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Weinmagazin im November 2021 - Erlesene Weine, Feinkost und Spirituosen von Pinard de Picard - Weinhändler des Jahres 2010 & 2019 - Weinfachhandel und Weinversender

DEUTSCHLAND MOSEL Joh.

DEUTSCHLAND MOSEL Joh. Jos. Prüm WEHLENER SONNENUHR RIESLING SPÄTLESE, 2020 Die Wehlener Sonnenuhr produziert die sinnlichsten, elegantesten und komplexesten, ikonenhaften Weine, die überwiegend mit diesem Weingut assoziiert werden.“ – Stephan Reinhardt DMO110920 Wehlener Sonnenuhr Riesling Spätlese, 2020 7,5% Vol. 46,66 €/l 35,00 € Die Spätlese aus der Wehlener Sonnenuhr zeigt im Jahrgang 2020 schon die ganz hohe Schule! Man spürt das ausgereift aber eben nicht zu reife Traubenmaterial, die Komplexität, die hier in den ausgehenden Traubensäften gesteckt haben muss. 2020 bot allerdings etwas höhere Erträge als das Vorjahr. Diese Leichtigkeit sagt uns in der ganzen Kollektion enorm zu, in der Spätlese findet sie ihren schönsten Ausdruck. Finesse und Facettenreichtum heben die Sonnenuhr in Wehlen hier um eine Haaresbreite von den restlichen Lagen ab. Das Bouquet ist fein, etwas schieferwürzig aber auch von subtil ausgeprägter Frucht gezeichnet. Ein Hauch Karambole, wieder Zitronen, auch etwas europäisches Wiesenobst. Am Gaumen dominiert aber die pure Mineralität der Lage. Die Frucht strahlt hier mit, schwingt sich aufs Schieferriff, welches über den Gaumen fegt. Im Nachhall ein Hauch kandierter Ingwer, der den Gaumen kitzelt. Diese tänzerische und feine Stilistik würde man glatt einem Kabinett zuschreiben. Doch die feineren Nuancen, die gibt es erst bei einer Spätlese, dies ist gewiss. Dies hier ist das Idealbild eines tänzerischen, verspielten moselanischen Rieslings. Dabei ist wichtig zu wissen: Alle Spätlesen fallen bei Prüm sehr mild und angenehm „trinkig“ aus. Sie besitzen Leichtigkeit ohne eine überbordende Süße. Daher würden wir sie auch nie als Dessertweine sehen, sondern als grandiose Speisenbegleiter und noch besserer als schwereloser Aperitif für einen feinen Abend. Genau jener ausbalancierte Stil hat die Weine des Hauses zu Weltruhm gebracht. Diese grandiose Spätlese, mit ihrer feinwürzigen Art, wird über die Jahrzehnte mit Sicherheit zu den schönsten Interpretationen des Jahrgangs zählen. Man kann größten Genuss in ihrer jugendlichen und ungestümen Phase haben, wobei sie über die Jahre eine mineralische Ausprägung entwickeln wird, die die Primärfrucht dann verdrängt. Zu genießen ab sofort bis mindestens 2055. Ein Hochgenuss zur Terrine vom Geflügel mit glasierten Apfelspalten, Kürbiscremesüppchen mit gebratener Jakobsmuschel oder gegrillter Dorade auf Glasnudelsalat und Erdnüssen! ZELTINGER SONNENUHR RIESLING AUSLESE, 2020 Unser Geheimtipp der Kollektion: Zeltinger Terroir DMO111420 Zeltinger Sonnenuhr Riesling Auslese, 2020 7% Vol. 44,00 €/l 33,00 € Im Weingut Joh. Jos. Prüm gibt es alljährlich fantastische Prädikatsweine aus den feinsten Lagen der Mosel. Der Versuch uns zu fokussieren, endet nach der Verkostung in der Uferallee häufig mit dem Seufzer „was soll’s“!. Im Anschluss wandert dann meist die nahezu komplette Kollektion in unser Lager nach Saarwellingen. So erging es uns auch mit der Auslese aus der Zeltinger Sonnenuhr, die uns bei unserer Jahrgangsprobe derart begeisterte, dass wir sie noch vom Verkostungstisch weg im grünen Salon reservierten. Und das war so fokussiert wie sinnvoll, denn diese Auslese besitzt einen ganz spezifischen, völlig eigenständigen Charakter, wird immer von einer geradezu „dunklen“ Mineralität geprägt. Eine Beobachtung, die wir über die Jahre immer wieder gemacht haben und die für uns die Zeltinger Sonnenuhr ganz besonders ausmacht. Es duftet hier dann auch tatsächlich etwas dunkler aus dem Glas: Ein Hauch Tannenhonig legt sich über reife Birnen, Schieferwürze und eine subtile Würze sind erkennbar. Am Gaumen wirkt die Auslese – zumal für ihr Prädikat – ungemein trocken, besitzt eine schöne Strenge am Gaumen. Die markante Säurestruktur bündelt die Frucht hier regelrecht, und diese Pikanz ist schlichtweg entzückend. Keinerlei überbordende Süße oder Exotik sind hier erkennbar. Diese rassige und kühle Auslese zählt zu den markantesten Weinen der Kollektion – ganz klar unser Geheimtipp! Trinkreife ab sofort, Höhepunkt wohl ab 2028 bis 2060+. 42 PINWAND no 331 | November 2021

Joh. Jos. Prüm MOSEL DEUTSCHLAND GRAACHER HIMMELREICH RIESLING AUSLESE, 2020 „Das Himmelreich bringt sehr klare, filigrane und tänzelnde Rieslinge hervor.“ – Stephan Reinhardt DMO111120 Graacher Himmelreich Riesling Auslese, 2020 7% Vol. 46,66 €/l 35,00 € Prüm-Liebhaber, die den Rieslingen unseres Kultweinguts von der Mosel seit mehr als einer Dekade die Treu halten, sie werden ihn noch kennen: den legendären „Prüm’schen Stinker“! Dieser reduktive, in der Jugend oft auftretende, für viele als Spontangärungsnote bekannter Geruch, markierte manch einen Riesling von der Uferallee. Man musste kein geübter Weinkenner sein, um einen Riesling der Familie im Glas blind zu erkennen. Beim Graacher Himmelreich haben wir im Prädikat der Auslese dieses Jahr zumindest einen Anflug jener berüchtigten Note, die Liebhaber und Ablehner in klare Fraktionen spaltete und dem Weingut eine Aura des Geheimen verlieh. Es handelt sich hierbei zudem um ein Anzeichen für einen besonders schonungsvollen Ausbau, des im Stahltank vergorenen Rieslings. Er wird schlichtweg das benötigen, wonach jede hochwertige Auslese verlangt: Zeit zur Reife. „Was die Prüm’schen Weine so einzigartig macht und unter die größten Süßweine der Welt einreiht, ist ihre atemberaubende Balance. Nie gerät diese aus den Fugen, egal auf welcher Stufe der Prädikatsleiter man sich befindet,“ berichtet begeistert der Gault&Millau. So zeigt sich aus die Auslese der 2020er-Kollektion. Die feinrauchige, eher reduktive Nase, welche im jetzigen Stadium von der Karaffe profitiert, zeigt etwas Birnenspalten. Die Komplexität am Gaumen, geprägt von mineralischem Unterbau, einer angenehm kraftvollen Struktur sowie dezenten Pampelmusennoten, offeriert Reifepotenzial für mehrere Dekaden. Es handelt sich um eine betont fruchtreduzierte Auslese, die ganz anders als die Wehlener Sonnenuhr von ihrer Geradlinigkeit lebt. Auch so kann, nein, so sollte eine Auslese schmecken! Beeindruckend ist, wie lange dann der Nachhall verweilt, viele Augenblicke, nachdem der Wein längst heruntergeschluckt wurde. Phantastisch! Diese Auslese ist ungeheuer expressiv, aber nicht schwer und in ihrer Konsistenz nicht ölig, sondern weich und verführerisch. Zu genießen ab sofort bis 2055+. Übrigens: Im Alter von 8-10 Jahren ein exzellenter Begleiter zu Radicchio- Salat mit Birnenspalten, Roquefort und Walnüssen. © VDP, Peter Bender 43

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