirtschaftsweise erzeugten Trauben. Diese wurden zu rund 50 % entrappt und spontan vergoren. Die Gärung dauerte hier vielfach länger als beim „Clos Derrière Vieille“. Es waren fast zwei Monate, bis der Wein sanft abgepresst wurde, um dann über 18 Monate in neueren Fudern und Terrakotta-Gefäßen zu reifen. Natürlich steht dieser Cru des Gigondas noch ganz am Anfang seiner Entwicklung. Doch schon jetzt ist er ein famoser Wein, der an dunklen Schokoladenkuchen und heiße Kirschen erinnert, an Rosenblüten und kandierte Veilchenblüten, an Brombeeren, Süßholz und Zimt. Doch gleichzeitig hat er etwas von zerstoßenem Stein, von abgehangenem Steak und erloschener Holzkohle. Am Gaumen zeigt sich der „Gigondas“ mit großer Kraft und Tiefe. Die dunkle Frucht ist reif und saftig, aber eingebunden in eine ebenso elegante wie seidige Textur und in eine frische und doch komplett integrierte Säure, dass es einen sprachlos macht. Der „Gigondas“ hat jetzt schon Größe, und er nimmt es mit wahrscheinlich 90 oder mehr Prozent aller im benachbarten Châteauneuf-du-Pape erzeugten Weine auf. Dieser „Les Hautes Garrigues“ wurde nun im zweiten Jahr von „Robert Parker’s The Wine Advocate“ mit 95–97 Punkten bewertet. Damit reiht sich dieser Village Cru auch nach Punkten in die Champions League der südlichen Rhône ein. Hier trifft ein exzellentes Terroir auf einen überaus talentierten Weinmacher, der aus diesem Terroir mit den angewandten biodynamischen Methoden und der sensiblen Arbeit im Keller noch deutlich mehr herausholt, als es sein Vater getan hat, der einen vor allem holzbetonteren Stil verfolgte. Doch Vater und Sohn Gras sind sich einig, dass das, was in den letzten Jahren auf der Domaine Santa Duc passiert ist, wegweisend ist. Der „Les Hautes Garrigues“ ist ein Beispiel für diese herausragende Arbeit. Der „Gigondas“ ist jetzt zu genießen, wird sich aber im Laufe der Zeit immer komplexer entwickeln. Er besitzt ein Potential von zehn bis 15 Jahren. 26 PINwand N° 308 | Mai 2020

Santa Duc GIGONDAS FRANKREICH CHÂTEAUNEUF-DU-PAPE, „LES SAINT VIERGES”, ROUGE 2017 Trotz aller Kraft ist dieser „Châteauneuf“ der größte Charmeur im Portfolio von Santa Duc. 94–96 Parker-Punkte gibt es für diesen Traumstoff. FRS091217 Châteauneuf-du-Pape, Châteauneuf-du-Pape „Les Saint „Les Vierges”, Saint rouge Vierges” 2017 , rouge 2017 14% Vol. 61,33 €/l 46,00 € Dieser „Châteauneuf-du-Pape“ stammt aus dem östlichen Teil der Appellation. Die Einzellage Les Saintes Vierges war die erste, die von der Familie Gras in der berühmten Appellation vor Jahrzehnten erworben werden konnte. Sie ist geprägt von braunem bis ockferfarbenem Kalkverwitterungsgestein aus dem Miozän sowie von mergeligem Sand im Oberboden. Die Grenache-Reben (rund 90 %) sind uralt und werden ergänzt durch rund 9 % Mourvèdre und einen kleinen Anteil Counoise, die vor allem den sandig mergeligen Oberboden liebt. Die Wirtschaftsweise im Weinberg ist hier wie in allen anderen Lagen von der nach Mondphasen und Kreisläufen bestimmten Biodynamie geprägt, die im Laufe der letzten Jahre für noch mehr Biodiversität im Weinberg und für eine Veränderung des Bodenlebens gesorgt hat. So entstehen bildschöne Trauben, die bei Benjamin Gras noch einmal penibel aussortiert werden, bevor sie mit einem Anteil von rund 30 % Ganztrauben spontan recht kurz und warm vergoren werden. Der Wein reift anschließend in großen Holzfudern und in Kelleramphoren, die beide ihren Anteil an der späteren Textur und Struktur des Weines haben. Sie prägen die Weine von Benjamin Gras in einer Weise, die sie aus dem Meer an „Châteauneuf-du-Pape“, das es heutzutage gibt, heraushebt. Die Lage Les Saintes Vierges sorgt zudem für eine ganz eigene Ausprägung an Rotfruchtigkeit von kleinsten intensiven Walderdbeeren, Himbeeren und roten Johannisbeeren. Untermalt wird die Frucht von Süßholz und etwas Tabak, Erde und Unterholz samt ein klein wenig Pfeffer und violetten Blüten. Hier zeigt sich der hohe Grenache-Anteil in seiner deutlichsten Ausprägung; denn er sorgt auch am Gaumen für die Kombination von roter warmer Frucht sowie Süßholz und den typischen ultrafeinen Tanninen. Trotzdem schafft es Benjamin Gras, einen Pflock einzuschlagen, der den Wein frisch und energetisch werden lässt mit lebendiger Säure, deutlicher Mineralität und dieser unschlagbar untergründigen Frische und Lebendigkeit, die von den reifen Rappen herrührt. Alles zusammen führt zu großer burgundischer Finesse und Eleganz, einem intensiven spannungsgeladenen Mundgefühl und einer geradezu tänzelnden Beschwingtheit, die bis ins lange Finale präsent bleibt. Das ist ganz großartig! Dafür gibt es von „Robert Parker’s The Wine Advocate“ zu Recht 94–96 Punkte. Der „Les Saintes Vierges“ zeigt sich jetzt schon offen und charmant und hat ein Potential bis sicherlich 2035 und länger. 94-96 Punkte PARKER © serge CHAPUIS 27

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