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PINwand N° 287

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ÖSTERREICH BURGENLAND

ÖSTERREICH BURGENLAND Uwe Schiefer cken konnten. 1990 wollte er es dann selbst besser machen und begann, sich dem Weinbau zu widmen. Er gründete sein eigenes Weingut im Südburgenland, nachdem er das Studium an der Weinakademie in Rust absolviert hatte. Dabei wurde ihm schnell klar, welch großartigen Böden das Burgenland aufzuweisen hatte. Kalkhaltige sowie eisen- und schieferdominierte, allen voran im Eisenberg. Bei den Weißweinen bleibt Uwe Schiefer ebenfalls den regionalen Rebsorten treu, setzt auf Welschriesling, Grünen Veltliner und Weißburgunder. Im Zentrum seiner Schaffenskraft steht aber der Blaufränkisch aus der großartigen Lage Eisenberg. Schiefer pur! Der Eisenberg zählt zu den genialsten Lagen im Burgenland, ist so etwas wie der Romanée-Conti im Burgund, also die Paradelage der Region. Der hohe Eisenanteil und das tonig-lehmige Terroir erlauben hier den Anbau hochpräziser und kühler Rotweine. Die Reben stehen auf uralten Steillagen, wo sie im pannonischen Klima, geprägt von heißen Tagen und kühlen Nächten, besonders langsam ausreifen können und dabei nicht zu viel Säure verlieren. Und dann ist da der Schiefer, wie wir ihn schon von der Mosel kennen und der wie kaum ein anderer Boden seine typische Mineralität in den Trauben zum Ausdruck bringt. Uwe Schiefer ist ein Grenzgänger, sowohl stilistisch als auch geographisch. Die Reben wachsen nahe der ungarischen Grenze, stehen sogar teils auf der ungarischen Seite. Er galt lange Zeit als ein enfant terrible im Burgenland, mit seinen hochpräzisen, kühlen Weinen, die keine kleinen Barriques gesehen hatten und schonend und 58 PINwand 287 | Juli 2018

Uwe Schiefer BURGENLAND ÖSTERREICH unfiltriert auf die Flasche wanderten. Per aspera ad astra – der Weg zu den Sternen führt über raue Pfade – diese lateinische Redewendung fasst dabei den Weg Schiefers wohl am genausten zusammen. Seit 2013 meinte die Natur es nicht gut mit ihm, immer wieder zerstörten Hagel und Frost Großteile der Ernte (und erst diesen Juni 2018 trafen den Eisenberg wieder schwere Hagelschäden). Kürzlich fand er dann endlich einen Geschäftspartner, Hans Kilger, leidenschaftlicher Weingutsbesitzer und Steuerberater, der ihn zukünftig als Partner begleiten wird und sicherstellt, dass die genialen Weine auch weiterhin auf dem höchsten Niveau hergestellt werden können. Schiefers unbedingtes Qualitätsbestreben und sein Beharren haben sich über die Jahre ausgezahlt, so dass er heute ganz oben angekommen ist, an der Spitze des Burgenlands, als Stilikone und Sprachrohr der neuen burgenländischen Bewegung. Oder wie Uwe Schiefer es beschreibt: „Mutig, ungeschminkt und mit einer fast schon dogmatischen Puristik: Schiefer pur!“ OBL040117 Weißer Schiefer, weiss 2017 11% Vol. 17,20 €/l 12,90 € Handwerklich und präzise. Uwe Schiefer ist bekannt als Blaufränkisch-Ikone. Doch seine neuen Weißweinprojekte sind mittlerweile auf ebenbürtigem Niveau und bilden eine konsequente Erweiterung seines Portfolios. So wie dieser Weiße Schiefer, eine Cuvée aus Welschriesling, Grüner Veltliner und Pinot Blanc, wobei der Anteil letzterer beider Rebsorten vernachlässigbar ist. Dieser Wein ist genau so präzise und glasklar wie die Rotweine des Hauses. Niedrig im Alkohol, präsent im Bouquet und ungemein erfrischend am Gaumen. Der Weiße Schiefer duftet nach Meersalz, saftigen Forellenbirnen, Limettenschale und einem Hauch Hefe, die Fülle verleiht. Am Gaumen dreht sich dann alles um das Stichwort Mineralität. Ein wunderbar knochentrockener Weißwein mit dem Aroma grüner Äpfel, der Grip am Gaumen erzeugt und gleichermaßen würzig als auch steinig schmeckt. Ein Wein, der von seiner Präzision lebt und eindrucksvolles Zeugnis der Handwerkskunst ablegt, die Uwe Schiefer selbst in seiner Einstiegslinie konsequent anwendet. Chapeau für so viel Wein! Zu genießen ab sofort bis ca. 2023 OBL040216 Grüner Veltliner Grüner Veltliner „Purbach“ „Purbach“ weiss 2016 weiss 2016 11,0% vol. 11% Vol. 19,33 €/l 14,50 € Foto: Herbert Lehmann Frech und bissig! Erhabene Klassik vom Leithaberg. Aber neu interpretiert. ‚Sublime classic’, so bezeichnet Uwe Schiefer seine alkoholleichten Weine wie diesen Grünen Veltliner aus Purbach. Er hat tatsächlich nur 11,0% Vol. Umdrehungen und macht genau deshalb so viel Freude, dreht im Glas richtig auf. Dieser kernige Grüne Veltliner ist kein Veltliner im konventionellen Sinne, sondern ein herrlich impulsiver Weißwein, den Uwe Schiefer unfiltriert und ungeschönt auf die Flasche zieht. Daher steht er auch etwas ‚naturtrüb’ kamillengelb im Glas. Doch die matte Farbe täuscht hinweg über die Spritzigkeit und Vitalität, die diesem Wein zu eigen ist! Er duftet nach herrlich grünen Sommerwiesen, Stachelbeeren, saftiger Birne und sonnengelben Zitronen. Keine Spur vom klassischen „Pfefferl“ des Grünen Veltliner. Im Antrunk ist der Wein dann wie ein Biss in eine süßlich reife Limette. Ein kerniger Weißwein, vibrierend frisch und klar, in sich ruhend und doch dynamisch mit einem Aroma von frischem Ingwer im Ausklang. Frech, unkonventionell und ein echter „palate cleanser“, der immense Lust auf den nächsten Schluck macht, ja den Gaumen an warmen Sommertagen regelrecht freiputzt und erfrischt. Bei diesem Wein merkt man genau, warum Uwe Schiefer neben dem Eisenberg auch das Leithagebirge für sich entdeckt hat und den doch weiten Weg auf sich nimmt: das qualitative Potenzial der Weinberge dort ist riesig. Und dies findet sich bereits in diesem Wein der Kategorie: Süffig aber mit Anspruch und eigenständigem Charakter. Zu genießen sofort bis ca. 2020 OBL040313 Weisser Weißer Schiefer „m“ weiß weiss 132013 13,0% vol. 13% Vol. 51,86 €/l 38,90 € M für Maische! M für Mehr Gechmack! M für Mmmmh… Das „M“ im weißen Schiefer steht für Maische! Also ein Wein, der sich über seine Machart definiert. Er wurde wie ein Rotwein vinifiziert, die Trauben auf der Maische belassen. Durch die Mazeration werden wie beim Rotwein auch Phenole aus den Schalen extrahiert, was dem Wein seine orangene Kupferfarbe verleiht und das satte, kräftige Mundgefühl. 59

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