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PINwand N° 287

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FRANKREICH

FRANKREICH CHÂTEAUNEUF-DU-PAPE Domaine Saint Préfert sehen ist, weil es dort im Sommer doch so heiß wie nirgendwo sonst in Frankreich ist. Dass man das dem Wein nicht anmerkt, ist das Verdienst dieser großen Winzerin, die sich innerhalb von fünfzehn Jahren in die Phalanx der besten Winzer dieser großartigen und berühmten Appellation vorgearbeitet hat. Im Weinberg strikt biologisch arbeitend, passt sie ihre Kellerarbeit in perfekter Weise den Erfordernissen des Terroirs an. In diesem Fall heißt das, dass Ferrando den reinen Grenache mit Stiel und Stengel vergärt, und zwar in mehrjährig gebrauchten Barriques und 600-Liter-Fässern. Das Holz spielt bei ihren Weinen nur anfangs eine Rolle, nicht aber später in der Aromatik. Die wird beim Colombis bestimmt durch ein Meer von Blaubeeren und Schwarzkirschen, die in flüssiger dunkler Schokolade zu schwimmen scheinen. Unterlegt wird die reife Frucht mit Noten von Unterholz und ein klein wenig Speck, Anis und geriebenem kühlen Stein, der geradezu stellvertretend für die tiefe Mineralik steht, die die uralten Reben diesem Wein mitgeben. Am Gaumen ist der Colombis fantastisch balanciert. Er pendelt zwischen der tiefen und reifen blauen Frucht, die durchwoben zu sein scheint von Kirschlikör und einer kühlen Klarheit und Feinheit. Auch am Gaumen finden Sie diese leicht speckigen Noten, Anis und etwas Lakritz, dunkle Schokolade und Kräuter. Hier entdecken Sie tatsächlich die sprichwörtliche geballte Faust, die in einem seidigen Futteral verborgen ist. Der Wein integriert ganz wunderbar die sanfte Süße der reifen Frucht und ummantelt sie mit einem seidigen Gerbstoff, den Sie in dieser Eleganz nur in reifem Grenache vom Sandboden finden. Obwohl der Colombis sicher Ferrandos üppigster und konzentriertester Châteauneuf sein dürfte, so ist er gleichzeitig auch ihr kühlster Wein – ein beeindruckendes, fast surreales Phänomen, das an schwebende Felsen in Bildern von René Magritte erinnert. Für uns zeigt das aber vor allem die Größe dieses Weins und seiner Winzerin. 2020 bis 2040 FRS080316 Saint Préfert, Collection Châteauneuf Charles du Giraud, Pape Collection rouge 2016 Charles (Bio) Giraud 2016 15% Vol. 100,00 €/l 75,00 € FRS080316M Collection Charles Giraud, rouge 2016 MAGNUM (Bio) 15% Vol. 96,66 €/l 145,00 € Mit „Charles Giraud“ krönt Isabel Ferrando den phänomenalen 2016er-Jahrgang. Wenn man mit Isabel Ferrando über ihre Weine und ihre Stilistik spricht, dann wird schnell klar, dass ihrer Meinung nach – und da geht sie konform mit fast allen Franzosen – Weine perfekte Essensbegleiter sein sollten. Beim Châteauneuf-du-Pape, meint sie, sei dies mittlerweile eine große Herausforderung; denn die Weine 16 PINwand 287 | Juli 2018

Domaine Saint Préfert CHÂTEAUNEUF-DU-PAPE FRANKREICH bis 97 Punkte! könnten heute so reich und üppig sein, dass sie einen schnell mal über den Tisch ziehen würden. Genau das aber ist nicht in Isabels Sinne, und entsprechend arbeitet sie von Anfang an im Weinberg so, dass ihre Weine später jene Finesse besitzen, die ihre Rhône-Weine burgundisch wirken lässt. In ihrem größten Wein, dem Châteauneuf-du-Pape Collection Charles Giraud, schafft sie diesen Spagat in Reinform. Bei einem großen Wein ist es letztlich genauso wie bei einer perfekten Kür auf dem Eis: Was für die Protagonisten eine große Herausforderung und harte Arbeit ist, wirkt auf uns später leicht, schwebend, harmonisch und im besten Falle perfekt. Eine solche Kür ist der 2016er Charles Giraud, den wir zu den großen Weinen dieser berühmten Appellation zählen. Isabel bringt in diesem Châteauneuf 60 % Grenache und 40 % Mourvèdre von teils mehr als 100 Jahre alten Rebstöcken in einer Cuvée zusammen, die das komplexe Terroir der unterschiedlichen Lagen der Domaine Saint Préfert widerspiegelt. Die einzelnen Parzellen der Reben, die in diesen Wein einfließen, sind geprägt von den großen, Galets roulés genannten Kieselsteinen, ferner von Kies und Sand, Tonerde und Kalkstein. Sie sind die Basis für einen höchst komplexen Châteauneuf-du-Pape, der jetzt natürlich gerade erst am Anfang einer möglicherweise Jahrzehnte währenden Entwicklung steht. Der dunkel purpurfarbene Wein öffnet sich mit einem Parfum von dunklen Blüten, Unterholz, staubiger Erde, geriebenem Stein und einer wundervoll reifen Melange aus Himbeeren und Brombeeren, Zwetschgen und Kirschen. Dieses so dichte, hochreife und üppige Bouquet wird durchzogen von Anisnoten und einer Spur von Ras el Hanout, von Garrigue und Bitterschokolade. Dieser Nase, bei der im Untergrund eine kühle Mineralität mitschwingt, kann man sich kaum entziehen. Um dem Wein die Kühle zu geben, die ihn so außergewöhnlich macht, vergärt Isabel Ferrando die Trauben komplett mit Stielen und Stengeln. Das Ergebnis ist ein immens kraftvoller und durch den hohen Anteil von Mourvèdre auch fantastisch dunkelwürziger Rhône-Wein, dessen üppig reife Frucht von Frische durchzogen ist. Der Wein wirkt unglaublich dicht, ist aber nicht schwer. Die Schichten von dunkler Frucht, die Noten von schmelzender Schokolade, provençalischen Kräutern, marokkanischen Gewürzen, türkischem Mokka, Lakritz und Noten von Lavendel und Veilchen wirken trotz aller Intensität leicht und fast spielerisch. Zudem wird die Frucht von einem markanten, aber feinen, ja seidigen Tannin umrahmt. All das findet schon jetzt mit viel Luft harmonisch zusammen und endet in einem großen, langen Finale, in dem die junge, saftige Frucht alle weiteren Komponenten deutlich überstrahlt. Mit der Zeit wird sich dies ändern, und der Châteauneuf wird sich noch komplexer und freizügiger zeigen. Doch es wird gar nicht so leicht sein, darauf zu warten. 2022 bis 2045 FRS080417 Châteauneuf FRS080417 Saint du Pape Préfert, blanc Châteauneuf 2017 (Bio) du Pape blanc 2017 13,5% Vol. 53,26 €/l 39,95 € Dieser weißer Châteauneuf ist ein beeindruckendes, allerdings rares Erlebnis, denn es entstehen immer nur wenige Flaschen. Auch wenn der weiße Châteauneuf-du-Pape eine ebenso lange Tradition hat wie der rote, hoch bewertet wird und unter Sammlern sehr begehrt ist, so ist eine Flasche weißer Châteauneuf doch ein rares Prachtstück, weil nur so wenig davon produziert wird. Für uns ist ein weißer Châteauneuf immer ein besonderes Erlebnis. Und so ist es auch mit dem 2017er Domaine Saint Préfert Châteauneuf-du-Pape blanc von Isabel Ferrando. Wenn wir Isabels Weine probieren, sparen wir uns die Weißweine immer für das Finale auf. Denn für unseren ‚deutschen’ Geschmack recht ungewohnt, verfügen die weißen Rhônesorten über recht wenig Frucht, was im krassen Gegensatz zu den roten Pendants steht. Die Qualitäten der weißen Sorten liegen ganz woanders. Diese Weine sind vor allem Texturweine, die den Gaumen mehr beherrschen als die Nase. Trotzdem kommt das Aroma nicht zu kurz. Man findet in dieser Cuvée aus 60 % Clairette und 40 % Roussanne den Duft von Mirabellen und einer reifen Birne, von Akazien und einer gerade reif gewordenen Ananas. Vor allem aber zeigen sich würzige Noten wie Safran, Süßholz, Fenchel und leicht gerösteter Hafer. Gerade jetzt, wenn der Wein noch jung ist, wird er es Ihnen danken, wenn Sie ihn in eine Karaffe füllen und ihm etwas Zeit geben. Dieser Wein, der für die lange Strecke ausgelegt ist, muss sich erst sammeln, um sich ganz zu offenbaren. Dann aber zeigt er seine Opulenz und Kraft am Gaumen, die feine Würze und den ganz leichten Gerbstoff, der den Gaumen auskleidet, sowie die beeindruckend präsente Säure, die man so weit im Süden vielleicht gar nicht erwartet. Doch Isabel Ferrando hat die Trauben exakt zum richtigen Zeitpunkt lesen lassen, und sie hat die richtige Boden- und Laubarbeit geleistet, um die Trauben zu schützen und sie recht früh ernten zu können. So konserviert sie die Frische, ohne etwas von der Aromatik zu verlieren. Der Weißwein, der über sechs Monate im gebrauchten 600-Liter-Fass ausgebaut wurde, packt uns mit seiner Kraft und zieht uns in seinen Bann. Neben der feinen Textur und dem präsenten Säurenerv ist es vor allem die tiefe Mineralik, die uns bei diesem würzig dichten und reifen Wein begeistern. Seine ganzen Stärken spielt der weiße Châteauneuf dann aus, wenn er zu kräftigen Speisen gereicht wird, bei denen man an Butter oder Fett keinesfalls sparen sollte. Bitte viel Luft gönnen, dann 2018 bis 2030 17

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