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Erlesene Weine, Feinkost und Spirituosen von Pinard de Picard - Weinfachhandel und Weinversender

ITALIEN TOSKANA Ankommen

ITALIEN TOSKANA Ankommen auf dem Gut: Jeder Ziegel, jede Mauer, jeder Quadratmeter Boden atmet Geschichte. Schließe ich für einen Moment die Augen, vermeine ich das Klirren von Schwertern, das Wiehern von Schlachtrössern, den Gefechtslärm eines mittelalterlichen Scharmützels zu hören – im Angesicht dieser wahren Trutzburg mit ihren uneinnehmbar scheinenden, mächtigen Bastionen und jäh aufragenden Festungswällen. Wechselvolle kriegerische toskanische Geschichte: Florenz gegen Siena. Doch heute: Welche Idylle! Heute thront Castello di Brolio friedlich und verträumt auf seinem malerischen Hügel in den Chianti-Bergen, umgeben von Weingärten, Olivenhainen und Zypressen, und die untergehende Sonne taucht den eleganten, im Renaissance-Stil erbauten Wohntrakt der Burg in leuchtendes Terracotta-Rot. Hinter diesem toskanischen Postkartenidyll verbirgt sich das traditionsreichste Weingut im Chianti: Barone Ricasoli und das legendäre Castello di Brolio, gelegentlich als „Château Lafite Italiens“ bezeichnet, können auf eine lange Geschichte zurückblicken und sind seit Jahrhunderten mit dem Weinbau der Region untrennbar verbunden: Seit 1141 residiert das noble Geschlecht derer von Ricasoli auf dem Schloss und produziert hier Wein – damit gilt Barone Ricasoli als das älteste Weingut ganz Italiens. Bereits im 16. Jahrhundert exportierte man den Rebensaft nach Amsterdam und London. Nachdem die Fehden des Mittelalters, die Waffengänge der napoleonischen Kriege und die Schlachten um die Einigung Italiens geschlagen waren (Wer es noch etwas genauer wissen will: Die Familie stammt von den germanischen Langobarden ab und war eine der „edlen” Würdenträger des Reichs Karls des Großen. Sie verteidigte Florenz gegen die Angriffe Sienas bis zur Einigung Italiens), konzentrierten sich die Barone auf dem Castello auf die Landwirtschaft, besonders auf den Wein. Und „erfanden” quasi den Chianti: In den späten 1860er-Jahren tüftelte der damalige Schlossherr, der „Eiserne Baron“ Bettino Ricasoli, Premierminister in den ersten Jahren des neu gegründeten Staates Italien, ein Mann von Prinzipien, an der optimalen Rebsortenmischung für den seiner Meinung nach identitätsstiftenden, idealtypischen, repräsentativen und charakteristischen Wein der Region: Chianti. Nach jahrelangen Versuchsreihen legte Bettino 1872 die im Großen und Ganzen bis heute gültige „Chianti-Formel“ – mit Sangiovese als Hauptsorte – fest. Damit avancierte Ricasoli zum „Erfinder“ dieses Weins, quasi zum „Vater des Chianti“. Angesichts der Geschichte und der wirkungsmächtigen Traditionen von Brolio könnte man glatt in Ehrfurcht erstarren. Doch genau das tat der Ur-Enkel von Bettino, Francesco, der 32. Barone von Ricasoli, zum Glück nicht, als er das Weingut 1993 ins Familieneigentum „zurückkaufte“: Es war – und das tat allen Traditionalisten im Herzen weh – vorübergehend an einen internationalen Getränkekonzern bzw. ein australisches Weinkonsortium verloren gegangen, unter deren Regime die Qualität, sagen wir es mal vorsichtig, nicht die oberste Priorität genoss. Nach dem gelungenen Rückhol-Coup war in der Zeitschrift „Wine Today“ über Francesco zu lesen: „He has the key to the castle again.“ Und der neue, „alte“ Besitzer war fest entschlossen, diese „Schlüsselgewalt“ zu benützen, um das Weingut zu neuer – und damit traditioneller – Größe und Glorie zu führen. „Wir versuchen, die so heitere und schöne Landschaft der Toskana und ihre Seele in unsere Weine einzufangen.“ Francesco Ricasoli Francesco ist ein feinsinniger Mensch mit echter Persönlichkeit, Charakter und Eleganz. Der Erneuerer des Weinguts mit humanistischer Bildung verfügt über Humor und eine ordentliche Portion unternehmerischer Dynamik. Mit ihm zu plaudern in seinem kleinen Restaurant im Schatten der Burg, unter alten Bäumen zu sitzen, trotz 40°C die Sommerhitze nicht zu spüren und dem Gesang der Grillen zu lauschen, das sind schon magische Nachmittag. Und sobald Francesco das Weingut übernommen hatte, blieb kein Stein mehr auf dem anderen, und das alte Familienmotto „Rien sans peine“ – frei übersetzt: „Nichts ohne Anstrengung“ – bekam wieder seine Bedeutung. Francesco leitete sofort eine ambitionierte Neustrukturierung ein: Er legte die Qualitätslatte dramatisch höher, modernisierte mit großem Aufwand den Keller, ließ die Weingärten, alle in unmittelbarer Nähe zur Burg in bis zu 500 m Höhe, nach und nach roden und neu auspflanzen, die Pflanzdichte der Qualität wegen auf bis zu 6.600 Rebstöcke pro Hektar deutlich erhöhen, was eine wesentlich intensivere Rebwurzelkonkurrenz und damit ein Vordringen in mineralische, tiefer liegende Gesteinsschichten fördert. Auf diese Weise steigen die Qualitäten von Jahrgang zu Jahrgang dramatisch an! Wahrlich: Francesco besitzt einen „eisernen“ Willen – Ur-Ahn Bettino lässt grüßen – und mit seinem ihn tatkräftig unterstützenden Team (Önologe Carlo Ferrini, der das Chianti und seine Weine vermutlich besser kennt als irgend jemand sonst auf der Welt, wird vom „Wine Enthusiast“ zum „Winemaker of the Year“ gekürt), ist es gelungen, einen Mythos, einen Stil und ein Vorbild wieder aufleben zu lassen, die über Jahrhunderte die Geschichte des toskanischen Weinbaus geprägt hatten. Ein altes englisches Sprichwort hat sich wieder einmal bewahrheitet: „Cometh the hour, cometh the man.“ – Der richtige Mann zur richtigen Stunde. Unter der Leitung von Francesco Ricasoli erhob sich Castello di Brolio wie Phönix aus der Asche: Kaum zehn Jahre, nachdem er beherzt nach dem Schlüssel zur Burg gegriffen hatte, ist das Weingut bereits zu „Italiens Kellerei des Jahres“ erkoren und endlich wieder zu einem der Leitbetriebe im Chianti geworden. Und das Beste scheint uns, was allen Ricasoli-Weinen gemeinsam ist. Wir sagen es mit den Worten des Barone: „Meine Weine sind keine ermüdenden, hoch gezüchteten, barrique- oder alkoholschwangere Verkostungs-Tropfen, sondern höchst animierende Trinkweine mit unverwechselbarer Heimat. Denn wir versuchen, unsere so heitere und schöne Landschaft der Toskana und ihre Seele in unsere Weine einzufangen“. Und das ist ihm genial gelungen! Heute ist Ricasoli wieder das weltberühmte Aushängeschild italienischen Weines! Salute! 28

PinWand 254 TOSKANA ITALIEN ITO070213 Torricella, bianco 2013 12,5% Vol. 18,53 €/l 13,90 € Toskanische Weißweine gehören nicht zu meinen Favoriten. Zumeist zu fett, zu schwer, zu viel Holz oder zu viel Alkohol. Und nur all zu oft finden all diese Parameter auch noch zusammen. Es finden sich ja genug Touristen, die diese Schwerenöter aus verständlichen sentimentalen Erinnerungsgründen dann auch noch kaufen. Doch da, wo die Not am größten, da leuchtet bisweilen auch ein Lichtlein besonders strahlend schön. Werte Kunden: 12,5 % Alkohol für einen Weißwein aus der Toskana! Das ist doch der Hammer. Und welch ein betörendes Aromenspiel, welche Feinheit und welche unglaubliche Balance am Gaumen. Und welch erfrischender Trunk wegen seiner cremigen Säure. Was ist das nur für eine leckere, animierende Chardonnay-Sauvignon Cuvée! In der Nase eine vibrierende, saftige, komplexe Aromatik: Zarte Zitrus-, Mandarinen- und Grapfruitanklänge vermählen sich mit floralen und würzigen Noten (Zimt, Vanille) und mit einer eleganten Mineralität. Dieser noble Italiener verströmt sich lustvoll auf der Zunge mit einer tollen Harmonie und Balance am Gaumen. Das Holz ist perfekt integriert, quasi nicht schmeckbar, es gibt stattdessen schöne Struktur. Seine Säurestruktur lässt ihn zu einem äußerst trinkanimierenden Tropfen werden, dicht und präzise zieht sich eine mineralische Spur durch den gesamten Gaumen! Ein genialer, trinkanimierender Weißwein der Toskana, eine Referenzqualität in seiner Preisklasse mit nur 12,5% Alkohol, aber mit viel verführerischem Schmelz, den man hervorragend als Apéritif genießen kann oder zu gebratener Seezunge mit Weißweinsauce, gegrilltem Pulpo mit gedämpften Artischocken oder Kalbsmedaillons mit fruchtigem Zucchinigemüse und Risotto. Wenn es doch nur mehr solche trinkanimierende Weißweine aus der Toskana geben würde. Zu genießen ab sofort bis 2018+. ITO070414 Chianti del Barone, rosso 2014 13% Vol. 10,53 €/l 7,90 € Ein dramatisch schöner Einstiegswein in die magischen Welten Ricasolis ist unser ungemein preiswerter Bestseller „Chianti del Barone”: Dieser so wohltuend trinkige Chianti, eine geniale Vermählung zwischen Tradition (Sangiovese) und Moderne (Cabernet Sauvignon und Merlot), verzaubert mit einer expressiven, kühlen Frucht .Die florale Komponente von Veilchen und wilden Rosen steht animierend im Vordergrund und vermischt sich mit roten Johannisbeeren, Sauerkirschen und Schlehe. Zarte Röstnoten von Haselnüssen und Kakao sowie Andeutungen von Rosmarin und Thymian runden das charmante Geruchsbild angenehm ab. Ein saftiger und süffiger Wein mit feinkörniger Tanninstruktur und feiner, den Gaumen umspielenden Säure. Genau der richtige genussvolle süffige Begleiter zu Antipasti, Pasta, Pizza, zu Finocchiona (eine grobe Salami mit Fenchel), zu Bruschetta und milden italienische Käse. Ein quirliger und schwungvoller Wein, der seinen Ursprung nicht verleugnet, wahrlich ein delikater Tropfen und fantastischer Alltagswein, der den Gaumen streichelt und uns von der bezaubernd schönen, heiteren Kulturlandschaft der Toskana träumen lässt. 29

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