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PINwand N° 298

Weinmailing Ausgabe Mai - Erlesene Weine, Feinkost und Spirituosen von Pinard de Picard - Weinfachhandel und Weinversender

ITALIEN PIEMONT Eiche)

ITALIEN PIEMONT Eiche) aus, Chardonnay und Pinot Noir nach burgundischem Vorbild in Barriques mit geringem Neuholzanteil. Wer das Gut im Spätherbst zur Trüffelsaison besucht, blickt von der historischen Einzellage Serradenari , die als höchstgelegene im Barologebiet zählt, in den Morgenstunden wie von einem Balkon über die Wolkenlandschaft, unter der sich Langhe versteckt. 6,5 ha Weinberge zählen zum Familienbesitz, 12 weitere sind Waldstücke. Diese erstrecken sich zwischen den verschiedenen Weinparzellen, die allesamt auf 400-530 m Höhe liegen. Als wir ihren Chardonnay und Pinot Noir erstmalig probierten, war uns klar, dass Giulia alle Projekte, nicht nur die Barolo, mit höchstem Qualitätsanspruch angeht. Speziell der Chardonnay zählt, obwohl er noch keine große Historie aufweist, bereits jetzt zu den allerfeinsten, die wir aus dem Piemont kennen. Der lange Ausbau über 16 Monate in 350 l Fässern, davon lediglich 30% Neuholzanteil, die nördliche Exposition der Reben auf über 500 m über Meereshöhe und natürlich das richtige Gespür für den perfekten, sprich rechtzeitigen! Lesezeitpunkt, bringen einen Chardonnay hervor, der sein klares Vorbild aufleuchten lässt. Die Trauben für ihre Barolo wachsen meist auf sandigem Untergrund und trotz des noch relativ jungen Alters der Reben, sie wurden überwiegend 2001 gepflanzt, erzielt Giulia eine Tiefe und Spannung in den Weinen, wie wir sie nur von etablierten Größen der Region kennen. Hier hat alles Hand und Fuß und, vor allem, allergrößtes Potenzial für die Zukunft. Es ist noch nicht lange her, dass Giulia ihren Wein noch in der Garage ausbaute, sie liebte dieses Dasein als Garagenwinzerin, ihre Winzerfreunde, die genauso tickten wie sie, die ketzerischen, ideologiefreien Weine, produziert von echten Wein-Handwerkern. Irgendjemand bezeichnete sie damals als ‚Barologirl‘, eine liebevolle Anspielung auf die legendären ‚Barolo Boys‘, die in den 80ger und 90er Jahren den Weinbau im Piemont revolutionierten, weil Giulia auf ihre eigene Art und Weise ihre Weine vinifizierte, frei von Dogmen und so, wie es ihren Ideen entsprach. Den Namen ‚Barologirl‘ ist sie seitdem nicht mehr los geworden, also trägt sie ihn einfach selbstbewußt wie eine Auszeichnung. Ihre Barolo werden heute beschrieben als eine Mischung aus Tradition, old-school und frech. Darin steckt viel Wahrheit. Schon jetzt zählt sie zu den wohl meistbeobachteten Jungwinzerinnen ihrer Generation, obwohl sie das Weingut erst seit 2014 vollständig alleinverantwortlich leitet. Und weil die großen Themen Demut, Begeisterung und Anspruch bei ihr an oberster Stelle stehen, sind wir uns sicher, in den nächsten Jahren noch enorm viel von Giulia Negri zu hören. IPI090216 Langhe Chardonnay, Langhe Chardonnay, „La Tartufaia” „La 2016 Tartufaia” 2016 12,5% Vol. 35,86 €/l 26,90 € Einer der schönsten Chardonnays aus dem Piemont Als „einen aufregenden vom Burgund beeinflussten Chardonnay“ bezeichnete der DECANTER jüngst Giulia Negris fantastischen Langhe Chardonnay. Kein Wunder, verbrachte das Barolo-Girl aus La Morra doch einige Zeit bei den allerfeinsten Betrieben im Burgund. Nicht nur das. Auch entfachte diese mythische Region mit ihrer manifesten Verschmelzung von Terroir, Klima, Mensch und Tradition und dem von Generation an Generation weitergereichten Wissen, den Wunsch bei Giulia, selbst Winzerin zu werden. Doch anstatt im Piemont eines der geliebten Burgund-Vorbilder einfach nur zu kopieren, hat Giulia das Wissen aus ihren Wanderjahren in die Heimat mitgebracht und den dort zugrundeliegenden Begebenheiten angepasst. Sie baut den Lange Chardonnay, der auf sandig-lehmigen Böden gedeiht, im 350-Liter-Tonneau aus. Über 16 Monate verbringt er dort. Die ungeheuere Präzision und Frische verdankt er neben dem langen Ausbau auf der Feinhefe aber vor allem den kühlen Höhenlagen von rund 500 m über dem Meeresspiegel und der nördlichen Exposition der Rebzeilen. Ideale Standortbedingungen in Zeiten des Klimawandels! Im Glas duftet der Langhe Chardonnay nach weißer Frucht und Blüten. Sternfrucht, Ananas, etwas Birne und eine zarte Zitrusfrucht schieben sich hier durch. Darüber dezent liegend eine rauchige Holzfassnote. Das ist 16 PINwand 298 | Mai 2019

schon sehr sinnlich und erfrischend! Und genau so geht es am Gaumen weiter. Gebirgsbachklar, nur dezent cremig, nicht vom Holz beeinflusst, sondern mit dem Fokus auf die helle Frucht. Ein mittelkräftiger Chardonnay, der sich deutlich am Vorbild Burgund orientiert und trotzdem fest verankert im Piemont ist. Zu genießen ab Herbst 2019, Höhepunkt wohl 2022-2026. IPI090116 IPI090116 Langhe Langhe Pinot Nero Pinot „La Nero Tartufaia” „La Tartufaia” 2016 2016 13% Vol. 34,53 €/l 25,90 € Eine Hommage ans Burgund, adaptiert auf piemontesisches Terroir Der Langhe Pinot Nero ist eine klare Hommage an das Burgund, jener Region, welche die Leidenschaft Giulia Negris zum Weinbau entfachte. Und weil Giulia Negri eine aufmerksame Winzerin ist, die ihr Wissen einerseits aus internationalen Erfahrungen aufsaugt, aber auch die Traditionen und Stärken ihres geliebten Piemonts, ihrer langjährigen Heimat, nicht ausblendet, kopiert sie nicht einfach. Sie adaptiert vielmehr sowohl im Weinberg als auch Keller die Vorzüge des burgundischen Verfahrens unter Beachtung des anderen Terroirs. Ihr Wissen erwarb sie bereits in Chile, wo sie niemand geringerem als Louis-Michel Liger-Belair bei dessen Joint-Venture-Betrieb half. Die Trauben stammen aus einer Lage, die auf über 520m über dem Meeresspiegel den Anbau eines gut durchlüfteten und langsam ausreifenden Pinot Noir ermöglicht. Dann baut sie den Wein über 14 Monate in burgundischen (228 l) als auch größeren 350-Liter-Fässern aus. Weil die Böden hier sandig und lehmig sind anstatt vom Kalk geprägt wie im Burgund, ergibt dies zudem einen ganz anderen Typ Wein. Er duftet tatsächlich nach Herz- und Amarenakirschen. Über der Frucht liegt eine ätherische Note, ein Hauch Minze, auch etwas Mandeln. Am Gaumen ist er fleischig, die Tannine dabei seidig und fein, die Frucht rotbeerig und angenehm reif. Man spürt, dass man hier einen italienischen Rotwein im Glas hat, der allerdings eine Eleganz und Feinheit ins Glas zaubert, die kein junger Barolo je erreicht. Das ist schlichtweg ein unfassbar charmanter Pinot Nero, voller Delikatesse und Eleganz. Der so nur aus dem Piemont stammen kann, dabei unverkennbar aber von den tragenden Prinzipien Burgunds geprägt ist: Eleganz, Finesse und Feinheit. Zu genießen ab sofort, Höhepunkt wohl 2021-2028+. 17

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