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PINwand 373

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Weinmagazin Nr. 373 im April 2025 | Pinard de Picard – Erlesene Weine, Feinkost und Spirituosen – Weinhändler des Jahres 2025 / 2019 / 2010 | Weinfachhandel und Weinversender

FRANKREICH BURGUND

FRANKREICH BURGUND DOUHAIRET- PORCHERET MONTHELIE „Erweitern Sie Ihren Blickwinkel. Schauen Sie über das Etikett hinaus. Das Burgund verfügt über eine Fülle von Talenten, und auch wenn es riskant ist, die ausgetretenen Pfade zu verlassen, es kann sich lohnen.“ - NEAL MARTIN (VINOUS) Verführerische Burgunder aus Monthelie, „eine der am meisten unterschätzten Gemeinden der Côte d’Or“ - Remington Norman („The Great Domaines of Burgundy“) „Im Moment fliegen die Domaine und die talentierte Winzerin, die sie leitet, etwas unter dem Radar, aber das wird sich definitiv ändern.“ - William Kelley (Robert Parker Wine Advocate) 30 PINwand № 373

Wie Sie, werte Kunden wissen, treibt uns das Pinot- Noir-Fieber an - und was wären wir für Weinhändler, machten wir das Burgund nicht zu unserer Herzensangelegenheit! Hier finden sich mitunter einige der größten Weine weltweit und viele magische Weinmomente bescherten uns gereifte Burgunder. Doch wir müssen auch gestehen, in den vergangenen Jahre, bedingt durch Wetterkapriolen wie Hagel und Spätfröste sowie die steigende weltweite Begeisterung für die Weine von den sanften Hängen des UNESCO-Weltkulturerbes, sahen sich viele der allerbesten Winzer dazu gezwungen, noch weiter an der Preisschraube zu drehen, so dass der Genuss eines großen Burgundergewächses ein immer exklusiveres Vergnügen wird. Um so mehr liegt unser Bestreben darin, abseits der ganz großen Namen im Burgund neue, noch unbekanntere Weingüter zu finden, die ebenfalls durch und durch die DNS Burgunds verkörpern. Und die Zeiten sind günstig, denn im Burgund bewegt sich neben den etablierten Domainen einiges. Eine neue Winzergeneration kommt gerade so richtig im Burgund an, übernimmt die elterlichen Betriebe und setzt ein ungeheure Dynamik frei - ähnlich wie wir es in den vergangenen Jahren in Deutschland erlebt haben. Diese jungen, enthusiastischen und qualitätsbesessenen Winzer profitieren von der enormen Nachfrage nach feinstem Pinot Noir und Chardonnay. Grund genug, diesen vielversprechenden Betriebe abseits der großen Namen unsere ganze Aufmerksamkeit zu schenken. Hier gibt es zurzeit wahre neue Schätze zu entdecken! Einer dieser noch weitgehend unbekannten Trouvaillen ist ein Weingut im kleinen Dörfchen Monthelie, der geradezu sensationelle Weine auf die Flasche zieht. Die Rede ist von unserem jüngsten Zugang von der Côte d’Or, der Domaine Douhairet- Porcheret (bis vor kurzem Monthelie-Douhairet-Porcheret), die wir Ihnen voller Vorfreude und Stolz erstmals im Jahr 2019 präsentierten, damals noch als fast schon verboten preiswerte Schnäppchen. In den letzten drei Jahren hat die Domaine weltweit an Renommee und Bekanntheit gewonnen, die nicht gerade üppige, herausfordernden Jahrgänge haben ihr Übriges getan. Cataldinas Weine sind immer noch im Wortsinne preiswert, denn qualitativ sind sie die sprichtwörtliche Bank - daran hat sich auch im sechsten Jahr unserer Zusammenarbeit nichts bzw. nur im positiven Sinne verändert. Monthelie-Douhairet-Porcheret - das war in der Tat ein wenig herausfordernd. Zumal es schon einige Zeit gedauert hat, bis uns dieser Dreiklang aus historischen Familienzusammenfügungen- und Erbteilungen halbwegs flüssig über die Zunge rollte. „Domaine Monthelie-Douhairet-Porcheret“ ist eben alles andere als ein griffiger Name. Und so hat sich bei uns intern im Haus schlichtweg die Kurzbezeichnung „Domaine Monthelie“ (für Freunde „MDP“) etabliert. Vielleicht ist dies ja tatsächlich einer der Gründe, warum diese Blume so lange im Verborgenen blühte. Aber nun ist alles ein wenig anders, aus „MDP“ ist Douhairet-Porcheret geworden, die Domaine in Monthélie bedarf keiner Abkürzungen mehr. Zur Historie Der längste Weingutsname unseres Portfolios mag mittlerweile Vergangenheit sein, der Blick auf die Geschichte der Eigentumsverhältnisse ist trotzdem so lehrreich wie lohnenswert: Vor rund 300 Jahren gründeten Monsieur und Madame Monthelie die sich bis heute in Familienbesitz befindliche Domaine, noch heute zeugen der unterirdische Gewölbekeller und eine uralte Korbpresse von diesen frühen Tagen. Gemeinsam mit der Familie Douhairet bewirtschafteten sie Lagen in Monthelie, Pommard, Volnay und Meursault. Anfang der 1970er-Jahre erbten die Schwestern Armande und Charlotte Douhairet den Traditionsbetrieb. Doch die beiden verfolgten unterschiedliche Ziele, und während Armande um den Fortbestand der Domaine kämpfte, verkaufte Charlotte ihren Erbteil, wodurch sich die Weinbergsfläche des Betriebs halbierte. 1989 ging die Domaine neue Wege, ein erster Qualitätschub erfolgte durch die Mitarbeit von Armandes Adoptivsohn André Porcheret. Jenem erfahrenen Mann, der die Domaine neben seiner 17 Jahre andauernden ehrenhaften Tätigkeit als régisseur der Hospices de Beaune leitete (und u. a. von niemand geringerem als Lalou Bize-Leroy engagiert wurde, um Ende der 80er-Jahre deren Weine zu vinifizieren). Und fortan erweiterte somit der Zusatz Porcheret den Namen des Weinguts. Nach dem Tod seiner Mutter im Jahr 2004 wurde André Porcheret von dessen Enkelin, Cataldina Lippo unterstützt. Mit ihr und ihrem Partner Vincent Monfort beginnt die heutige Erfolgsgeschichte der Domaine, die uns hellhörig werden ließ. Seit 2014 zeichnen die beiden für die Geschicke des Weinguts verantwortlich, und was wir auf unseren Reisen in den besten Restaurants rund um Beaune und auf dem Weingut seitdem probierten, hat uns elektrisiert. Gerade einmal 20 Jahre jung vinifizierte Cataldina ihren ersten Jahrgang. Heute kümmert sie sich um die winzige, nur 6,5 Hektar große Domaine, die allerdings ganze 13 Appellationen beherbergt, darunter auch eine Monopollage, den 1,5 Hektar großen Clos du Meix Garnier, im Herzen Monthelies. Was uns an ihren Weinen so überzeugt, ist deren Authentizität. Wer hochmodernen Burgunder erwartet, liegt hier falsch. Cataldina ist dem traditionellen Stil des Hauses treu geblieben, hat aber - im Vergleich zu Großvater André - den Weinen mehr Schliff und Finesse gegeben. Schaut man sich die Arbeitsweise von Cataldina an, wird schnell klar, warum die Weine derart gut ihr Terroir widerspiegeln. Bereits bei der Lese wird höchst penibel auf bestes Lesematerial geachtet. Eine letzte qualitative Selektion gibt es an einem Sortiertisch im Weingut, über den auch die letzten, nicht perfekten Trauben manuell aussortiert werden. Wie bei Großmeister Henri Jayer landen hier alle Trauben vollständig entrappt im Keller. Das sorgt für Präzision und eine verschwenderische, aber auch sehr reintönige Frucht. Noch eine Besonderheit zeichnet für den exzellenten Stil des Hauses verantwortlich: Wie nur ganz wenige Domainen, darunter unser Newcomer-Star Duroché, verzichtet Cataldina fast komplett auf neues Holz. Lediglich 10% an neuen Fässern ersetzt sie jährlich. Hier überdeckt selbst beim Topwein keinerlei neues Holz den Wein. Ein Schritt, den wir enorm begrüßen, der für uns erklärt, warum sich die Burgunder dieses Hauses derart präzise und fokussiert präsentieren. Und so gilt unsere Gleichung: Douhairet-Porcheret - das sind 10 % neues Holz und 100 % Terroir und Leidenschaft! Douhairet-Porcheret April 2025 31

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