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Weinmagazin im November 2021 - Erlesene Weine, Feinkost und Spirituosen von Pinard de Picard - Weinhändler des Jahres 2010 & 2019 - Weinfachhandel und Weinversender

ITALIEN TOSKANA

ITALIEN TOSKANA Boscarelli 93 Punkte WINE ENTHUSIAST „SOTTO CASA“ DOCG VINO NOBILE DI MONTEPULCIANO RISERVA, ROSSO 2017 Weder klassisch noch modern – „Sotto Casa“ ist zeitlos! ITO110617 „Sotto Casa“ DOCG Vino Nobile di M. R., rosso 2017 14% Vol. 46,66 €/l 35,00 € In den letzten Jahren wird in Montepulciano viel darüber diskutiert, was einen wahren „Vino Nobile“ ausmacht. Man ist sich im Konsortium der Winzer der Region heute weitgehend darin einig, dass man für den „Vino Nobile“ auf Dauer nur noch die autochthonen Rebsorten der Region nutzen will, um den Weinstil klarer zu positionieren. Die Marchesi de Ferrari Corradi sind genau der gleichen Meinung, und fast alle ihrer „Vini Nobili“ entsprechen ganz der klassischen Verfahrensweise. Es gibt allerdings die Weinbergslage Sotto Casa mit einem roten steinigen Boden aus alluvialem Schwemmland, Ton und ein wenig Kalk, wo Merlot und Cabernet einfach so gut werden, dass sie den Prugnolo Gentile in einer Cuvée definitiv bereichern. Und deshalb haben sich die Marchesi mit dem Jahrgang 2011 dazu entschlossen, diesen Wein auch zu füllen. Ein Glück! So war etwa der 2014er „Sotto Casa“ der zweitplatzierte Wein (17 Punkte) beim großen Vino-Nobile-Tasting des Weinmagazins Vinum („Top of Toskana 2020“). Höherbewertet wurde nur „Il Nocio“, der ebenfalls von Boscarelli stammt. Im Folgejahr wiederholte sich die Vinum-Bewertung, James Suckling war der Wein 93, Parker-Verkosterin Monica Larner 94+ Punkte wert. 2016 wurde übersprungen, das warten hat nun ein Ende, denn der 2017er ist hier! Tatsächlich ist die Cuvée aus 80 % Prugnolo Gentile, 15 % Cabernet Sauvignon und 5 % Merlot ein ganz famoser Wein. Und der exzellente Jahrgang 2017 liefert eine ähnliche Tiefe und Kraft wie seinerzeit der tatsächlich exzellente 2015er. Ein Modernist, der aber genauso wie die Klassiker vinifiziert wird – Handlese, Entrappung, spontane Vergärung in Holzgärständern und separater Ausbau in Fudern von drei bis 30 Hektolitern über 28 bis 32 Monate hinweg –, ist schon jetzt ein Prachtkerl, der noch ein langes Leben vor sich hat. Im Duft erinnert die Cuvée zunächst an Wildkräuter (Grüne Minze bis hin zu fast ätherisch-mentholigen Noten), an Veilchen und Rosenblüten, an einen rauchigkühlen Wintermorgen. Dann kommen Unterholz, trockene Erde und Leder hinzu, desweiteren Cassis und Kirschen. Am Gaumen dann noch eine Extraportion Maraschino-Kirsche, Röstnoten (gebrannte Mandeln und Espresso), Gewürze (Zimt, Süßholz) und sehr feines, geradezu glanzpoliertes Tannin mit einer seidig reifen, aber präsenten Säure, die dem „Sotto Casa“ eine bemerkenswerte „Innenspannung“ verleiht und im Finale noch zusätzlich von mineralischen Eindrücken begleitet wird. Das ist so komplex wie begeisterungswürdig und dem Wine Enthusiast 93 Punkte wert! Unbedingt Zeit lassen! Ab etwa 2025 bis 2042+. 18 PINWAND no 331 | November 2021

Boscarelli TOSKANA ITALIEN „COSTA GRANDE“ DOCG VINO NOBILE DI MONTEPULCIANO, ROSSO 2016 Boscarellis „Costa Grande“ gehört zur absoluten Spitze der Region! ITO110916 „Costa Grande“ DOCG Vino Nobile di M., rosso 2016 14% Vol. 60,00 €/l 45,00 € ITO110917 „Costa Grande“ DOCG Vino Nobile di M., rosso 2017 14,5% Vol. 60,00 €/l 45,00 € Im Consorzio del Vino Nobile di Montepulciano hat man in den letzten Jahren eine große Offensive gestartet, um den „Vino Nobile“ wieder dorthin zu bringen, wo er in der Achtung der Weintrinker und aufgrund seiner Qualitäten auch stehen sollte, nämlich auf einer Höhe mit dem besten „Chianti Classico“ und dem „Brunello di Montalcino“. Um diesen Anspruch zu untermauern, haben Avignonesi, Poliziano, Boscarelli und weitere Weingüter im Laufe der letzten Jahre neue Einzellagen-Cuvées lanciert. Eine davon ist der 2016er „Costa Grande“ von Boscarelli. Der Wein stammt aus einem 1,5 Hektar umfassenden Weinberg, der direkt neben der legendären Lage Vigna del Nocio liegt. Im Boden finden sich die gleichen drei Formationen von roter Erde, Lehm und Sand, wobei es hier, in der Lage Vigna Grande, mehr Lehm gibt. Dadurch verändert sich der pH-Wert des Weines gegenüber dem „Il Nocio“. Er ist etwas höher, die Säure dadurch etwas niedriger, das Tannin aber auch kompakter als beim „Il Nocio“. Der Weinberg wurde im Jahr 2000 neu bepflanzt, und die Klone, aus denen er sich zum Teil zusammensetzt, sind ein sélection massale vor allem aus dem „Nocio“. Natürlich wurden die Trauben manuell gelesen, der Prugnolo Gentile entrappt und gerebelt. Der Wein wurde in Eichenfässern vergoren, die zu höchstens zwei Dritteln ihres Fassungsvermögens gefüllt waren. Für den Gärungsprozess, der etwa eine Woche dauerte und spontan eingeleitet wurde, wurde heimische Hefe bei kontrollierten Temperaturen von 28 bis 30 °C verwendet. Der „Costa Grande“ wurde im ersten Jahr in tonneaux von 5 Hektolitern und im zweiten Jahr in Fudern von 16 bis 25 Hektolitern ausgebaut, dann einige Monate im Zement und weitere rund zwölf Monate auf der Flasche. Was während dieser lagen Reifezeit entstand, ist nichts weniger als einer der ganz großen toskanischen Verführer. Es ist ein Wein, der seinem Appellationsnamen „Vino Nobile“ zur Ehre gereicht. Schon dieses intensive, aber klare und noch transparente Kirschrot ist einladend, noch mehr aber der Duft von Schattenmorellen, Zwetschgen und dunklen Himbeeren, einem Anflug von W. Ø. Larsen’s „Old Fashioned“ aus dem Regal für Pfeifentabak, bestem Marzipan und jeder Menge an Kräutern wie Thymian, Rosmarin, Pimpernelle und Minze. Das Holz ist hier ganz fein, ganz zurückhaltend und verbindet sich mit ein wenig Süßholz. Dem „Costa Grande“ ist schon im Duft nicht zu widerstehen. Am Gaumen dann hält der Wein diese Komplexität, ja baut sie noch aus und schickt Wellen von reifer und immer noch knackiger Frucht über die Zunge, bringt neben den Kirschen und Himbeeren auch einige rote und schwarze Johannisbeeren mit ins Spiel, wirbelt mit präziser Säure und kleidet den Gaumen mit einem nahezu perfekten Gerbstoff aus. Vino-Nobile-Herz, was willst du mehr? Okay, es gibt natürlich noch den „Il Nocio“ … Das ideale Trinkfenster für diesen Wein dürfte bei 2022 bis 2040 liegen. 94 Punkte PARKER 93 Punkte WINE SPECTATOR & SUCKLING © Bruno Bruchi fotografo SIENA bru 19 © Bruno Bruchi fotografo SIENA bru

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