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PINwand N° 304

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Weinmailing Ausgabe Dezember mit großer Dankeschön-Aktion und Verlosung - Erlesene Weine, Feinkost und Spirituosen von Pinard de Picard - Weinfachhandel und Weinversender.

FRANKREICH BURGUND

FRANKREICH BURGUND Boisson-Vadot MONTHELIE ROUGE PIERRE BOISSON 2017 Exzellenter Monthelie aus Traumjahrgang FBU021217 Monthelie Monthelie rouge Pierre rouge Boisson Pierre 2017 Boisson 2017 13% Vol. 49,33 €/l 37,00 € Die Appellation Monthelie bietet so manch Trouvaille und wird auch für viele Burgundliebhaber mit den steigenden Preisen der Prestige-Appellationen immer interessanter. In ganz kühlen Jahren können die Weine von hier eher skelettartig erscheinen, manchmal auch abweisend. Dann benötigen sie Zeit. Die Ansammlung vermehrt warmer Jahrgänge ermöglicht Pinot Noir von einer Güte, wie man sie hier bis Ende der 1980er Jahre kaum kannte. Und 2017 glänzt das kleine Dörfchen mit höchst verführerischen Pinot Noir. Das hat auch unsere Verkostung bei unserem jüngsten Neuzugang, der Domaine Monthelie-Douhairet-Porcheret, eindrucksvoll bewiesen. Auch hier sollen die vor allem im Preis-Genuss-Verhältnis exzellenten Qualitäten nicht unerwähnt bleiben. Bei Boisson-Vadot zieht sich die typische Präzision und Leichtigkeit auch durch die Rotweine. Man spürt irgendwie, dass hier eine große Weißweindomaine den Pinot Noir vinifiziert. Denn – diese Gemeinsamkeit finden wir auch bei den Weinen Henri Boillots – sie sind zarter und weniger auf Lagerpotenzial und Kraft extrahiert, sondern betonen die Finesse der Pinot-Noir-Traube. Grundsätzlich praktiziert Pierre Boisson bei den Rotweinen die Methode nach Großmeister Henri Jayer. Das bedeutet: Eine kurze Kaltmazeration („Jedoch ohne Übertreibung!“), welche die Gärung verzögert und somit die feinen und subtilen Fruchtaromen aus der Pinot-Traube extrahiert, ist hier Standard. Außerdem werden die Trauben fast vollständig entrappt, also von den Stengeln befreit. Auch das fördert die Finesse. Je nach Jahrgang landen allenfalls 5% an Rappen im Wein. Auch dies ist eine Arbeitsweise, wie Henri Jayer, für viele der Urvater des heutigen Burgunds, sie praktizierte, der stets zu pflegen sagte: „Nichts kommt in den Wein, was man nicht auch so essen würde.“ Im Unterschied zu Jayers Weinen, die immer komplett neues Holz sahen, bevorzugt man hier aber mehrfach belegtes. Das liegt natürlich auch an den Lagen, denn ein Monthelie hat eine andere Kraft und Tiefe als ein 1er Cru aus Vosne-Romanée oder gar eines Richebourg. Im Burgund weiß man eben, dass jeder Wein und jeder Winzer sein eigenes „Rezept“ finden muss, um den Terroircharakter zu fördern. Was in einer Appellation klappen mag, würde das Gleichgewicht andernorts im Wein zerstören. Aus dem kleinen pittoresken Ort Monthelie, der wesentlich weniger im Rampenlicht steht als andere berühmte Namen des Burgunds, stammt dieser Pinot Noir, den wir im Jahrgang 2017 nicht oft genug empfehlen können. Allein das Bouquet mit einer charmant zugänglichen Waldbeerennote und saftigen roten Früchten sowie etwas Schwarztee, weiß zu verzaubern. Am Gaumen wirkt der Monthelie noch etwas seriöser als der saftige Hautes-Côtes de Beaune, zeigt mehr Struktur. Im kühlen Jahrgang 2016 erwies er sich als enorm schlank, dieses Jahr darf man einen durchaus kräftig strukturierten Monthelie erwarten, dem wir gar 2-3 Jahre Lagerpotenzial mehr als üblich bescheinigen. Ganz getreu dem Stil des Hauses handelt es sich bei diesem Wein um einen animierenden, sehr einfach verständlichen Burgunder. Der Charme dieses Kultweinguts erschließt sich einem direkt mit dem ersten Glas. Am ehesten vergleichbar mit den ebenfalls hedonistisch animierenden Volnays aus dem Hause Joseph Voillot oder der eleganten Art der Kaiserstühler Weine von Holger Koch. Es sind der mineralische Spannungsbogen und die kühle Frucht, welche diesen Monthelie so auszeichnen. Die Rotweine haben qualitativ in den letzten Jahren einen enormen Sprung getan und befinden sich jetzt auf Augenhöhe mit den berühmten Weißen. Ein Jahrgang wie 2017 bestätigt dies eindrucksvoll. Die Qualitätsphilosphie unseres Urgesteins ist in jedem einzelnen Wein der Domaine schmeckbar: Ein genialer Produzent als Mittler zwischen seinem großen Terroir und dem Wein! Zu genießen ab sofort, Höhepunkt wohl 2021 bis ca. 2028+. 62 PINwand 304 | Weihnachten 2019

Boisson-Vadot BURGUND FRANKREICH AUXEY-DURESSES 1ER CRU PIERRE BOISSON, ROUGE 2017 Roter Burgunder mit Idealproportionen FBU020717 Auxey-Duresses Auxey-Duresses 1er Cru Pierre 1er Cru Boisson, Pierre Boisson, rouge 2017 rouge 2017 13,5% Vol. 62,66 €/l 47,00 € Leonardo da Vincis berühmtes, Ende des 15. Jahrhunderts gezeichnetes Bildnis des vitruvianischen Menschen, der mit Armen und Beinen einen Kreis formt, gilt als Inbegriff der Ästhetik- und Proportionslehre. Der sogenannte „Goldene Schnitt“ faszinierte nicht nur in der Renaissance. Auch wir sind stets auf der Suche nach DEM perfekten Pinot Noir, gleichwohl wissend, dass die Stärke der Rebsorte gerade in ihrer mannigfaltigen Ausdrucksart liegt. Pinot Noir ist nicht einfach Pinot Noir. Das Großartige an Region und Rebsorte sind die differenzierten Geschmäcker, welche die für ihre Liebhaber größte Rotweinrebsorte der Welt auf den besten Lagen ihrer mythischen Landschaft hervorbringt. Und doch entspricht dieser Auxey-Duresses von 1er-Cru-Lagen unserem Idealbild eines Pinots. Auxey-Duresses ist westlich von Meursault und Pommard gelegen und ein echter Insidertipp, besitzen doch hier viele Spitzenwinzer aus Meursault Top-Lagen, die sie mit gleicher Aufmerksamkeit bewirtschaften. Dieser 1er Cru besticht durch sein feines und intensiv duftendes Bouquet aus Herzkirschen, Brombeeren und Cassis. Der Keller von Pierre Boisson ist sehr kalt, sodass die Trauben hier im Saft oft einige Tage ziehen und so eine sehr zarte, die Frucht betonende Extraktion erfahren. Der Auxey-Duresses 1er Cru ist sicher der komplexeste Rotwein der Domaine, besticht aber durch eine ebenso zarte und von Finesse geprägte Stilistik wie der Monthelie. Hier sind die Tannine allerdings kräftiger, die Frucht dichter gepackt und die Mineralität des von dunklen Waldfrüchten und Sauerkirschen geprägten Auxey-Duresses mehr in den Vordergrund gerückt. Die Tannine sind seidig weich und strukturieren den Burgunder, werden über die Jahre immer mehr abschmelzen und dem Wein so Lagerpotenzial von mehr als einem Jahrzehnt bescheren. Das ist ein idealer Partner zu gebratenem Geflügel, speziell einem Perlhuhn mit dunklem Cassis-Jus, Steinpilzen und Dauphinette-Kartoffeln. Und natürlich solo bereits ein Hochgenuss, zu vergleichsweise kleinem Preis. Höhepunkt 2020 bis nach 2033. © David Rayer 63

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