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PINwand N° 287

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DEUTSCHLAND PFALZ

DEUTSCHLAND PFALZ Weingut Friedrich Becker alte Gewürztraminerreben umzuveredeln. Auf 0,8ha stehen hier jetzt Pinot Noir, die er mittels der auch im Burgund üblichen, Selection Massale’ aus eigenen Weinbergen gedeihen ließ. Der Wein wird unter der Bezeichnung „La Belle Vue“ gefüllt werden und feiert mit dem Jahrgang 2014 sein Debüt. Auch wenn noch nicht klar ist, wann der Wein erscheinen wird, so haben wir hier einen von rotkirschiger Frucht und Feinheit geprägten Burgunder verkosten dürfen, der für uns in Deutschland zukünftig neben Kellers Morstein-Spätburgunder eine neue Benchmark setzen könnte. Pinot Noir zum Verlieben! Und die ersten Top-Chardonnay-Anlagen im Großen Gewächs St. Paul sind schon gepflanzt. Es bleibt also spannend im Hause Friedrich Becker. Die Zukunft sieht hier rosig aus und wir freuen uns, Ihnen diese beiden neuen Weine in der Zukunft anzubieten. Das Weingut Friedrich Becker zählt zur absoluten Spitze deutscher Burgunderkunst! Kein Wunder: Ein großartiges Terroir, steile Hanglagen und sanfte Hügel, traumhafte Reben aus bestem, teilweise uraltem genetischen Material und eine vorbildliche Weinbergsarbeit tatkräftiger Menschen gehen bei unserem Kleinod aus der Südpfalz eine unübertreffliche Synthese ein! „Unseren größten Reichtum behandeln wir nicht selten wie Dreck. Das Erd-Reich“. Friedrich Becker nimmt kein Blatt vor den Mund. Unangepasst ist er. Ein engagierter Charakterkopf. „Der herbe Duft des Bodens zwischen Tau und Tag, beim ersten Gang durch den Weinberg, sagt der Nase des Winzers alles über den Zustand seines Weinbergs.“ Und damit über seinen wertvollsten Besitz. Dieses ihm anvertraute Erd-Reich in seinem natürlichen Gleichgewicht lebendig und vital zu erhalten, gebietet der Respekt vor der Natur. Aber auch das ureigenste Interesse. Denn nur auf dieser Grundlage wächst Qualität. Hier im Grenzland zwischen Vogesen und Pfälzerwald, wo das Elsass die Pfalz berührt, sind die Böden mit besonderem geologischem Reichtum gesegnet. Neben Buntsandstein besitzt die Region jene Melange aus Kalk, Mergel und Ton, wie sie auch das Burgund auszeichnet. Nicht zufällig also hat Vater Becker hier vor über 40 Jahren Pinot Noir gepflanzt. Und mittlerweile ist aus einer vagen Hoffnung und einer großen Vision süße Realität geworden: Friedrich Becker ist, Schritt für Schritt, zu einem der besten Spätburgunderwinzer Deutschlands avanciert. Die tatkräftigen Beckers sind sich einig: „Der beste Dünger eines Weinbergs sind die täglichen Fußstapfen seines Winzers. Im Keller dürfen wir nur mehr keine handwerklichen Fehler machen, arbeiten nur mit Schwerkraft, ohne Pumpen, und so schonend wie irgend möglich, um nur die feinsten Tannine aus der Traubenhaut zu extrahieren. Doch unsere mineralischen Weine werden nie besser sein als das Lesegut, das zum Hoftor hereinkommt“, lautet das einhellige Urteil von Vater und Sohn! Und in solch vorbildhafter inneren Einstellung liegt die Dominanz dieser genialen Rotweinwinzer. Der Schweigener Betrieb verfügt über geniale Terroirs. Mit den Großen Gewächsen aus den drei Lagen Kammerberg, St. Paul und Heydenreich, die im Grenzgebiet Pfalz/Elsass überwiegend auf französischer Seite liegen, gelingt ihnen ein Trio exzellenter Pinot Noirs. Der Kammerberg, mit ältesten Reben gepflanzt im Jahrgang 1967, ist dabei immer der maskulinere, in der Jugend kräftigere Pinot Noir, wohingegen die Lage St. Paul durch ein charmantes Bouquet und viel Feinheit im jugendlichen Stadium geprägt ist. Die direkt darüber liegende Lage, welche wie ein Hochplateau über dem steilen St. Paul thront, stellt die bisherige Krönung der Pinot Noirs dar. Die Reben müssen sich hier regelrecht durch den harten Kalk bohren, der schon nach wenigen Zentimetern auftritt. Das stresst die Pinot-Noir-Rebe, wozu sie sich zu Höchstleistungen anstrengen muss, um an Wasser und Nährstoffe zu kommen. 28 PINwand 287 | Juli 2018

Weingut Friedrich Becker PFALZ DEUTSCHLAND Seitdem Friedrich Becker Junior den Großteil der Vinifikation übernommen hat, wirken die Weine auf uns nochmals, als seien sie dem französischen Vorbild, Burgund, etwas näher gerückt. Dabei zeichnet die Rotweine des Hauses eine für Deutschland ungewöhnliche Struktur aus. Die Pinot Noirs haben hier, ähnlich wie im Burgund Weine der Appellationen Gevrey-Chambertin und Vosne-Romanée, eine markante Gerbstoffstruktur, die als Reifungsgerüst dient. Auch die Frucht fällt im Hause Becker stets etwas dunkler aus, ohne dabei Aromen aus dem Holz zu ziehen. Fritz Becker hat sich über die Jahre viele Techniken angeeignet, um Pinot Noir nach seinen Idealvorstellungen zu vinifizieren. Er setzt auf eine frühe Entblätterung der Trauben, sodass die jungen Beeren mit den ersten Sonnenstrahlen im Frühjahr eine dicke Haut bekommen. „Wie Menschen, die im Frühsommer erst mal eine gewisse Grundbräune bekommen müssen, um dann für die folgenden Hitzeperioden geschützt zu sein, muss auch die Traube möglichst früh dickschalig werden, um dann eben keine hitzigen Noten durch zu starke Sonneneinstrahlung zu entwickeln.“ Die Weinberge sind bestens gepflegt. Das bedeutet mitnichten, dass hier akkurat geschnittene Hecken und kunstrasenartige Böden vorliegen. Nein, wer einmal durch den Kammberberg oder St. Paul gelaufen ist, muss sich regelrecht durchschlagen und läuft durch begrünte Böden, voll Wildsaaten und kann sich an der Biodiversität der Weinberge erfreuen. DPF011117 Grauer DPF011117 Burgunder Becker, Grauer trocken Burgunder 2017 trocken 2017 12,5% Vol. 13,20 €/l 9,90 € Grauer Burgunder mit Charakter. Dieser Gutswein stammt von Kalk- und Sandsteinböden. Fritz Beckers Grauburgunder-Reben stehen sowohl auf der südpfälzischen als auch bereits auf der elsässischen Seite. Dieser fein mineralische Grauburgunder ist ein echter Charakterkopf. Das fängt bereits damit an, dass die vollreifen Trauben nur von Hand gelesen werden und dann besonders langsam im Keller auf der Feinhefe belassen werden. Und auch im Glas ist dieser Wein anders als alles, was man in dieser Preisklasse ansonsten oft an banalem Pinot-Grigio-ähnlichem Getränk bekommt. In zwiebelschalenfarbenem Gewand wandert dieser Wein ins Glas. Ja, dieser Grauburgunder hat tatsächlich einen Schuss rötliche Reflexe im Glas. Kein Wunder, denn die Beeren dieser Rebsorte sind tatsächlich eher rötlichgrau als weiß gefärbt. Es duftet dann überraschend blumig und klar. Ein Hauch frische Rosen, etwas Honigmelone, Kräuter und auch eine gewisse Rauchigkeit versammeln sich hier. Am Gaumen glänzt der Wein mit seiner dezenten Cremigkeit. Es ist ein weicherer, ja schmeichelnd frischer Grauburgunder mit Aromen von Pfirsich und Pampelmusen und einem Hauch Johannisbeeren, nur ohne die adstringierende Säure. Ein aromatisch glasklarer Weißwein, mit einem Hauch Zitrone im Ausklang. Er tänzelt geradezu am Gaumen, erfrischt diesen und hebt dann im Ausklang wieder ab und es bleibt die Impression einer frischen Sommerbrise am Gaumen. Für einen Pfälzer Grauburgunder schier unglaublich mineralisch, frisch und hochelegant. Ein leckerer, begeisternder Grauburgunder von edler Stilistik und nur 12,5% Vol. Alkohol, eine Demonstration des kerngesunden, optimal gereiften Lesegutes und eine gewaltige Provokation für so viele überteuerte seelenlose Pinot Grigios, deren einziger Vorteil ihr so viel schöner klingender italienischer Sortenname ist! 29

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