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PINwand Nr. 305

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Weinmailing Weinmagazin Ausgabe Januar - Erlesene Weine, Feinkost und Spirituosen von Pinard de Picard - Weinfachhandel und Weinversender

FRANKREICH BEAUJOLAIS

FRANKREICH BEAUJOLAIS Lapierre Flüssige Freude! Marcel Lapierre VILLIÉ-MORGON „Terroir ist wichtiger als Technik.“ – Mathieu, der das Weingut gemeinsam mit seiner Schwester Camille leitet. „Wenn Beaujolais eine Rockband wäre, dann ist die Ankunft des neuen Jahrgangs 2018 wie die Veröffentlichung von Led Zeppelins Album 4, wobei die Jahrgänge 2015, 2016 und 2017 dem Äquivalent von Led Zepps 1, 2 und 3 vorausgehen. Mit anderen Worten, 2018 ist der vierte Jahrgang in Folge, der von der gleichen Herkunft stammt wie die anderen drei, sich allerdings deutlich unterscheidet, von der gleichen unvergleichlichen Qualität ist …und er rockt.“ – The Buyer Die Erfolgsgeschichte dieses Weinguts, welches für viele Weinliebhaber als die „Seele des Beaujolais“ und gleichzeitig als Referenz für die gesamte Region gilt und in Insiderkreisen absoluten Kultcharakter besitzt, beginnt mit Marcel Lapierre, der 1973 in dritter Generation das zu Beginn des vergangenen Jahrhunderts gegründete elterliche Weingut in Villié –Morgon von seinem Vater übernahm, und wohl niemand in der gesamten Weinwelt ahnte zu diesem Zeitpunkt, dass er auf dem Weg war, eine Legende zu werden. Das Jahr 1981 bildet den Wendepunkt in der Weingutsgeschichte. Maßgeblichen Einfluss hatte dabei Jules Chauvet, der heute als geistiger Pate von Marcel Lapierre gilt und der selbst Winzer, Forscher, Chemiker und auch Weinphilosoph war und als Wegbereiter der französischen „Naturwein“-Bewegung angesehen wird. Er war es, der sich bereits in den fünfziger Jahren mit dem Aufkommen von Kunstdünger und Pestiziden als Erster für "natürlichen Wein" aussprach und eine Rückbesinnung auf die traditionellen Methoden des Beaujolais forderte. Dieser Funke sprang auf Marcel Lapierre über, und gemeinsam mit einigen Mitstreitern in der Region wurde er zum engagierten Kämpfer für die Philosophie einer natürlichen Weinherstellung und Nutzung alter Praktiken und Rebell im Kampf gegen die Industrialisierung im Weinanbau und somit zur treibenden Kraft bei der Entwicklung biodynamischer Methoden und einer minimalistischen, nicht-interventionistischen Weinherstellung, und sein Morgon Vieilles Vignes wurde durchgehend zu einem der angesehensten Spitzenweine des gesamten Beaujolais. 40 PINwand305 | Januar 2020

Lapierre BEAUJOLAIS FRANKREICH Lapierre verknüpfte Chauvets Ideen mit einigen der traditionellen Techniken, die er bereits auf seinem Weingut verwendete, und ergänzte sie mit neueren biologischen Praktiken. Er verbannte jegliche chemische Düngemittel und Herbizide aus seinen mit alten Rebstöcken bestückten Weinbergen, setzte auf eine späte Ernte perfekt ausgereifter Trauben, eine strenge Sortierung, um nur die gesündesten Trauben zu verwenden, verzichtete auf den Einsatz von Reinzuchthefestämme und fügte während des Vinifizierungsprozesses keine bzw. minimal wenig Sulfite dem Wein bei, die Chaptalisierung der Weine war verschmäht. Diese Mischung von für die damalige Zeit revolutionärer (die Massenproduktion und Beliebheit des heute fast schon berüchtigten Beaujolais Nouveau steuerte parallel langsam auf ihren Höhepunkt zu) wie traditioneller Methoden, die Detailversessenheit und die Präzision, mit der er arbeitete, waren und sind bis heute völlig verschieden von der „industriellen“ Produktion des Beaujolais, der auch heute leider noch immer auf dem Markt zu finden ist. 2010 ist Marcel Lapierre gestorben, hoch angesehen und geachtet für sein Lebenswerk, als charismatischer Pionier für natürlichen Weinbau und Gentleman mit einem großen Herzen. „Auf unseren granitischen Schieferböden ist die traditionelle halb-kohlensäurehaltige Mazeration mit einheimischen Naturhefen in Holzbottichen der beste Weg, um die Identität der Gamay-Trauben zu entwickeln und das feine Aroma zu extrahieren.“ Ein Vorteil dieser Methode: Diese Technik setzt Kohlendioxid frei, welches den Wein schützt und bis zur Flaschenabfüllung einen weitest gehenden Verzicht von Schwefelzugaben ermöglicht. Das Ergebnis all dieser Bemühungen lässt sich sehen, oder besser schmecken. Lapierres Weine stehen idealtypisch für reintönige, filigrane, fruchtbetonte Beaujolaisweine, die einen fast unstillbaren Trinkreflex auslösen. Mit moderaten Extrakten, hellen Fruchtnoten und einer schönen Frische. Der Vater hätte sicher seine helle Freude daran, mit welcher Hingabe und Leidenschaft seine Kinder Camille und Mathieu die Fackel auf dem Weingut weitertragen. Hier entstehen Weine, die vinologische Weltbilder verändern können! „RAISINS GAULOIS”, VDF ROUGE 2018 Top 10 Beaujolais: „Sensationell und einer der Weine des Jahrgangs.“ – The Buyer FBJ060118 „Raisins Gaulois”, „Raisins VdF Gaulois”, rouge VdF 2018rouge 2018 DV 12,5% Vol. 13,26 €/l 9,95 € Glou glou galore! Lapierres herrlich unkomplizierter Gamay-Trinkwein für jede Gelegenheit. Wenn man Mathieu und Camille Lapierres Raisins Gaulois im Glas hat, fragt man sich unwillkürlich, weshalb es so viele Beaujolais-Winzer gibt, die solche Massen an unerfreulichen Weinen produzieren, dass der gesamte Ruf des Beaujolais gelitten hat, wo es doch so einfach zu sein scheint, einen ehrlichen Trinkwein in dieser Region herzustellen. Man muss es eben wollen, und man muss die Voraussetzungen schaffen. Während das Beaujolais in seiner Gesamtheit so aussieht, als habe jemand von weit oben das gesamte Gebiet mit Herbizid überschüttet, hat Mathieus und Camilles Vater Marcel – der legendäre Mitbegründer der Naturwein-Bewegung – 1981 den Betrieb auf Biodynamie umgestellt und dafür gesorgt, dass bei den Weinen weitgehend auf Schwefel verzichtet werden kann. Das ist bei Beaujolais ohnehin eigentlich recht einfach; denn die Macération semi-carbonique, bei der die Trauben zu Beginn der Gärung mit Kohlensäure bedeckt werden, schützt den Most, sodass erst sehr spät geschwefelt werden muss. Voraussetzung dafür sind gesunde Trauben. Und die finden sich im Raisins Gaulois. So entsteht hier Jahr für Jahr ein Wein, bei dem das Etikett schon alles sagt. Das ist ein Wein fürs Hier und Jetzt, ein Bistrot-Wein, ein Wein zum Trinken, ja fast zum hemmungslosen Trinken, un vin de soif, wie der Franzose sagt. Dieser Durstlöscher duftet nach Rosen, Veilchen, Kirschen und nach frischer Hefe und etwas Süßholz. Am Gaumen ist der Gamay, der zu rund 85 % aus Morgon stammt und zu kleinen Teilen aus anderen Appellationen, saftig und vibrierend frisch und lebendig. Das Tannin ist kaum spürbar, aber das ist es genau, was dem Wein den richtigen drive gibt. Dieser Gamay ist ein tänzelnder Allrounder, der zur Stulle ebenso gut passt wie zum Barbecue, der im Sommer gekühlt genossen werden kann und den man in jeder Jahreszeit zu jeder geselligen Runde mitnehmen möchte mit den Worten: »Trinkt, Freunde, es gib noch mehr von diesem Stoff …« Ein Wein zum Wegtrinken, jetzt und die nächsten zwei Jahre. Länger hält der Bestand sowieso nicht. 41

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